home  |  vorschau  |  kritiken  |  gewinnspiele  |  drehbücher  |  impressum  |  links  |  chat  |  forum


 

KRITIK:
LEPRECHAUN 1-6


Regie: ?
Darsteller: Warwick Davis
Release: 1993-2006


von Christian Mester


Es gibt 6 Teile vom „Leprechaun“. Sechs.

Leprechaun – Der Killerkobold
Leprechaun II – Der Killerkobold kehrt zurück
Leprechaun III
Leprechaun IV: In Space
Leprechaun V: In the Hood
Leprechaun VI: Back to tha Hood

Warum?

Story:
Der Leprechaun ist ein irischer Zauberwicht, der Jahrtausende alt ist und in seinen Mären nach immer gleichen Dingen dürstet: nach Frauen und geklauten Klunkern. In der Regel weckt man den Zwerg versehentlich zu neuem Leben, der sich fortan kalauernd und killend aufmacht, sein genommenes Hab und Gut zurückzuverlangen. Die ersten drei Filme schicken ihn durch diverse Wohngegenden, im vierten landet er pünktlich (wie schon Jason, Pinhead, Critters und Dracula) in den Tiefen des Weltraums, und da amerikanische Unterschichtenwohnviertel irischer Folklore  bekanntlich nah kommen, geht’s in "5" und "6" gleich zweimal in die Hood. Die große Odyssee eines ganz Kleinen?

Jennifer Aniston war 24, als sie die weibliche Hauptrolle in LEPRECHAUN annahm;
ein Jahr später kam sie zu FRIENDS

Kritik:
Warwick Davis ist der Größte; zumindest muss es der metergroße Darsteller für seine vielen Fans sein, die ihm seit 1993 tapfer treu geblieben sind und dafür sorgten, dass die epischen Abenteuer des zwergwüchsigen Kaspers Kasse machten. Davis, der durch seine Rollen als Ewok in „Star Wars Episode VI“ und als Zwerg in „Willow“ weltweit bekannt wurde, gehört heute neben Verne Troyer (Mini-Me), Tony Cox („Bad Santa“) und Peter Dinklage („Threshold“) mit zu den bekanntesten Darstellern seiner Größe. Aufgrund der „Leprechaun“-Reihe ragt Davis sicher als erfolgreichster heraus, wodurch er sich einen festen Platz in der Horrorhistorie sicherte und zur gefeierten Genre-Größe wurde. Vielleicht nicht ganz so groß wie Genre-Vetter Chucky, der es immerhin auf mehr Kino-Veröffentlichungen als der Kobold brachte, doch sein Stellenwert und Erfolg sei ihm nicht abgesprochen.

Stellt sich die Frage, ob Davis’ Reihe nur zu Unrecht generell gern übersehen wird. Trailer und Poster versprachen damals ähnliches wie „Chucky“: eine düstere Horrorgeschichte eines fiesen, finsteren Gollums mit Hut, der kichernd umher streift und die Fußstapfen anderer beliebter Serienkiller zu füllen versucht. Nachdem die erste Promo einen noch recht ernsten Film versprach, entpuppt sich die Fabel des unliebsamen Kobolds nach wenigen Minuten als fürchterlich matter Genremist. Miserable Regie von Mark Jones (der später eine Horrorfassung von "Rumpelstilzchen" verfilmen sollte) macht schon den ersten mit einer jungen Jennifer Aniston zu einem billigen, lahmen Rip-Off der späteren „Nightmare on Elm Street“ Filme, da der ganze Reiz des Geschehens daraus besteht über den Kobold und seine wilden Eskapaden zu lachen. Der Kobold mordet, in der Tat, das aber allseits albern mit Hüpfstab und gereimten, witzlosen Kapriolen, die niemals aufs Zwerchfell, dafür gehörig auf die Nieren schlagen.

Im Film verfolgt er seine Opfer per Dreirad, auf Rollschuhen, mit Kettcar und bekommt darüber hinaus sogar seinen eigenen „Leprechaun“ Mini-Formel 1 Wagen – was meistens cartoonhaft darin endet, dass er ausrutscht, schreit und mit Silhouettenabdruck in irgendeiner Kiste, Wand oder einem Mülleimer landet. Der Leprechaun tarnt Rasenmäher als nackte Frauen, hat ein Laserschwert, legt sich mit Transvestiten an und wird in einem Film von einem Lowrider zermatscht.

