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Kritik:
White House Down


von Michael Herbst

WHITE HOUSE DOWN
(2013)
Regisseur: Roland Emmerich
Cast: Channing Tatum, Jamie Foxx

Story:
Bei einem Bewerbungsgespräch für einen Posten im Secret Service trifft Cale (Channing Tatum) mit seiner Tochter im Weißen Haus auf den Präsidenten (Jamie Foxx). Die Jobchance scheint gering, doch Cale wird gefordert, als Terroristen das Gebäude stürmen und er plötzlich die letzte Instanz zwischen den Angreifern und ihrem Ziel ist...

Kritik:
Gott aus dem Alten Testament und Roland Emmerich dürften sich als Geschichtenerzähler wohl bestens verstehen, versteht es Emmerich doch wie kein Zweiter, die USA in seinen Filmen mit Plagen von biblischem Ausmaß zu überziehen. In Independence Day ließ er das Land von Aliens vernichten, in Godzilla von einem riesigen Monster heimsuchen, in The Day after Tomorrow erfrieren und in 2012 von Flutwellen verwüsten. Man darf es sehr schade finden, dass er seine Science-Fiction Ansprüche, die er noch in Das Arche Noah Prinzip, Moon 44, Universal Soldier und Stargate auslebte hinter sich gelassen hat, aber dass die meisten Emmerich Filme trotz ihrer Banalitäten unterhaltsames Popcorn-Kino sind, lässt sich wohl nicht abstreiten.

White House Down ist ein ungewöhnlich kleiner Film für Emmerich geworden, spielt er sich doch nur in kleinen Arealen ab. Hubschrauber explodieren, Gebäude explodieren und es gibt viele wichtig wirkende Überflüge über ikonische US-Gebäude, aber man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass Emmerich sich wieder auf kleineres Gebiet beschränkt und keine stadtweite Bedrohung zeigt. Natürlich aber hätten die Folgen, die die Bösen sich vom Angriff erhoffen, nationale Auswirkungen. Ein Konzept, dass er vor vielen Jahren schon mal erfolgreich bedienen konnte. Universal Soldier war neben seiner beschaulichen Science-Fiction Note ein hervorragender Actionfilm.

Von Anfang an wird der Film von seiner Klischeehaftigkeit zurückgehalten. John Cale ist ein eigentlich verlässlicher Kerl, der aufgrund einer komplizierten Vergangenheit erst keine zweite Chance bekommen soll, sich dann aber als unverhoffte Hilfe bewähren darf. Seine Tochter ist niedlich und gerät zur Dramatisierung mindestens einmal in falsche Hände, Präsident und Bodyguard freunden sich erst nach und nach miteinander an und wie immer ist auch dieser Überfall ein intrigenreicher Verrat aus den eigenen Reihen.   

In den Hauptrollen sind Tatum und Foxx das beste am Film, doch aufgrund des einfallslosen Scriptes bleibt ihnen ein besserer Eindruck verwehrt. Bis auf eine explosive Verfolgungsjagd auf dem Rasen vor dem Weißen Haus hat auch die Action nichts neues zu bieten. Es warten die gleichen Korridor-Shootouts, wie man sie schon dutzende Male gesehen hat, und das in einer unnötigen Überlänge. Woanders versucht Maggie Gyllenhaal aus The Dark Knight energisch, aber emotionslos zwischen zahlreichen Bürokraten ermittelt und nach Stirb Langsam Schema gezeigt wird, wie verzweifelt und uneinsichtig die äußeren Bemühungen sind, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Als rechte Hand des zunächst verborgenen Verantwortlichen agiert Jason Clarke aus Zero Dark Thirty, der die üblichen Handlanger mitbringt, vom nerdigen Hacker bis hin zum stillen Killer, anständig, aber nur funktionell.

Zu Beginn des Jahres gab es bereits einen Film mit nahezu identischer Handlung, Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr, in der ein Secret Service Agent ebenfalls als einziger einen Überfall auf das Weiße Haus aufhalten musste. Olympus blickte auf eine ebenso abgedroschene Handlung zurück, fiel aber hinsichtlich der Action verträglicher aus, da er sich offensichtlich nicht so wichtig nahm. White House Down hält sich für spannender, was er nicht ist, liegt letzten Endes in Sachen Unterhaltung aber ungefähr gleich auf mit seinem Vorgänger.

Fazit:
Emmerichs Stirb Langsam im Weißen Haus unterhält und ist leider, oder immerhin, je nachdem wie man es sehen mag, so gut wie Stirb Langsam 4.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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