Story:
Weil sie von Gangstern gejagt werden, bleibt zwei befreundeten Musikern nichts
anderes übrig, als sich inmitten einer Band zu verstecken - das Problem? Es ist
eine reine Frauenband, also müssen sie sich verkleiden, was seine ganz eigenen
Probleme mit sich bringt....
regie :
billy wilder
cast :
jack lemmon, tony curtis, marilyn monroe
kritik :
christian westhus
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Kritik:
Die perfekte Komödie. Billy Wilders
legendären Kultfilm „Some like it hot“ kann man auch nach mittlerweile 50 Jahren
noch vollends genießen, weil er im besten Sinne ‚altmodisch’, aber keineswegs
‚veraltet’ ist. Es ist die perfekte Komödie, weil hier Gags, Handlung, Figuren
und filmische Umsetzung eine einzigartig hochwertige Gesamtwirkung erzielen. Die
abstruse, aber leichtfüßige und wendungsreiche Story verhält sich zunächst fast
realistisch, setzt die Mafia recht ernst ins Bild und schlägt mit einem
nachvollziehbaren Figurenursprung Funken, die ein wahres Feuerwerk auslösen.
Der ewig sympathische Jack Lemmon und ein wunderbar aufgelegter Tony Curtis sind
mit einer überbordenden Spielfreude dabei, die jeden Hauch von Skepsis einfach
wegbläst. Mit ihnen stürzt man sich Hals über Kopf in schrille Verstrickungen,
die natürlich konstruiert sind, aber durch Billy Wilders meisterliche Hand,
durch die Darsteller, durch ein erstklassiges Drehbuch und eine tolle visuelle
Umsetzung nur zu gerne akzeptiert werden.
Schon bei der Zugfahrt bleibt unter Garantie kein Auge trocken. Auch wenn Humor
immer ein höchst subjektives Geschäft ist und Geschlechtertausch – der auch
damals keine grundlegend neue Filmidee war - gerne mit Klischees zusammenhängt,
so muss man einfach gesehen haben, wie die äußerlich braven Musikantinnen im
Zugabteil zwischen Fluren, Toiletten und Hochbetten eine alkoholgetränkte Fete
schmeißen, mit den beiden verkleideten Jungs mittendrin. Das hat Tempo, sprüht
vor Ideen und bietet bisweilen schlüpfrigen Wortwitz und natürlich herrlichen
Slapstick. Ja sogar die deutsche Synchrofassung überzeugt.
Das Geniale ist, dass der Film diesen Level halten kann und dennoch eine
grandiose Geschichte erzählt und die Figuren ernst nimmt. Die
Liebesverstrickungen mit Daphne, Josephine, Sugar und Millionär Osgood kreieren
ein herrliches Chaos aus Charaden, Lügen und Täuschungen. Als dann auch noch die
Mafia im Hotel erscheint, ist das Chaos komplett. Die Gagdichte ist enorm und
die meisten zünden auch heute noch und ansonsten reißt das Spiel der
Hauptdarsteller und die Handlung schon genug mit.
Und in all dem Trouble, unter all den Gags und Slapstickszenen, versteckt sich
klar und clever eine vielschichtige Geschichte, die klug mit Geschlechter- und
Rollenklischees umgeht, die fein seziert, wie Mann und Frau in der Gesellschaft
zueinander stehen und wie verkompliziert dieses Zusammenleben doch manchmal
gemacht wird, wo es doch so einfach sein kann. Auch wenn 50 Jahre vergangen
sind; wie Curtis der Monroe als vermeintlicher Millionär erklärt, er könne keine
echten Gefühle aufbringen, nur um sie ‚näher kennen zu lernen’, ist noch heute
ebenso spaßig wie hintersinnig und der geniale, augenzwinkernde Abschlussdialog
bringt mehr über die Figuren, über Männer und Frauen auf den Punkt, als manch
ernsthafter Film. Und „Some like it hot“ ist eine Komödie und daher die perfekte
Komödie.
Fazit:
Witze ohne Ende, wortgewandte und pointierte Dialoge, schriller Slapstick und
glänzend aufgelegte Darsteller in einer cleveren, sich mehrfach überschlagenden
Story um Täuschung, Liebe und Geschlechter. Inszeniert von einem der größten
Meister des Kinos.
10
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