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Film Kritik
 
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Kritik: Miami Vice

Story:
Sie sind die erfolgreichsten Cops von Miami. Ein unschlagbar gutes Team das durch dick und dünn geht. Keine Mission ist ihnen zu gefährlich, kein Auftrag scheint unmöglich. Die Rede ist natürlich von Sonny Crockett (Colin Farrell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) die zusammen auf Verbrecherjagd im idyllischen Miami gehen.

Doch als sie eines Tages den Auftrag bekommen sich als Undercover-Agenten in einen Waffen- u. Drogenschieberring einzuschleusen stehen sie vor ihrer bis dato größten Herausforderung. Wie weit kann man gehen? Wie tief in den Sumpf aus Verbrechen und Korruption eintauchen?

regie :
michael mann
cast  : collin farrell, jamie foxx, li gong
kritik : frederic garz
 

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Vorwort:
Michael Mann. Für diesen Mann bedarf es in der Regel keiner Vorstellung. Und falls ihn doch jemand nicht kennen sollte, ihm haben wir den 1995 erschienenen Top-Thriller "Heat" zu verdanken, indem er die Hollywood-Legenden Al Pacino und Robert De Niro gegeneinander auflaufen lies. Ein extrem spannender Thriller der überwiegend Nachts spielte und vor allem auf die Leistung der Schauspieler setzte.

Diesem Genre blieb Mann treu und lies mit "Collateral" im Jahre 2004 den nächsten Thriller, der in nur einer Nacht spielte, folgen. Dieses Mal gaben sich Superstar Tom Cruise und Newcomer Jamie Foxx die Ehre. Bereits hier waren Mann's Markenzeichen zu erkennen. Mit kleinen HD-Kameras wurden teils verwackelte, teils unscharfe Bilder mit einem leicht verfälschten Bild und extremer Farbgebung kombiniert.

Das Resultat war ebenfalls ein spannender Thriller der den jetzigen Oscar-Preisträger Jamie Fox über Nacht zu einem sehr gefragten Schauspieler machte. Foxx, der als Rapper seine Karriere begann und mit der Biographie "Ray" einen Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt, durfte nun mit der Verfilmung der gleichnamigen Kultserie "Miami Vice" erneut für Michael Mann vor der Kamera stehen.

An seine Seite gesellte sich Hollywood-Schönling Colin Farrell der zuletzt mit Stone's "Alexander" herbe Kritik hinnehmen musste. Regisseur Mann, der an der 80er Jahre Serie als Ausführender Produzent beteiligt war, hatte aufgrund seiner vorigen Werke mit "Miami Vice" hohe Erwartungen zu erfüllen, denn die Action-Hoffnung für den Sommer 2006 lag ganz allein in seinen Händen.

Kritik:
Miami Vice. Das waren idyllische Sandstrände, hübsche Frauen, schnelle Nobelkarossen, Hochgeschwindigkeitsboote und Helikopter. Inmitten dessen waren die Cops Crockett und Tubbs steht's als geniales Gespann im Einsatz. Optisch mit tollem Outfit und perfekter Ausstrahlung stimmte steht's die Chemie zwischen den beiden charmanten Miami- Cops. Leider gelingt Regisseur Michael Mann nur bedingt die Spielfilm-Adaption der gleichnamigen Kultserie und dies hat mehrere Gründe.

Doch kommen wir zu Beginn erst einmal zu den positiven Aspekten von "Miami Vice", der im Voraus als die Action-Hoffnung des Kinosommers 2006 galt. Die Optik und die Atmosphäre der Serie wurden perfekt übernommen und bilden somit ein wunderschönes Gewand für ein eher als simpel zu bezeichnendes Gerüst. Der Einsatz der Mann-typischen HD-Hand-Kameras fängt die optisch wunderschönen und stilistischen Aufnahmen von Miami in einer einzigartigen Pracht ein.

In den temporeicheren Szenen wirkt der etwas verwackelte Einsatz ebenso akkurat wie die dezente Unschärfe in ruhigen Szenen. Dieses Spiel mit dem gezielten Einsatz von verschiedenen Blickwinkeln und die größere Anzahl an Möglichkeiten durch die Handlichkeit der Kameras war bereits in "Collateral" zu sehen. Man scheint näher und realistischer am Geschehen teilhaben zu können.

