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KRITIK:
WHEN IN ROME
Fünf Männer sind vier zuviel
von
Christian Mester
WHEN IN ROME (2010)
Regie: Mark Steven Johnson
Cast: Kristen Bell, Josh Duhamel
Story:
Als sich Beth (Kristen Bell) auf der Hochzeit
ihrer Schwester in einen adretten Junggesellen (Josh
Duhamel) verliebt und kurz darauf sieht wie dieser
eine andere Frau küsst, nimmt sie frustriert eine
handvoll Münzen aus einem Wunschbrennen. Ein
Aufgrund eines Zaubers verlieben sich daraufhin die ehemaligen
Besitzer in sie, darunter ein Nacktmodel, ein
Straßenzauberer und Danny DeVito.
Kritik:
Es ist wohl nicht zu bestreiten, dass die meisten
romantischen Hollywoodkomödien filmisch nicht allzu
viel zu bieten haben. Simple Stories, platte Figuren
und vorhersehbare Romantiktwists bedienen für
gewöhnlich ein Publikum mit äußerst bescheidenen
Ansprüchen.
Das ist auch vollkommen akzeptabel, denn in solchen
speziellen Filmen geht es ja primär um die Stimmung,
die das Gezeigte transportieren will. Egal ob man
nun mit (eventuell zukünftiger) Freundin oder allein
im Saal sitzt, bei Ticketkauf erwartet man sich
90-100 Minuten lang leichtfüßige Positivität, die
ansteckt, gut fühlen lässt und sich in Form
charismatischer Figuren und beschwingter Musik
ausdrückt, sodass man später besonnen und guter
Dinge nach Haus fährt (auch wenn man sich schon am
nächsten Morgen an nichts mehr erinnern kann).
Konnte man dann noch das ein oder andere Mal lachen,
umso besser.
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Ein
einfaches Muster sollte man meinen, doch wenn es so
einfach wäre, dann gäbe es keine derart auffälligen
Unterschiede. „When in Rome – Fünf Männer sind vier
zuviel“ ist ein Paradebeispiel dafür, dass es selbst
in diesem eher anspruchslosen Subgenre auffällt,
fehlt echte Mühe. Man könnte es auf die grundlegend
dämliche Haupthandlung mit dem Wunschbrunnen
schieben, doch das ist noch das geringste Problem
(schließlich gab es mit „Zum Ausziehen verführt“
schon einen besseren Vertreter, in dem es immerhin
primär darum ging, dass Matthew McConaughey von
Zuhause auszieht). Schlimmer ist, dass die ansonsten
immerzu automatisch charismatische Kristen Bell aus
„Heroes“ und „Veronica Mars“, die hier den
Durchschnittstypus all dieser Filme spielt: gut
situierte Durchschnittsfrau mit FHM-Figur, toller
Kleidung und leichter Schusseligkeit, vor und hinter
der Kamera nur von Nieten umgeben ist. Ein Wunder,
denn für gewöhnlich haben fast alle Verdächtigen
schon mal was gezeigt.
Vor der Kamera albern Will Arnett ("Die Eisprinzen"), Danny DeVito, Anjelica Huston
(die beiden hätten besser in der angestaubten
Versenkung bleiben können), Dax Shepard („Zathura“)
und Jon Heder („Napoleon Dynamite“) herum, wobei
letzterer sogar soweit geht, den legendären Pedro
mitzuschlüren. Es nützt jedoch alles nichts, denn
alle kaspern sich vergeblich durch überzogen alberne
Figuren und ein dummes Script, dessen einfallsloser
Inhalt auf eine Serviette passen könnte. Die
aufgetischten Witze (ein Mini im Fahrstuhl, ein
Dinner mit Nachtsichtgeräten und Danny DeVito als
verliebter Wurstfachverkäufer) könnten kaum
unlustiger sein. Die entstehende Love Story führt
nirgends hin, da Kristen Bell zero Chemie zu ihrem
Filmpartner hat. Charismavakuum Josh Duhamel
(spielte in beiden
„Transformers“ mit)
strahlt die Persönlichkeit einer Butterbrotsdose
aus, weswegen Bell auch unentwegt entschuldigend
drein lächelt, um die Absurdität und
Unglaubwürdigkeit des ganzen notgedrungen irgendwie
zu überspielen. Zwischen beiden gibt es keinerlei
Funken, und das, obwohl Bell in „Heroes“ für
gewöhnlich mit Blitzen um sich schießt. Selbst
„G.I. Joe: Geheimauftrag
Cobra“ hatte eine glaubwürdigere,
emotionalere und amüsantere Liebesgeschichte als „When
in Rome“.
Ein geschickter Regisseur würde das fehlende
bisschen Love und den kindischen Humor in
überpräsentem Pop-Soundtrack ala Katy Perry, Pink,
Black Eyed Peas etc. ertränken, doch Mark Steven
Johnson („Ghost Rider“, „Daredevil“) verfehlt selbst
das (merke: selbst "G.I. Joe" ließ den Saal via BEPs
"Boom Boom Pow" geeigneter verlassen). Seine Romcon
sieht zudem unheimlich billig aus, sodass man sich
fragen kann, wieso sie nicht direkt als
DVD-Produktion die Kinos übersprang. Mochte man Bell
in
„All Inclusive“ und
dem sehr amüsanten, aber in Deutschland grausig
betitelten „Nie wieder Sex mit der Ex“, ist ihr
Abstecher nach Rom ein verschwendeter, der dazu
verführen kann, die 7 Euro Eintritt besser lieber in
einen Wunschbrunnen zu werfen und sich für demnächst
einen besseren Film zu wünschen..
Fazit:
"G.I.
Joe: Geheimauftrag Cobra" ist der bessere "When in
Rome".
2 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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