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KRITIK:

VERBLENDUNG III
Vergebung


von Christian Mester

LUFTSLOTTET SOM SPRÄNGDES (2010)
Regie: Daniel Alfredson
Cast: Noomi Rapace, Michael Nyquist

Lesen:
> BG Filmkritik Verblendung
> BG Filmkritik Verblendung II: Verdammnis

Story:
Als Lisbeth Salander (Noomi Rapace) nach schwerer Operation wieder aufwacht und hört, dass ihr brutaler Vater, der ehemalige Geheimagent Zalachenko, noch lebt, scheint ihr Albtraum noch anzudauern. Bis er kurz darauf Besuch von einem rüstigen alten Mann bekommt, der das Problem zu lösen scheint. Lisbeth und Mikael bekommen Zeit, sich auf die Aufdeckung aller Ereignisse vorzubereiten, doch die eigentliche Gefahr ist nach wie vor nicht gebannt...

Ursprünglich waren noch 6 weitere Bücher geplant,
doch der Autor starb, bevor er sie anfangen konnte.

Kritik:
Ein letztes Mal die Matte hochgelen, ein letztes Mal Computer hacken, ein letztes Mal erleben, was Lisbeth alles durchmachen musste. "Vergebung" ist das Finale der beliebten Verfilmungen der Stieg Larsson Bestsellerreihe und stellt den Schlusssatz einer beachtlichen schwedischen Filmproduktion dar.

Mochte man den zweiten, wird man auch diesen mögen, da er eine direkte Fortführung der dortigen Erlebnisse ist und aufgrund gleicher Regie sogar gleich aussieht. Inhaltlich finden sich jedoch markante Unterschiede, die "Vergebung" etwas schwächer als "Verdammnis" machen. War "Verdammnis" eine gelungene Untersuchung Lisbeths Hintergründe, fühlt sich "Vergebung" wie ein glatt gegelter Epilog an, was vor allem an weit ruhigerer Handlung liegt. Lisbeth liegt den Großteil des Films über nur im Bett und erlebt nicht viel, Mikael dagegen darf endlich wieder ermitteln, das aber auch nur im kleinen Rahmen und keinesfalls so mitreißend wie noch im ersten Film. Es gibt zwar neue Bedrohungen, doch ein kleiner Twist zu Anfang des Films schafft ein zusätzliches Feindbild, dass das schwächste, unpersönlichste aller drei Teile ist und nicht so wirklich piercen will. Die resultierenden Konflikte erscheinen wie Lisbeth: gezähmt, müde.

David Fincher (SIEBEN, FIGHT CLUB) dreht
das US-Remake zum Film.

Was bleibt, ist ein wenig überraschendes, zu einfaches, vorhsehbares Ende, das zwar zum einen die Genugtuung offener Konflikte gibt, die Qualitäten der Vorgänger jedoch nie erreicht. Regisseur Alfredson gibt sich zwar Mühe und lässt "Vergebung" wieder gut aussehen, doch das eigentliche Problem ist die grundlegende Story. Der Großteil der Handlung beschäftigt sich mit eher uninteressanteren, wenig eindrucksvollen Drohgebärden und saftlosen Unterhaltungen. und bringt nahezu nichts Neues zutage, Die Geschehnisse dieses Films hätte man im Grunde auch in Form zehn zusätzlicher Minuten und eines Abspanntextes im zweiten verstauen können.

Action auf den letzten Metern wirkt gehetzt, der letzte Gegner (der sich sinnfrei wie Michael Myers in "Rob Zombie's Halloween 2" immer mal wieder zusammenhangslos durchs Bild mordet) ist kein Vergleich zu den Showdowns der Vorgänger. "Vergebung" ist ein akzeptabler Schlusssatz, aber keiner, der lange in Erinnerung bleiben wird. "Verblendung" sollte man als einen der interessantesten europäischen Krimis kennen, die beiden Fortsetzungen sind nette, aber unnötige Erweiterungen.

Fazit:
Naja. Wer die ersten beiden Filme gesehen hat kann sich natürlich auch das Ende ansehen, allerdings sollte man Erwartungen tunlichst senken.  Ein moderater Abschluss, der weder an die Stärken des Erstlings, noch an die Spannung des zweiten herankommt. 

5/10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel


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