Story:
Der erfolglose Comedian Paul (Mario Barth) und der Gerüstbauer Hotte (Paul
Panzer) sind seit über zwanzig Jahren beste Freunde, doch ihre Freundschaft wird
jäh auf die Probe gestellt, als Paul Privatgeschichten über Hotte und seine
strenge Freundin mit in sein Programm aufnimmt…
regie :
gernot toll
cast :
mario barth, paul panzer
kritik :
christian mester
____________________________________________________________________________
Kritik:
Mario Barths
Debütfilm ist wie Pommes ohne Mayo, Ketchup - und Pommes.
|

"Egal - die Leut werden et sich trotzdem
renziehen!"
|
|
Wenn ein Spielfilm schon von
Anfang an mit lustigen Outtakes vom Dreh beworben wird, darf man schon in etwa
erahnen, was das wohl zu bedeuten hat.
Zwei Sachen fallen direkt von Anfang an ins Auge: erstens, Mario Barths Figur
hat im Film keine Freundin und bekommt auch bis Abspann keine. Eine gewaltige
Überraschung, besteht der Gesamtinhalt all seiner Bühnenauftritte doch in der
Regel nur aus „Kennste, weßte, mene Freundin sacht imma“. Der Slang ist zwar da,
der Inhalt jedoch nicht. Wer also das beliebte Bühnenprogramm in Filmform
erwartet, wird regelrecht enttäuscht. Als "Get Rich or Die Tryin" damals in die
Kinos kam, waren alle der Meinung, dass 50 Cent als Schauspieler nichts taugen
würde, in den aus dem echten Leben gegriffenen Rapszenen aber wie gewohnt
hervorstach. In "Männersache" gibt es nun dementsprechend Stand-Up Comedyszenen
für den guten Mario, doch in diesen erzählt er jedes Mal nur platt Filmszenen
nach, die man kurz zuvor selbst gesehen hat (sein Im-Film-Programm funktioniert
nur, indem er von der Beziehung seines besten Freundes Hotte erzählt). Zumal
diese nicht mal besonders lustig sind und man sich fragt, wie er ausgerechnet
mit diesen lahmen Zoten zum Megastar werden soll.
Die zweite Überraschung ist ähnlich hart, denn für eine Komödie ist Männersache
wirklich ausgesprochen arm an Gags. Nicht wie bei Til Schweigers
>"1 ½ Ritter auf der
Suche nach der hinreißenden Herzelinde", in dem zwar unzählige Gags vorkamen
diese aber nie funktionierten; nein, es gibt einfach quantitativ gesehen kaum
Witze. Nun gibt es Sachen wie "Herr Lehmann" und "Vollidiot" mit Comedy-Stars
wie Pocher und Ulmen, die zur Abwechslung ernst sein wollen und dafür gute
Dialoge bieten, das gibt’s hier aber auch nicht zu finden. Gespräche über
kaputte Elternhäuser, Blutsbrüderschaft und Lebensträume sind so lieblos und
platt inszeniert, dass man sich als Publikum lieber mit kollektivem Gähnen
unterhält.
|

"Ik weß ja net, aber mit dei Freunin wär dat
viellecht lustgr, wat menste?"
|
|
Cameos von Uwe Ochsenknecht, Sido
und Jürgen Vogel sind annehmbar, sind aber kaum der Rede wert. Die meiste Zeit
über dreht sich die Handlung um Paul Panzer und Mario Barth, die ja für
gewöhnlich ein Heidengeld damit verdienen, andere Leute zum Lachen zu bringen,
es hier aber einfach nicht tun.
Da fragt man sich: wie konnte das passieren? Hat sich das niemand nach dem Dreh
angesehen? Mario hat zwar die ganze Zeit über sein typisch kumpelhaftes Grinsen
im Gesicht – und mal ehrlich, wer würde mit ihm kein Bier trinken gehen wollen -
erzählt aber durchweg nichts wirklich Lustiges. Radiomatador Panzer bekommt
sogar keinen einzigen lustigen Moment spendiert, da er die meiste Zeit über
deprimiert + betrunken spielen muss – wobei man sich echt fragen kann, ob er
nicht tatsächlich deprimiert + betrunken am Set war, um das ganze irgendwie
ertragen zu können. Spätestens wenn in der Geschichte dann noch ein schmieriger
Kitsch-Klischee Manager mit Gelfrisur auftaucht der Mario hintergehen will,
zieht es einen schon fast schreiend in den Nachbarsaal zu "Die wilden Kerle Part
32".
Um dem Ding noch die Krone aufzusetzen, sind die zwei bekannten Gesichter teils
auch noch Eddie Murphy-mäßig in weiteren Rollen zu sehen, als Mafiapate, als
alte Frau (wobei Barth gruseligerweise an "Texas Chainsaw Massacre 4: The Next
Generation erinnert"), als dusseliger Gerüstbauer und als Auftragskiller, wobei
Barth aber selbst für einen vierten "Erkan & Stefan" als Auftragskiller wohl
noch zu schlecht gewesen wäre. Diese eingestreuten Szenen sind insgesamt so
schlecht und amateurhaft, dass man sich eher "Norbit 2" antun würde. Es ist
unfassbar, dass Deutschlands Top-Comedian Nr. 1 (nach Verkaufszahlen) und
Guinessbuch-Rekordhalter Barth mit "Männersache" solch einen maroden und
staubtrockenen Film abliefert. Selbst Thomas Gottschalk und Mike Krüger haben
das vor Äonen mal halbwegs hinbekommen.
Schade, dabei hätte Mario nur sein eigenes Programm verfilmen müssen.
Fazit:
Allet wat de Marjo
Barth ma im Fernseen macht hat, ist bessa als dat hier, und sollte er ma bei „Ik
bin en Star, holt mich hier ras“ oder bei „Ras ausse Schulde“ mit Peter Zwegat
landen, dann wär auch dat unterhalsammer. Man muss san, dat get aners, Marjo,
sorry.
2
/ 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel
> Jetzt
zahlreiche
Leser-Meinungen
zum Film
lesen!
_____________________________________________________________________________
> Weiter
in den
BG
Kritiken
stöbern
>
Kritiken
zu
aktuellen
Deutschlandstarts
> Kritiken zu kommenden
Filmen
> Kritiken zu Drehbüchern
kommender
Filme
> Kritiken zu Videogames
zu
Filmreihen
> Kritiken zu Klassikern
und vieles mehr...
> Zur
offiziellen
bereitsgesehen.de
Hauptseite!
|