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Kritik:
Wir sind die Millers


von Michael Herbst

WE ARE THE MILLERS
(2013)
Regisseur: Rawson Marshall Thurber
Cast: Jennifer Aniston, Jason Sudeikis, Emma Roberts, Will Poulter

Story:
Als Drogendealer David (Sudeikis) den Auftrag bekommt, eine gewaltige Ladung aus Mexiko über die Grenze zu schaffen, scheint der amerikanische Zoll unüberwindbar. Wäre da nicht Davids Idee, die Sache als Familientrip mit Wohnwagen zu tarnen. Weil er jedoch dafür kein Scheinfamilie zur Hand hat, engagiert er kurzerhand eine Stripperin (Aniston) und zwei junge, ziellose Loser namens Kenny und Casey (Poulter, Roberts). Ein turbulenter Trip beginnt...

Kritik:
Vulgäre Gags, Penisentzündungen, Jennifer Aniston strippend. Die Reklame machte kein Geheimnis draus: "Wir sind die Millers" ist eine oft geschmacklose Durchschnitts-Road-Trip-Komödie und steht unbeschämt dazu, genau das sein zu wollen. Spaßig ist, dass in den meisten dieser Filme Durchschnittsmenschen in ungewöhnliche Szenarien gezwungen werden, in denen sie dann hemmungslos blamiert werden oder über sich selbst hinauswachsen müssen. Millers dreht das Konzept um, denn jetzt sind es verhältnismäßig der Norm abweichenden Charaktere, die sich als normal ausgeben müssen. Zwar gilt für sie das gleiche in Sachen Charakterentwicklung, aber die Ausgangsumkehr schafft Platz für großartige Späße. Amüsant wird es beispielsweise, wenn der für immer ungeküsste Kenny Nachhilfe von "Schwester" und "Mutter" bekommt, und sie dabei erwischt werden.

Jason Sudeikis, den man zu leicht mit Ed Helms aus Hangover verwechseln kann, der ebenfalls im Film vorkommt, gibt einen charismatischen Loser ab, der immer wieder vergnüglich scheitert. Die Show stehlen ihm jedoch zweifelsohne zwei andere der falschen Familienmitglieder: Jennifer Aniston muss in Kill the Boss ihren Funken gefunden haben, denn als zynische Stripperin kriegt sie die besten Szenen ab. Sie ist anregend, aber wie in ihrem letzten Kassenschlager überrascht die erfolgreichste der Friends darüber hinaus mit Comedy-Timing und wird so zu mehr als nur die anders gemünzten Chromosen im Team. Ein neuer Comedy-Star könnte Will Poulter werden, der sich als begriffsstutziger Pechvogel von einer schlimmen Kacke in die nächste reitet und sich dabei für nichts zu schade ist.

Als verrückter Drogenbaron mit Orca-Aquarium lässt Ed Helms laut lachen, während Nick Offerman (Parks and Recreation) als spießiger Camper gewohnt ungemütlich komisch wird. In Sachen Stunt-Casting hält sich der Film. davon ab aber relativ zurück. Es gibt keine ständigen Cameos bekannter Gesichter. Thurber stellt stattdessen viele unverbrauchte Gesichter in den Vordergrund, die ihre Sache redlich machen. Eine Vertrauenssache, da man hier auf ein gutes Script zurückgreifen konnte.   

Schwächen finden sich bei Emma Roberts als langweilige Rotznase, sowie an den bekannten Stellen nach Klischeestruktur. Gegen Halbzeit brennen die Gags etwas aus, kurz vor Schluss
gibt es einen ernsteren Teilabschnitt, in denen die Hauptfiguren etwas lernen müssen und vermenschlicht werden, nur um sich wieder vereint in die Arme fallen zu können. Es ist zu wenig, um ehrlich berührt zu werden und bloß Stilmittel für einen Wohlfühlmoment, der auf Kosten weiterer Späße daherkommt. Klischeekomödien darf es immer geben, aber dieses Teilklischee dürfen sie gerne aufgeben. 

Fazit:
Harmlos-verruchter Road Trip mit Klischee-Spaßgarantie.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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