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KRITIK:
LEPRECHAUN 1-7


Regie: ?
Darsteller: Warwick Davis
Release: 1993-2006


von Christian Mester


Es gibt 7 Teile vom „Leprechaun“. Sieben.

Leprechaun – Der Killerkobold (1993)
Leprechaun II – Der Killerkobold kehrt zurück (1994)
Leprechaun III - Tödliches Spiel in Las Vegas (1995)
Leprechaun IV: In Space (1997)
Leprechaun V: In the Hood (2000)
Leprechaun VI: Back to tha Hood (2003)
Leprechaun VII: Origins (2014)

Warum?

Story:
Der Leprechaun ist ein irischer Zauberwicht, der Jahrtausende alt ist und nach immer gleichen Dingen dürstet: nach seinem zumeist von naiven Trotteln geklautem Gold, und wenn man schon mal unterwegs ist, nach Frauen. In der Regel weckt man den Zwerg versehentlich zu neuem Leben, der sich fortan kalauernd und killend aufmacht, sein entwendetes Hab und Gut zurückzuverlangen. Die ersten drei Filme schicken ihn durch diverse Wohngegenden, im vierten landet er pünktlich (wie schon Jason, Pinhead, Critters und Dracula) in den Tiefen des Weltraums, und da amerikanische Unterschichtenwohnviertel irischer Folklore bekanntlich nah kommen, geht’s in 5 und 6 gleich zweimal in die Hood, zu Rappern, Street Credibility und Bongs.

Der siebte Teil - mit neuem Leprechaun-Darsteller - versteht sich als eine Art Reboot und interpretiert die Figur anders, als stummes Monstrum nach Art von The Descent.

Jennifer Aniston war 24, als sie die weibliche Hauptrolle in LEPRECHAUN annahm;
ein Jahr später kam sie zu FRIENDS

Kritik:
Warwick Davis gehört zweifellos zu den bekanntesten zwergwüchsigen Darstellern, das unter anderem wegen der ominösen Leprechaun Filme. So viele Hauptrollen gab es bislang halt nicht für erwachsene Schauspieler von kleinerer Größe, und selbst wenn man über das allgemeine Image des fucking Leprechauns schmunzeln können mag, muss man Warwick schon zugestehen, mit dem Wicht durchaus eine kleine (...) Ikone geschaffen zu haben. Selbst wenn man nie einen der Filme gesehen hat, so kennt man die Figur als Genresympathisant.

Taugen die Filme denn womöglich? Vielleicht mindestens einer, beispielsweise der erste mit Jennifer Aniston? Die hatte damals das Glück, ein Jahr vor ihrer Zusage bei Friends im ersten Teil dieser Reihe mitzuspielen. In einem Film über einen dämonischen Zwerg aus einer anderen Welt, der jeden verfolgt, der sich an seinem magischen Gold vergreift. Trotz aller Abstriche hätte das eventuell ein klein (...) wenig schaurig ausfallen können, doch bereits Teil 1 verrennt sich sehr in Albernheiten. Der Anfang mag noch einigermaßen herhalten, die Prämisse sogar okayes Material für eine unernste Monster-of-the-Week Folge sein, doch ist der Konflikt ins Rollen gebracht, greift der Witze reißende Lep zu rasch zu kindischstem Humor: zu Dreirad und Gokart. Damit fällt er noch wesentlich alberner aus als Freddy mit Joystick oder Chucky bei der Army.

Alle weiteren Teile mit Davis steigern den Quatschquotienten sogar noch. In Teil 3 ist er in der Spielhölle von Las Vegas unterwegs, danach ist er erst im Weltraum (mit Mini-Laserschwert), anschließend gleich zweimal in der Hood. Als Pimp mit Sonnenbrille und Bling, mit Bitches, Rappern und eifrig Bong paffend. Kurios sind daran zwei Aspekte. Zum einen ist es fast beachtlich, mit welcher Inbrunst Warwick Davis - der den gewählten Humor der Filme offensichtlich lieben muss - jeden noch so unsinnigen Quatsch mitmacht (in einer Szene fährt der Lep einen eigenen Miniatur-Formel-1-Wagen), zum anderen darf man rätseln, wie man Blödsinn wie Leprechaun in Space drehen kann, ohne vollends auf den Trashzug eines Sharknado aufzuspringen. Trotz aller Blödeleien wollen alle diese Filme halbwegs ernst genommen werden, dass man mit, statt über sie lacht. Sollte man eben jenen seltsamen Humor nicht mitbringen, kann man sich die Filme lediglich aus schierer Neugier ansehen, was denn bitte noch für Ideen umgesetzt worden sind.

