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Kritik:
Das Vermächtnis des
geheimen Buches


von Christian Mester

NATIONAL TREASURE: BOOK OF SECRETS
(2007)
Regie: Jon Turteltaub
Cast: Nicolas Cage, Diane Kruger, Justin Bartha, Jon Voight, Ed Harris, Helen Mirren

Story:
Benjamin Gates ist zurück! Im zweiten Teil der „Vermächtnis“ Reihe sucht der amerikanische Schatzsucher mit dem berühmten Vorfahren einen weiteren versteckten Nationalschatz. Naja,
eher versehentlich, denn hauptsächlich sucht er Beweise gegen die profane Unterstellung, sein Ururgroßvater habe am legendären Attentat auf Abraham Lincoln mitgewirkt.

Kritik:
Der erste Teil mit Nicolas Cage war im Grunde das, was der dritte (unverfilmte) Dan Brown / Robert Langdon Roman „Das verlorene Symbol“ nach The Da Vinci Code und Illuminati hätte werden können: eine recht spannende Hinweis-Schatzschnitzeljagd durch die Vereinigten Staaten, mit akzeptabel fantasiertem Geschichtsinhalt und einem ausreichend unterhaltsamen Heldenteam auf der Lauer. Obwohl eigentlich unter seinem Niveau besetzt, verlieh Cage der dünn gezeichneten Spürnase Gates jr gerade noch genug von seinem gewaltigen (Kino)-Charisma, um vergessen zu lassen, wie flach der Film drumherum eigentlich war; wie viel näher er am TV-Film Das Jesus-Video als an den klassischen Indiana Jones Streifen buddelte.

Also auf bestehende Qualitäten aufbauen und versuchen in dieem Zweiten alles besser zu machen, um damit weitere Teile in Betracht zu ziehen? Denkste. Teil 2 macht so ziemlich alles falsch. Anstatt auf stärkere Wendungen oder einfallsreichere Interkonnektivität der historischen Verwinkelungen zu setzen, fällt die Handlung des Doppel-Drehbuchteams Cormac und Marianne Wibberley (Bad Boys 2, The 6th Day) sowie Ted Elliott und Terry Rossio (Pirates 1-4) ungeschickt zerfahren aus. Im Prinzip ist zwar alles da, was man sich gewünscht haben konnte. Jede Menge Laufszenen und Taschenlampengefummel im Dunkeln, schießende Verfolger, Globetrotting, der Besuch berühmter Wahrzeichen wie dem Weißen Haus, Buckingham Palace, Mount Rushmore oder die berüchtigte goldene Stadt Cibola, und Cage darf sogar kurzzeitig den US-Präsidenten entführen.

Dennoch will bei der zweiten Tour so gar nichts funktionieren. Cage hat zum einen sichtlich keine Lust, und dieses Mal gar wesentlich weniger Chemie mit seinen beiden Co-Stars Diane Kruger und Justin Bartha, die noch alberner auftreten und damit wohl dafür leider mitgesorgt haben dürften, so schnell keine weiteren Popcornfilmrollen dieser Art mehr zu kriegen (wo sind sie heut?). Witzig zankend wollen Helen Mirren und Jon Voight als Gates' längst nicht ausgediente besserwisserische Eltern sein, doch nachdem Voights vereinzelte Kommentare zum Sohnemann vorher noch schmunzeln lassen konnten, versaut der Fockers Light Humor den ohnehin schon wischiwaschi Ton des Films. Einzig eine Szene, in der Gates auf den amtierenden US-Präsidenten trifft, hat ansatzweise etwas Pepp, aus dem man einen brauchbaren Film hätte machen können.

Turteltaubs Regie erscheint erschreckend destruktiv, denn kein einziger der besuchten berühmten oder per Laterne beleuchteten Orte sieht nach was aus, an keinem gibt es nennenswerte Momente, sämtliche Action ist faules Kameragewackel und Pistolengefuchtel. Auch wenn Ed Harris hier als Bösewicht ähnlich kompetent auftreten mag wie Sean Bean im ersten, wie er es immer tut, sieht man ihm kläglich an, dass er mit tiefstem Kummer an den anderen großen Nic Cage Actionfilm The Rock zurückdenken muss.


Fazit:
Gates noch? Nic Cage mag mittlerweile (2017) im DVD-VÖ-Dschungel verschollen gegangen sein, doch obgleich dieser zweite seiner Gates Filme ordentlich Kohle an den Kassen schaufeln konnte, mehr sogar noch als der silberne Erstling, kann keine noch so dicke Staubschicht vertuschen, wie belanglos unbesonders sein zweiter Ausflug ausfiel.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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