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Kritik:
The Messengers


von Christian Mester
BG Chefredakteur, schrieb für Gamestar und Gameswelt, war Projektleiter für Kinofilm-Marketing, hat offensichtlich längst zu viele, aber noch immer viel zu wenige Filme gesehen...

The Messengers (2007)
Regie: The Pang Brothers
Cast: Kristen Stewart, Dylan McDermott

Story:
Familie Solomon zieht von der Großstadt in ein altes Landhaus, wo sie sich ein friedlicheres Zusammensein und mehr Ruhe wünschen. Die währt allerdings nicht lange, denn die Tochter der Familie hat alsbald düstere Visionen von unheimlichen Gestalten, die scheinbar noch immer in dem alten Haus herumspuken....

Kritik:
Ganz ehrlich: es gibt nichts schlimmeres, als wenn ein Film langweilig ist. Ein Film kann mitunter schlecht gespielt sein, eine schwache Story haben, schlechte Effekte haben, idiotisch sein, keinen Sinn machen, unpassende Musik haben oder wie Domino Augenschmerzen bereiten - trotzdem kann er unterhaltsam sein.

The Messengers schafft es leider, durchweg von vorn bis hinten konsequent langweilig zu sein. Mit einem tristen, wortkargen Drehbuch, gewaltigen Logiklöchern, flacher Story, einer elendig langsamen Kameraarbeit, ideenlosen Schauspielern und keinerlei Überraschungen zieht sich der neue Film der Pang Brüder äußerst zäh bis zur überraschenden 85 Minuten Marke, wobei man eher das Gefühl hat, der Film gehe 4 Stunden und nicht knapp mehr als eine.

Dass das asiatische Geisterkinder-Konzept eigentlich noch immer funktionieren kann, bewies im letzten Jahr noch die US-Fassung von The Grudge 2; die Messengers machen es aber eher dem Remake von Pulse nach, der ebenfalls ein völliger Reinfall war.

Das größte Problem eines Films wie diesen ist der Kern der Story, in dem eine Familie von unheimlichen Gestalten heimgesucht wird. So etwas kann grundsätzlich nur funktionieren, wenn die Figuren sympathisch sind und man sich für ihre Geschichten interessiert. Die Familie Solomon allerdings ist so kleinkariert und öde, das man händeringend auf die Uhr schaut und sich darüber ärgern kann, das aktuelle Fernsehprogramm zu verpassen. Selbst in Dokumentationen über Rasenwachstum findet sich mehr Spannung, Charakter und Persönlichkeit als in diesem taubstummen Clown ohne Verkleidung.

Besonders Dylan McDermott als Familienoberhaupt enttäuscht, der selbst in unguckbarem Schrott wie Mark 13: Hardware oder Edison Force um Welten besser war. Gerade zu albern ist auch John Corbett (aus der alten Serie The Visitor) als bärtiger Hillbilly, der um das Haus herumschleicht und vergeblich versucht, Stephen Dorff in Cold Creek Manor nachzumachen.

Die wenigen Schocks sind dermaßen plump und vorsehbar inszeniert, das man sich wirklich nur erschrecken oder fürchten könnte, wenn man in seinem ganzen Leben noch keinen Film gesehen hat und meint, die kommen gleich aus der Leinwand. Was hier dringend benötigt würde, wären die Ghostbusters. Die würden nämlich Charme, Witz, Spannung mitbringen und die Langeweile aus diesem Machwerk wegphotonisieren.

Den einen Punkt, den der Film in diesem Fall bekommt, gebürt der Optik. Man übersieht es leicht, aber die Pang Brüder haben es zumindest geschafft, ein paar schöne Panoramabilder der amerikanischen Felder einzubringen. Für die allerdings braucht man sich keinen Film anschauen.

Fazit:
The Messengers ist wirklich nicht zu empfehlen. Wer unbedingt guten Asiahorror sehen will, sollte sich The Grudge 1+2, The Eye 1+2, Kairo, Shutter und The Ring anschauen und beten, dass das Remake von The Eye besser wird als das hier.

1,5 / 10
9-10 - Pflichtfilm, sollte man gesehen haben
7-8 - wirklich interessant oder echt unterhaltsam
5-6 - solide, durchschnittliche Unterhaltung
3-4 - immerhin zum Teil noch annehmbar
2-0 - was ist denn da passiert?

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