Kritik:
xXx²
The Next Level
von
Christian Mester
XXX 2: STATE OF
THE UNION
(2010)
Regie: Lee Tamahori
Cast: Ice Cube, Willem Dafoe
Story:
Da Xander "XXX" Cage (Vin Diesel) als getötet gilt,
rekrutiert Augustus Gibbons (Samuel L. Jackson)
kurzerhand den ehemaligen Elitesoldaten Darius Stone
(Ice Cube). Stone bekommt den Auftrag, einen Umsturz
der US-Regierung durch einen korrupten Politiker
(Willem Dafoe) aufzuhalten...
Kritik:
In einer Szene des Films rast Stone mit seinem
gepimpten Auto auf seinen Felgen hinter einem
Hochgeschwindigkeitszug her, nur um daraufhin einen
Berg hinab zu stürzen und den 50 Meter tiefen Sturz
cool grimmig dreinblickend durch den gezielten
Einsatz seines Granatenwerfers zu überleben. Völlig
übertriebener Unsinn? Stellt sich nun die Frage, ob
man so einen überzogenen Blödsinn unterhaltsam oder
einfach nur affig findet.
Ist letzteres der Fall, wird man "XXX 2: The Next
Level" für den krudesten 0-Punkte-Contender seit "Torque:
Hart am Limit" halten. Nicht-Schauspieler Eiswürfel
versucht zwar sein Bestes, die ganze Zeit über den
unantastbaren Motherf#cker zu geben, doch die
clintesken Grimassen des leicht übergewichtigen
NWA-Rappers wirken in Folge der dudeligen Need for
Speed Menümusik, der Extreme Pimp My Car Umbauten
(mit Gastauftritt Xzibits) und der absurden
Action-Sequenzen so hanebüchen, dass man nichts
davon ernst nehmen kann. Für alle die, die ernste
und realitätsnahe oder alt-klassisch maskuline
Actionsymphonien ala "Lethal Weapon" oder "Dirty
Harry" lieben und die neue urbane Hip Hop
MTV-Trendkostkultur verabscheuen, ein Grauen und
unbedingt zu meiden.
Nimmt man das Geschehen jedoch nicht
allzu ernst - und es ist absolut
undenkbar, dass irgendjemand im
Zusammenhang des Films auch nur fünf
Minuten daraus seriös gemeint haben
kann -
kann man "XXX 2: The Next Level" als
herrlich bescheuertes Extremwerk
ansehen. Ice Cubes Nachgeclinte darf
man dann als Parodie verstehen, den
Action-Exzess als Versuch, Michael
Bay Filme wie "Bad Boys 2" bombastös ballernd zu
überbieten.
Aus dieser Perspektive ist der Film
sogar relativ unterhaltsam, da Lee Tamahori, der dasselbe mit "James
Bond - Stirb an einem anderen Tag"
anstellte, auf viele und verrückte
Actionsequenzen setzt, Bonds Q-Gadgets übertreibt und Willem
Dafoe wie schon im ebenfalls
zwiebeligen "Speed 2: Cruise Control"
einen unterhaltsamen bösen
Sprücheklopfer abgibt. "xXx 2"
bleibt niemals stehen, wird niemals
langweilig und überlegt
offensichtlich immerzu, wie man das
Gezeigte noch mehr toppen kann.
Effekte, Sets und Regie sind in
Ordnung, wenn auch nichts
Besonderes. Das einzig Maue ist die
Art, wie man Diesels Figur aus dem
ersten abserviert - eigentlich
sollte Vin auch im zweiten Film die
Hauptrolle spielen (Idee war es, XXX
gegen moderne Piraten in Asien
antreten zu lassen), aber Vin dachte
damals, ab nun bessere
Rollenangebote zu bekommen. Also
schrieb man seiner Figur einen
unspektakulären Tod, den es nur als
geschnittene Szene auf der DVD zu
sehen gibt (nicht einmal mit Diesel
inszeniert. Der zudem nicht gilt, da
Diesel in Zukunft für XXX 3
zurückkehren will).
Fazit:
"xXx" hatte mit Vin Diesel einen
charismatischeren Hauptdarsteller
und war noch nicht ganz so
übertrieben, sodass noch Platz für
eine zwar von Bond kopierte, aber
dennoch solide Actionfiselei bleib.
"xXx 2" schafft Explosionen in
Explosionen, die explodierend
explodieren während Panzer ballernd
auf Lowrider schießen. Für die einen
inakzeptabler Action-Müll unterster
Schublade, für die anderen quarkige,
aber unterhaltsame Genreparodie.
Wenn man den mag, sollte man sich
unbedingt auch
"G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra"
ansehen, der noch spektakulärer,
lustiger und besser gemacht ist und
auf amüsantere Darsteller und
Figuren zurückgreift.
3,5 /
10
10
- Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
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