BG Kritik:

Wish I Was Here


von Manuel Föhl

Wish I Was Here (USA, 2014)
Regisseur: Zach Braff
Cast: Zach Braff, Kate Hudson, Mandy Patinkin, Joey King, Josh Gad, Ashley Greene

Story:
Aidan Bloom (Zach Braff) ist 35 Jahre, Ehemann, Vater zweier Kinder und ein erfolgloser Schauspieler. Als sein Vater an Krebs erkrankt und sein Geld für die Behandlung fortan selber braucht, können Blooms Kinder nicht mehr auf die jüdische Privatschule gehen und müssen von ihrem Vater von zu Hause aus unterrichtet werden. Bloom bringt ihnen dabei mehr vom Leben bei als trockenen Schulstoff und findet dabei wieder mehr zu sich selbst.

10 Jahre nach „Garden State“ kehrt Schauspieler Zach Braff mit einem neuen Projekt, das er in Personalunion als Regisseur, Darsteller, Autor und Produzent betreut, zurück. In „Wish I was Here“ lässt Zach Braff seine Figuren wie sich altern und erzählt von Lebensproblemen seiner Figur mit Mitte 30. Wieder so gut, um uns ins Kino zu wünschen?

Wurde als Kickstarter-Projekt realisiert


Zach Braff hatte schon als Kind den Traum Filmemacher zu werden. Größere Berühmtheit erlangte er aber zuerst als Schauspieler in der Rolle des John "J.D." Dorian in der Comedy-Serie „Scrubs“ 2001. Schon dort durfte er aber auch bei sieben Folgen auf dem Regiestuhl Platz nehmen. So wurde es ihm beispielsweise damals anvertraut die hundertste Episode zu inszenieren. Seinen Durchbruch als Filmemacher gelang ihm dann drei Jahre später mit „Garden State“, der auch dank einer sorgfältigen Songauswahl auf dem Soundtrack damals Kultstatus erlangen konnte. Seine Musikaffinität brachte ihm auch mehrere Regiearbeiten im Musikvideo-Bereich ein. Letztes Jahr sorgte er dann mit seiner umstrittenen Kickstarter-Aktion für seinen zweiten Spielfilm „Wish I was Here“, den er zusammen mit seinem Bruder Adam J. Braff geschrieben hatte, für Aufsehen. Innerhalb von drei Tagen wurde das Ziel von 2 Millionen Dollar erreicht und der Film konnte vor die Kameras gehen. Nachdem er seine Premiere Anfang des Jahres auf dem Sundance Film Festival feiern konnte, kam er im Sommer auch breiter in die amerikanischen Kinos und erzielte dabei eher ein moderates Einspiel und bekam gemischten Kritiken.

Die Indie-Komödie ist mittlerweile zu einem eigenen großen Genre geworden, dass vom Output her schon fast den viel zu vielen Comicverfilmungen Konkurrenz macht. Umso schwieriger wird es auch so sich besonders vom Rest abzuheben. Zach Braff gelingt dies mit seinem zweiten Film nur bedingt, was vor allem an einem teilweise unfertigem Drehbuch liegt. Unfertig im Sinne von, dass ihm noch inhaltliche und strukturelle Überarbeitungen gut getan hätten. Die Charaktere die Braff dabei entwirft sind zugänglich, realistisch und sympathisch, ihre Probleme dagegen sind dabei aber nicht neu und der Umgang und die Lösung dieser nicht besonders originell. Zach Braff wollte unbedingt die volle Macht über den Film und verzichtete deshalb auf eine Finanzierung durch ein Studio, was womöglich in einen künstlerischen Eingriff Dritter resultiert hätte. In diesem Fall wäre dieser „Eingriff“ der Sache aber vielleicht dienlich gewesen. So zieht Braff sein Ding durch und erzählt wohl gekonnt, aber im Fahrwasser schon langer bekannter Erzählmuster.

Braff war der Star der Serie Scrubs


Braff bürdet jedem seiner Charaktere ein Problem auf und versucht sie alle über sein altes Ego Aidan Bloom zu lösen. Das gelingt teilweise auch, aber das beispielsweise sein Privatunterricht seiner Kinder zum Selbstfindungstrip der Familie wird, ist nur eine der Entwicklungen, die man hinterfragt und gerne noch differenzierter und klarer erzählt bekommen hätte. So hängt das ein wenig in der Luft. Er versucht wohl am Ende alle Stränge zusammenzuführen, was auch gelingt, doch hätte die Fokusierung auf ein paar weniger vielleicht den besseren und vor allem nachvollziehbareren Film gebracht.

Verlassen kann er sich dabei auf seine Darsteller. Ob die junge Joey King oder der aus „Homeland“ bekannte Mandy Patinkin. Das Casting passt und die Rollen sitzen. Schon vorab gab es dank dem erfolgreichen und gelungenen Soundtrack von „Garden State“ allein auf die Musikauswahl von „Wish I Was Here“ große Vorfreude. Die Songauswahl kann auch wieder als sehr gelungen bezeichnet werden, der Einsatz dieser kann aber dann schon wieder leicht auf die Nerven gehen. Fast schon in mittlerweile bekannter Schweiger/Schweighöfer-Manier klatscht er seine Szenen mit Songs voll und wenn es mal keine Songs gibt, versucht er über einen einfachen Piano-Score Emotionen zu wecken. Einfache und oft genutzte Werkzeuge, doch wäre hier vielleicht manchmal weniger mehr gewesen.

Fazit:

Wohl souverän in Szene gesetzt, wenn auch mit teilweise sehr penetrantem Soundtrack, fallen die schauspielerischen Leistungen besonders positiv auf, können aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Braff nichts Neues zu erzählen hat und sich zu sehr auf ausgelutschte Muster des Genres verlässt.

6 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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