BG Kritik:

Vaterfreuden


von Michael Herbst

Vaterfreuden (D, 2014)
Regisseur: Matthias Schweighöfer
Cast: Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke

Story:
Der familienphobe Felix (Schweighöfer) nimmt den Rat seines Bruders Henne (Mücke) an, als Samenspender leicht Kasse zu machen. Als ihm jedoch Hennes Hausfrettchen Karsten nach der ersten Spende in die Kronjuwelen beißt und damit zeugungsunfähig macht, will er die Empfängerin kennenlernen... und entwickelt plötzlich doch Vatergefühle.



Der Blondschopf Schweighöfer aus Vorpommern war in den 2000ern für die Stuckrad-Barre Verfilmung Soloalbum und Kammerflimmern gelobt, für die Rolle in der TV-Umsetzung Marcel Reich-Ranickis Lebens sogar ausgezeichnet worden, als ein zu beachtendes Talent. Auftritten in Schweiger Romanzen folgte später sein Regiedebüt What a Man, in welchem er Vorbild Schweiger spürbar nacheiferte. Jenem Schweiger, der aber nie über das Talent verfügte das Schweighöfer längst attestiert worden war und dem man auch nahelegen kann, die lukrative Romanzennummer weiterzutanzen, da ihm offen gesagt nichts anderes bleibt. Dass der fähigere Schweighöfer nun seit 2010 nur noch dergleichen macht, enttäuscht in seiner Berechnung.

Frettchen Karsten hat Biss


In seinem dritten Film hat es Schweighöfer geschafft, seinem Vorbild Schweiger in nichts mehr nachzustehen. Sein Film sieht nicht mehr nur so aus wie eine Lebensmittelwerbung, sie ist eine. Zwischen belangloser Komödie mit einfach zu lösenden Konflikten und niedlichen Kinderfiguren inszeniert er sich als ungeschliffener Adonis, der das Leben einer alltäglich aussehenden Frau durcheinander wirbelt.

Darf es nicht der unhobelte Machotyp Schweiger sein, greift Schweighöfer das Restpublikum ab, das den wuscheligen Bubikopf will. Als solcher inszeniert er sich so, wie sie ihn sehen wollen: problembehaftet, aber lösbar, gut gekleidet, verschmitzt, romantisch.

In der Klemme?


Eine Rolle, durch die er sich niemals gefordert durchgähnt. Lahme Peinlichkeiten sorgen für krude Gags und es fällt auf, das außer Star Schweighöfer niemand anderes besonders positiv auffallen darf. Nachdem Partner Peschel im letzten Film Schlussmacher zuviel Lob erhielt, ist Friedrich Mücke arg reduziert, bleibt auch Antagonist Tom Beck flach inszeniert.

Als technischer Dirigent spielt er nicht nur für sein Publikum. So wie er bereits Frankfurt und Berlin imagefilm-artig mit der Kamera liebkoste, sehen viele Aufnahmen aus Vaterfreuden wie ein Tribut an München aus. Friedensengel, Olympiapark, Isar. Ein Geniestreich, da man damit die Geldgeber der Filmförderung kaum glücklicher stimmen könnte. Vaterfreuden ist darüber hinaus aber nicht nur Publikums- und Fördererfilm, sondern erneut Werbefilm. Wieso diese belanglose Romanze übertrieben gut ausgeleuchtet und gefiltert ist, wird dann klar, wenn jeder Filmcharakter Fahrzeuge von Werbepartner Mercedes fährt. Viele Filme haben Product Placement, was wäre etwa Bond ohne? Bei Filmen wie diesen hat man jedoch das Gefühl, sie und nicht der darunter liegende verfilmte Roman seien der ausschlagene Grund des Films. Soll heißen, hat Schweighöfer den Roman gelesen und sich gedacht, diese Handlung würde er gern verfilmen - oder suchten andere nach neuer Ausrede, die Kombination Werbepartner und Marke Schweighöfer erneut vor ein Millionenpublikum zu bringen?

Fazit:

Die Marke Schweighöfer bleibt sich enttäuschend treu. Vaterfreuden ist eine weitere Romanze nach Maß, die berechnender nicht ausstaffiert sein könnte. Schlecht ist das nicht, aber austauschbarer, unnötiger und oberflächiger kann man eine Komödie kaum inszenieren.

2 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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