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KRITIK:
WHITEOUT
von
Christian Mester
WHITEOUT (2010)
Regie: Dominic Sena
Cast: Kate Beckinsale, Tom Skeritt
Story:
Carrie Stetko (Kate Beckinsale) ist ein US
Marshall, die eines Tages den Auftrag erhält, einen
seltsamen Mordfall in der Artkis aufzuklären....
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Beckinsale übernahm die Hauptrolle in MOTEL,
nachdem Sarah Jessica Parker abgelehnt hatte |
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Kritik:
Nachdem "Whiteout" in den USA böse floppte, schneit
der neue Film vom Regisseur von "Password: Swordfish"
hierzulande direkt auf DVD herein. Zu Recht? Es ist
die Verfilmung des Greg Rucka Graphic Novels mit
gleichem Namen, das 1998 eine beachtliche
Leserschaft finden konnte. Woran lag es, dass "Whiteout"
kinoweit erfror?
Die Prämisse ist noch recht viel versprechend:
hübsche Polizistin stöbert im isolierten,
lebensfeindlichen Schneegebiet nach mordlüsternen
Killern, die ein Geheimnis haben und alles daran
setzen, alle Zeugen im unwirtlichen Schneesturm der
Polarwelt verschwinden zu lassen. Klingt nach "D-Tox:
Im Auge der Angst" mit attraktiverer Hauptfigur
(inkl. obligatorischer Duschszene, s. unten), jenen
Sylvester Stallone Thriller, der hierzulande
ungerechtfertigterweise ebenfalls nur auf DVD
erschien und in dem es ebenso darum geht, dass ein
Cop inmitten eines Schneesturms gegen einen
maskierten Killer ermittelt.
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Beckinsale wollte die Hauptrolle in THE RING,
doch die damals 29jährige sah den Machern zu jung aus |
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Niemand spricht Kate Beckinsale ab, dass sie visuell
eine der attraktivsten Frauen Hollywoods ist und
sicher würden viele mit ihr durch den Schnee tollen
wollen, allerdings rümpfen Kritiker stets die Nase,
geht es um ihren bescheidenen Beruf als
Schauspielern. Sie ist nun keine sonderlich
miserable Darstellerin, allerdings ist sie
andererseits in all ihren Werken nie wirklich
lobenswert. In den meisten ihrer Filme ("Underworld",
"Click", "Pearl Harbor", "Laurel Canyon", "Motel",
"Van Helsing") ist das nicht weiter schlimm, da der
Rest (Action, Bale, Jackman, Sandler beispielsweise)
da den eigentlichen Hauptpart für sie übernimmt. "Whiteouts"
größter Makel besteht nun darin, dass eine solche
Unterstützung fehlt.
Wieder ist sie in ihrer Rolle nett und noch netter
anzusehen, gibt aber eine nur relativ marode
Hauptfigur ab. Ihre Stetko weißt keinerlei
denkwürdigen Charaktermerkmale auf und bekommt eine
so lasche Tragikgeschichte spendiert, dass es ganz
böse nach TV-Film der Woche aussieht. Hin und wieder
ertappt man sich sogar dabei, sich zu wünschen, dass
ein gewisser MacReady auftaucht und die
vorherrschende Mittelmäßigkeit flammend wegtaut.
Der Fall an sich dürfte
auch wohl keine Tombola gewinnen. Die Angriffe des
maskierten Killers sind vollkommen spannungsarm
inszeniert, mehrere Gefahrenmomente bleiben kraftlos
und schlimmer noch ist die Tatsache, dass alles
vorsehbar bleibt, der Bösewicht sofort zu erkennen
ist und es auch sonst keine relevanten
Spitzenmomente gibt. "Whiteout", ansprechend, wenn
auch inspirationslos gefilmt und umgesetzt, bleibt
zudem sehr harmlos; Fans der Engländerin erinnern
sich mit Sicherheit an die verfrühten unsicheren
Kommentare der Darstellerin, wonach sie für eine
Duschszene gedoublet werden wollte - jene Szene ist
nicht einmal des Doubles wegen der Rede wert, da die
sie ebenso keusch und blass bleibt wie der gesamte
Film an sich.
Der Film wäre mit skandalträchtiger Duschszene
sicherlich kaum besser geworden, doch Beckinsales
plötzliche Zurückhaltung lässt sich auf fast jeden
anderen Beteiligten und deren geschaffene Arbeit
übertragen. "Whiteout" wirkt wie hochqualitative,
aber typische Auftragsarbeit, die ein
Alteingesessener leidenschaftslos abarbeitet und die
deswegen für einen nur okayen DVD-Abend
gerechtfertigterweise auch nur auf DVD erscheint. "Whiteout"
schafft es nicht, sein Potential zu ergreifen und
ist trotz möglicher Topelemente nur Mittelmaß. Er
lehnt sich "Whiteout" dem Fenster und fängt sich
schick, aber schusselig so gerade vorm Sturz.
Fazit:
"Whiteout" ist kein richtiger Schnee; das ist
leichter Fiselschneeregen, der in Schneematsch,
schmilzendem Schneemann und Schnupfen endet. Dann
besser noch mal John Carpenters "The Thing" und "D-Tox"
rein werfen, oder falls die noch zu polar sind, "Antarctica:
Gefangen im ewigen Eis" und "Die Reise der
Pinguine".
5 / 10
10 -
Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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