Nach dem Erfolg von FREDDY VS JASON fragten die Produzenten
die Macher von CHUCKY nach einem Versus, doch die lehnten ab.

Continuity und Regeln waren den Machern auch mal gänzlich egal. So wird ständig neu definiert, was den durchfallfarbenen Zauberer umbringen kann (unter anderem: ein vierblättriges Kleeblatt), was für Kräfte er hat, was er denn genau will, oder auch, was wann passiert. Teil 5 lässt ihn in den 70ern erstarren und erst 2005 wieder aufwachen, was plötzlich alle vorherigen Teile aus der Timeline streicht. Teil 6, der andere, der auch in der Hood spielt? Ignoriert sogar den direkten Vorgänger und macht es wieder anders. Zúmindest die ersten drei Filme sind noch halbwegs passabel gemacht, für B-Movie 90er Verhältnisse, während alles nach 4 unguckbarer Schund ist. 4 selbst stellt eine Ausnahme dar, da er als Sci-Fi Ausgabe so derart viel Blödsinn auftischt, dass man nahezu gebannt sein darf, wie viel schlechter es noch werden kann. Teil 4 hat dementsprechend sogar fast so etwas wie Charme.
 

Hornswoggle war übrigens WWE Champion

Und der 2014er Reboot? Da wird der Lep von Wrestler Hornswoggle gespielt. Wieso er sich das allerdings angetan hat, bleibt vermutlich hinter dem Regenbogen verborgen. Zum einen spricht dieser Leprechaun kein einziges Wort. Dann ist Hornswoggles komplettes Gesicht hinter einer starren Latexmaske versteckt, und weil das Resultat starr leblos aussieht (so wird das nichts, der nächste The Rock zu werden), entschied man sich, das Vieh demzufolge besser so wenig möglich zu zeigen.

Das klappte beim Weißen Hai, nur dass der Regisseur dieses Films weder ein Spielberg ist, noch mit spielbergschen Mitteln arbeiten konnte. Stattdessen ist es ein hundsmiserabler Regisseur, der mit Low Budget, schlechten Effekten und schlechten Darstellern unzumutbaren, generischen Vollschrott fabriziert hat, der selbst Back to the Hood wie einen wirklich wichtigen Beitrag aussehen lässt.

Tatsächlich sind sogar die Teile 4 und 7 wunderbare Paradebeispiele, wie unterschiedlich man schlecht empfinden kann. Der Film mit dem Leprechaun im Weltall ist so dermaßen blödsinnig, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Allerdings sieht man dort Konzepte, sketchartige Szenen, ausgefallene Figuren, verrückte Momente, haarsträubende Dialoge. So schlecht es auch alles sein mag, da hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht. Das mag nicht mal ansatzweise geklappt haben wie etwa bei Jason X, doch der Wille war da. Beim siebten Film allerdings ist sichtlich gar nichts passiert. Das Ding ist so lieblos an vermutlich einem oder zwei Nachmittagen runtergekurbelt worden, unter der mindesten Voraussetzung, dass man irgendwie Bildmaterial für knapp 80 Minuten zusammenhat und man das Ergebnis Film nennen darf. Hellraiser 9 lässt grüßen.

Fazit:
Wer zu viele Guinness intus hat und schon immer mal sehen wollte, wie ein Monsterzwerg im Anzug reimend gegen Kleeblätter kämpft, der kann sich die Teile 1 und 4 eventuellst mal antun, alle anderen lesen Artikel wie diesen und sind froh, es nicht gleichgetan zu haben.

1 / 10

Teil 1: 2,5/10
Teil 2: 2/10
Teil 3: 1.5/10
Teil 4: 2,5/10
Teil 5: 1/10
Teil 6: 1/10
Teil 7: 0/10


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