BG Kritik:

Zoomania


Hat grundsätzlich Recht, da sie Jura und Medienwissenschaften studiert.

Zoomania (US 2016)
Regisseur: Byron Howard, Rich Moore
Cast: Josefine Preuss, Rüdiger Hoffmann

Story: Judy ist eine kleine Häsin mit einem großem Traum. Sie will Polizistin in Zootopia werden, einer Großstadt, in der alle Tierarten im Pseudo-Einklang miteinander zusammen leben. Über beide lange Ohren motiviert, kommt sie bei der Untersuchung vermisster Raubtiere einer Verschwörung auf die Schliche…

Der mit dem Faultier.

Läuft auch in 3D


Die Szene mit dem Beamtenfaultier Flash hat wohl jeder gesehen – und geliebt! Ich habe allen meinen Freunden davon erzählt und wir konnten es kaum abwarten zu sehen, ob der Film voller solcher Szenen ist oder ob man extra nur die eine gezeigt hat, die lustig ist. Also, es ist schon der lustigste Moment im Film, das stimmt leider. Das ist aber nicht zu gravierend, da der neue Film von dem Regieduo von Disneys Rapunzel und Ralph reichts voll mit witzigen Szenen ist, und verblüffend Tiefe hat. Nicht viel, aber gewagte.

Letztes Jahr zeigte Pixars Arlo & Spot eine veränderte Evolution, in der wilde Dinosaurier Bauernhöfe bauten und Menschen so wild waren wie Wölfe. Zoomania geht da noch viel weiter und stellt eine Welt vor, in der alle Tierarten zivilisiert zusammenleben, auf einem technischen Stand, der ungefähr unserer Gegenwart entspricht. Nur, dass sie hier berücksichtigen müssen, dass alle Tiere mit ihren Dimensionen und Eigenarten die gleichen Sachen nutzen. Züge haben zum Beispiel mehrere Ausgänge für verschieden große Tiere, was auf verrückte Weise Sinn ergibt. Im Bahnhof kommen Nilpferde aus dem Wasser und Hamster durch Kletterrohre. Die geteilte Welt erfordert Designs, die man so nie gesehen hat. Wenn eine Cafebar Mäuse und Giraffen zugleich bedient, sieht das nicht nur witzig sondern auch interessant aus. Man kann sich gar nicht satt sehen an den vielen Einfällen, die nötig waren, um diese Welt glaubhaft zu machen.

Im Original sprechen Jason Bateman und Ginnifer Goodwin die Hauptrollen


Judy als Häsin ist eine übereifrige junge Frau mit großem Herzen, die naiv an Werte wie fröhlichem und friedlichen Zusammensein, Hilfsbereitschaft und Aktionswille glaubt. Da Zootopia aber unserer Welt entspricht, kommen all unsere negativen Faktoren dazu. Die Verwaltung ist umständlich und langsam, die Politik ist korrupt, viele Bewohner sind frustriert oder unerfüllt. Das anhand von Tieren illustriert zu sehen ist schon sehr gelungen und es darf überraschen, wie viel Kritik Disney unterbringt. So trauen sie sich zum Beispiel, Schamgefühl, Diskriminierung und Rassismus unter Tierrassen anzusprechen, mit einigen guten Erklärungen für Kindern, und einem stillen aber nicht unrealistischen Plädoyer für eine bessere Welt. Das hebt Zoomania von reinen Actioncomedys wie Die Croods oder Cars ab. Der letzte Film, der mir da als ähnlich einfallen würde, wäre die Shrek Reihe.





Shrek hatte aber Fiona, Esel und Shrek. Drei kultverdächtige Klassikerfiguren, die man schon nach dem ersten Teil nicht mehr vergessen konnte. Judy und ihr Partner Nick, ein Fuchs, sind ganz in Ordnung, aber ich bezweifle, dass sie zum Kult werden können. Der Fall, den die beiden lösen müssen, ist vom Verlauf her nichts neues, weswegen die zweite Hälfte des Films, die sich mehr auf die Handlung als auf die entdeckenswerte Welt konzentriert, weniger gut. Nicht schlecht, aber wenn man einige Filme gesehen hat, kennt man das Muster.

Der Film versucht, mit lustigen Momenten und Verweisen auf bekannte Filme und Serien aus unserer Welt von der eigenen fehlenden Originalität ablenken zu wollen, aber das will nicht immer klappen. Schnell erwischt man sich dabei, an die ersten Szenen zu denken, als Judy mit groß aufgerissenen Augen die komischen und witzigen Winkel Zootopias erkundet. Davon hätte man lieber noch mehr gesehen als von dem zwanghaft untergebrachten Polizeifall.

Fazit:

Disneys Zoomania ist eine humorvolle Parabel auf unsere Welt, mit einer mitreißenden Mischung aus lustigen, nachvollziehbaren Gags und guter Sozialkritik. Ob es ein Film für die Ewigkeit ist, weiß ich nicht, aber einen Kinobesuch ist er wert!

7,5 / 10
10 - Meisterwerk // 8-9 - sehr gut // 6-7 - gut // 5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend // 0-2 - gar nicht mal so gut


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