Da auch dieser Mann- Film oft bei Dunkelheit spielt fehlt es ihm ebenso wenig an düsteren oder kalten Szenen, Sequenzen die die die unschöne, brutale und grausame Seite der Polizei-Einsätze zeigen. Leicht verfremdete Farben und großartige Kamerafahrten schließen die perfekte Optik des Filmes ab.

Leider verschenkt der Film trotz einer unglaublich tollen Optik und einer starken Atmosphäre viele Pluspunkte in Sachen Action und Spannung. Das Fehlen der Spannung ist zum einen an der eher mangelhaften Story festzumachen, zum anderen an der überraschenderweise eher durchschnittlichen Inszenierung von Michael Mann. Sowohl die typische Undercover-Geschichte hat man in X Filmen besser gesehen, des weiteren mag die Chemie der beiden Protagonisten nicht so recht zünden.

Zwei Cops die undercover immer tiefer in den Sumpf des Verbrechens tauchen. Treten in anderen Filmen dieser Art im laufe des Filmes Zweifel auf ob sie überlaufen, alles hinschmeißen oder ihre Freundschaft in die Brüche geht, ist das einzige was Regisseur Mann bei der Inszenierung interessierte nur der Fakt, ob seine beiden Hauptdarsteller den Plot überleben oder nicht. Zweifel an ihrer Charakterstärke hegt der Zuschauer kaum.

Während einer Verhandlung mit den Drogenbossen oder einer Befreiungsaktion keimt kurz einmal ein Funken von Spannung auf, der dann aber meist in den zu vielen ruhigen Szenen wieder erlischt. Zu viele ruhige Beziehungsszenen zwischen Crockett und Isabella, die zwar hübsch und ansprechend in Szenen gesetzt wurden, dem Film aber viel Wind aus den Segeln nehmen.

Farrell spielt seinen Macho-Charakter der wie wild jede Frau anbaggert und eher als action-geil einzustufen ist zwar ordentlich, aber keinesfalls perfekt. Jamie Foxx, der eher ruhigere aber trotzdem coole und gewiefte Cop, weiß da mehr zu gefallen. Leider fehlt zwischen ihnen die Chemie der Serien -Cops, die die Serie zum Kult-Status verhalf. Zwischen ihnen beiden kommt es zu selten mal zu Auseinandersetzungen oder ähnlichen Aktionen wie in der Serie.

Doch kommen wir zum Schluss zum größten und wichtigsten Negativpunkt dieser mittelprächtigen Spielfilm-Adaption. Wo ist denn die Action, mag sich manch einer verwundert fragen. Festzustellen bleibt, trotz vieler Möglichkeiten mit Hubschraubern, schnellen Autos, Booten und genügend Schusswaffen bleibt es sehr ruhig in Miami. Keine groß angelegten Verfolgungsjagden wie in Michael Bay's Miami-Streifen "Bad Boys 2", nein, nicht einmal "Leathal Weapon" Buddy-Cop Action wird einem bei Mann's Miami Vice geboten.

So viele Möglichkeiten für ordentlich Popcorn Action im großen Stil, so viel Potential für groß angelegte Feuergefechte oder Verfolgungsjagden in der Luft, auf See oder an Land. Nichts nutzte man, abgesehen von der sehr schön inszenierten Schießerei am Ende des Filmes, die schon wieder so genial in Szenen gesetzt wurde, dass man wirklich bodenlos enttäuscht ist, dass es nur so wenig davon gibt. Auch der gut abgemischte Musik-Score und vor allem der grandiose Tonschnitt in den wenigen Actionszenen können dem misslungenen Mann- Streifen nicht mehr helfen.

Fazit:

"Miami Vice" ist ein absolut durchschnittlicher Thriller. Kaum Action, nur wenig Spannung und ein Duo das nie die Chemie der Serie ereicht. Die Story bietet kaum Überraschendes, sodass nur die pickfeine Optik, die großartige Atmosphäre sowie der unglaublich geschickte Kameraeinsatz von Michael Mann Höhepunkte des Films darstellen. Erwartungen wurden nur im Ansatz erfüllt, Potential wurde an allen Ecken und Enden verschwendet.


05
/ 10

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