Nach dem Erfolg von FREDDY VS JASON fragten die Produzenten
die Macher von CHUCKY nach einem Versus, doch die lehnten ab.

Der brechreizgrüne Super-Chipmunk grinst sich damit durch alle sechs Filme, die allesamt zeitloser Vollschrott sind. Dass die ersten drei nicht ganz so schlecht ausfallen, lässt sich erst sagen, hat man die anderen, noch weitaus schlechteren hinter sich. Vor allem 4 tritt cineastisch mächtig in die Hacken, da es den Lep in Albert Pyunesque Sci-Fi Bauten steckt, gegen die selbst geldloser Müll wie „Transmorphers“ schaubar aussieht. „5“ mit „Dracula 3000“-Star Coolio (Trailer muss man gesehen haben) und Schauspielikone Ice-T sieht sich sogar als seriöses Halb-Drama an, das zum einen auf typisch schlechte „Leprechaun“-Shenanigans (Warwick Davis hat Homiez, Hoes, rappt und raucht Bong), zum anderen auf den Werdegang zweier talentloser Rapper, deren langweilige Auftritte x-mal gezeigt werden.

Will man etwas Positives sagen, lässt sich zugeben, dass Davis in allen Teilen sichtlich Spaß an der Sache hat, einen guten Job macht und seine Kostümierung in allen sechs Filmen überzeugt. Damit ist er auch der einzige dem Lob gebührt, denn von Regie über Schnitt, Drehbuch, Musik und anderen Darstellern ist Davis sechsmal mit talentlosem Mist umgeben.
 


Witzlos ist der Umgang mit serieneigener Kontinuität, die in allen Teilen stets ignoriert und neu definiert wird. Im fünften beispielsweise zeigen sie, wie der Kobold in den 70ern gefangen wird und erst 2005 aus seiner steinernen Erstarrung wieder aufwacht – die Teile 1-3 spielen zeitlich jedoch dazwischen. Der zweite zeigt, wie der Kobold vor 2000 Jahren per Trick in einem Baum eingesperrt und dann im Film daraus wieder befreit wird, obwohl er am Ende des Ersten, der davor spielt, in einem Brunnen gefangen wurde. Andere Leps? Nicht, denn 6 zeigt, dass er als einziger „Leprechaun“ auf Erden wandelt. Auch wandelt sich ständig, was der Leprechaun kann, will und wie man ihn besiegen kann.

Mal spricht er nur in Reimen, mal redet er normal, mal will er jeden töten, mal arbeitet er sogar mit Menschen zusammen. Mal kann ihn nur ein Kleeblatt töten, dann nur ein anderer Leprechaun (im dritten agiert er als Wer-Leprechaun), mal kann man sich mit seinem Gold alle Wünsche erfüllen, mal wird das Gold vernichtet und trotzdem hat er im nächsten Teil wieder welches – die Macher gaben demnach offensichtlich überhaupt nichts auf Story und Genauigkeit, was im Folge der schlechten Regie und grausigen Darsteller und unwitzigen, witzlosen Witze eh keinen Belang hat, aber dennoch. Es sind unlustige, schlecht gemachte Comedy-Filme, die blödsinnige, schwache Horrorelemente beinhalten und mindestens fünf Teile zu weit reichen. Der Hut sei gezogen vor Davis, der als benachteiligter Mensch viel für sich und andere erreichte, viel Geld damit verdienen konnte und selbst gegenüber Coolio Spaß hatte, doch einkostümiert gehört er als Filmfigur einkompostiert.

Fazit:
Wer in seinem Leben gesehen haben muss, wie ein kleiner Mann in einem irischen Koboldkostüm Leute in einem „Leprechaun“ Mini-Formel-1 Wagen jagt oder in einem anderen Film aus dem Penis eines Mannes wächst, dem sei die „Leprechaun“-Saga“ gegönnt und wärmstens ans Herz gelegt, alle anderen geben sich stattdessen einen der „Chuckys“ und sehen vom unschaubaren Schund ab.

1 / 10

Teil 1: 2/10
Teil 2: 2/10
Teil 3: 1.5/10
Teil 4: 0/10
Teil 5: 1/10
Teil 6: 0/10


Das Copyright der genannten Markennamen und genutzten Promotionsmaterialien
liegt bei den entsprechenden Besitzern. Texte und nicht-promotionalen Bilder
Copyright bereitsgesehen.de
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websiten verantwortlich.