BG Kritik:

Urlaubsreif


von Michael Herbst

Blended (US, 2014)
Regisseur: Frank Coraci
Cast: Adam Sandler, Drew Barrymore, Terry Crews

Story:
Die frisch geschiedene Lauren (Drew Barrymore) und der Witwer Jim (Adam Sandler) vermuten bereits nach ihrem ersten gemeinsamen Date, dass sie nicht zueinander passen. Ihre Liebe kriegt eine zweite Chance, als ein gemeinsamer Kontakt einen Familienurlaub an sie beide abtritt und sie dort samt Kinder wieder aufeinander treffen.

Peinlicher Rassismus und Kotzhumor: Adam Sandlers Afrikaurlaub.

Nach Hochzeit zum Verlieben und 50 erste Dates der Sandler/Barrymore Nr 3


Ist man engstirnig, hat Adam Sandler genau zwei brauchbare Filme hervorgebracht: Die Liebe in mir und Punch-Drunk Love. Beides Ausreißer aus seinem gewöhnlichen Komödien-Repertoir, das in der Regel infantilen Humor mit seichter Romantik oder oberflächlichem Freundesspaß verbindet. Traut er sich Verrückteres wie Little Nicky oder Leg dich nicht mit Zohan an, wird es da nicht automatisch spürbar besser, aber in der Randgestaltung interessanter. Urlaubsreif ist faulste Klischeeware und gierig danach, der nächste Im Dutzend Billiger oder Kindsköpfe zu werden.

In den Staaten und selbst auf Hawaii hat er sich bereits mehr als genug ausgetobt, also reißt es Adam Sandler in seinem neuesten bezahlten Urlaub ins Land des Königs der Löwen. Der würde sich aber vor Scham vom Felsen stürzen, sähe er was Sandler urkomisch findet. Kopulierende Nashörner, Kotz- und Urinierwitze, grenzenlos peinliche Darstellung naiver und devoter schwarzer Bediensteten. Expendables Terry Crews wäre fast witzig, wäre der ganze Film so furchtlos ungezwungen wie seine Rolle. Man merkt, dass Sandler eine Erwartung nach kontroversem Humor zu erfüllen versucht, nur läuft er noch immer dem richtigen Mischverhältnis hinterher das ihn mit Happy Gilmore einst berühmt machte. Falsch dosiert, wie hier, ist es bloß geschmacklos oder gewollt anarchisch und so gesehen so witzig wie der pissende Elch aus Kindsköpfe 2.

Frank Coraci drehte auch Der Zoowärter und The Waterboy


In manchen seiner Komödien funktioniert die obligatorische emotionale Ecke, doch wieder nicht. Sandler positioniert sich als missverstandener Mann mit jugendlichen Ansichten, rüpelhaft und uneinsichtig, was er als liebevoller Vater dreier Töchter entwaffnet. Barrymore wird zur erzkonservativen Furie, die gefälligst lockerer zu werden hat und sonst nichts. Die Eltern geraten aneinander, aber auch ihre Kinder, die drehbuchbedingt beide schwer dringend eine neue Vater- bzw. Mutterrolle in ihrem Leben brauchen. So sind sie es dann wie in den Schweigerwerken, die die verdrehten Erwachsenen wieder zueinander führen.

Regisseure wie Coraci entsprechen dem Urtyp des Regisseurs, der kein Künstler ist. Urlaubsreif reiht sich nahtlos mit ein in die lange Liste lieblos inszenierter Produkte fürs Heimkino oder Langstreckenflüge und bleibt die Art Sandler Film, für man entweder Fan sein, bluargh, oder generell vollkommen anspruchslos sein muss.

Fazit:

Die grenzenlose Dreistigkeit, mit der Coraci und Sandler lieblos zusammengeschusterte Ausschussware anbieten, gehört fast schon belohnt. Urlaubsreif ist eine Komödienleiche, wie sie konstruierter und witzloser nicht sein könnte. Vielleicht sollte Sandler mal zwei- dreimal in Folge floppen, um sich wieder aufzurappeln. Momentan ist er qualitativ mal wieder ganz unten.

2,5 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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