Story:
Fotograf Leon Kauffman steht
kurz vor dem künstlerischen Durchbruch. Die berühmte Galeristin Susan Hoff hat
seine Arbeiten begutachtet und wünscht eine Serie von Großstadtsujets. Morbide
sollen die Motive sein, die hässlichste, abartigste Seite des urbanen Dschungels
zeigen. Also beginnt Leon auf der Suche nach dem perfekten Bild und zum
Entsetzen seiner besorgten Freundin des Nachts die Unterwelt zu durchstreifen.
Bald stechen ihm zwei furchtbare Zusammenhänge ins Auge: Menschen, die
er
fotografiert hat, werden anderntags als vermisst oder tot gemeldet und er
trifft auf den möglichen Mörder...
regie :
ryuhei kitamura
cast :
vinnie jones, bradley cooper
kritik :
tobias hohmann
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Kritik:
„Midnight Meat
Train“ hat einen eindrucksvollen Vinnie Jones, eine kalte, durchgestylte Optik
und viel Blut zu bieten – mehr aber auch nicht.
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"Verschwinde. Der Midnight Tofu Train ist da
drüben, Junge."
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Der Film basiert auf der
gleichnamigen Kurzgeschichte von Clive Barker, der auch schon „Hellraiser“ und
„Candyman“ auf die Zuschauer losgelassen hat und richtet sich ohne Zweifel eher
an Fans der härteren Horrorkost. Gesehen wurde er vorab auf dem Fantasy Filmfest
2008 in Dortmund.
„Midnight Meat Train“ ist sicherlich nichts für zarte Gemüter, weist er doch
einige recht derbe Splatterszenen auf, die durchgehend sehr originell und
gelungen sind. Bei der einen oder anderen Gewaltszene ist gar eine übertriebene
Comicästhetik auszumachen, die den Film optisch wohltuend aufwertet und hin und
wieder Erinnerungen an Kitamuras kleine Klassiker „Versus“, „Alive“ und „Azumi“
aufkommen lässt.
Vinnie Jones ist die Rolle des Butchers wahrlich auf den Leib geschrieben
worden, denn einen anderen Darsteller kann man sich nach dem Film gar nicht mehr
vorstellen. Emotionslos, bedrohlich und kontrolliert wie ein Roboter stapft er
einer Naturgewalt gleich durch das Szenario und spricht dabei kein einziges
Wort. Auch seine Gegenspieler Bradley Cooper, der bislang eher auf harmlose
Komödien abonniert war und Leslie Bibb, die weitaus mehr als nur ein Eye candy
ist, überzeugen überwiegend – werden aber trotzdem vom charismatischen Jones an
die Wand gedrängt.
Die Optik ist kühl und durchgestylt, gerade die Szenen in der U-Bahn überzeugen
völlig. Die Bahn wirkt eher wie ein Operationsraum, man sieht fast nur Metall,
farbliche Akzente überhaupt nicht. Diese Optik wirkt sich auch auf die
Atmosphäre aus, bei der man nur zu Beginn noch Unterschiede zwischen der Welt
„oben“ und „unten“ erkennen kann. Je länger der Film läuft, umso mehr nähern
sich auch – parallel zur Hauptfigur - optisch diese beiden Bereiche an.
Wenn die U-Bahn immer tiefer in das labyrinthartige Höhlensystem des
Schienennetzes fährt, hat man als Zuschauer das Gefühl, das es direkt in
die Hölle geht – im Finale wird das dann auf die Spitze getrieben. Auch an
„Hellraiser“ wird der eine oder andere denken, wenn im finalen Schlusskampf
die altbekannten Ketten von der Decke baumeln. Handwerklich alles sehr gut
gemacht und atmosphärisch überwiegend dicht. Das war es dann aber auch.
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Leon war weder Profi, noch hatte er was mit den
Kennedys zu tun.
Er hatte als Kind nicht einmal Thundercats gesehen, und das macht sich nicht gut
in der Lebensprognose.
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„Midnight Meat Train“ hat so
einige Probleme, und fast alle haben ihren Ursprung in der recht lieblos
erzählten Story. Zum einen wird einem eine Geschichte voller Logiklücken
präsentiert, über die man auch beim besten Willen nicht hinweg sehen kann, und
zum anderen wirkt diese wenig straff durchdacht. Man nimmt zahlreiche Storyfäden
in die Hand, erzählt sie aber nicht zu Ende und verbindet sie zu einer
allenfalls annehmbaren Geschichte. Es wirkt fast so, als habe man nicht gewusst,
was man hier eigentlich genau erzählen will.
Viele offene Fragen werden nicht beantwortet, manches nur kurz und oberflächlich
abgehakt, einige Storyansätze werden dann gar nicht weiter behandelt. Das geht
auch und besonders auf Kosten der Spannung. Einzelne Szenen sind wirklich
gelungen, spannend inszeniert und mit originellen Kamerafahrten untermalt,
insgesamt jedoch entsteht zuviel Leerlauf und demzufolge hängt „Train“ des
öfteren durch. Es wäre eindeutig besser gewesen, auf das eine oder andere
Storyelement zu verzichten und sich einfach auf eine stringent erzählte
Storylinie zu konzentrieren.
Auch die Motivation der einzelnen Figuren bleibt teilweise nicht
nachvollziehbar, was dann wiederum auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht.
Der eigentliche Schluss des Films ist dann auch noch sehr vorhersehbar geraten
und etwa ab der Mitte des Films ersichtlich – und auch hier hapert es dann
wieder mit der Motivation und der Logik..
Fazit:
„Midnight Meat Train“
hat sehr viele Asse auf der Hand, spielt sie aber nicht aus. Man opfert den
recht guten Cast und die gelungene Optik für eine hanebüchene Geschichte ohne
Hand und Fuß, die auf der anderen Seite jedoch mit sehr gelungenen
Splatterszenen ausstaffiert wird. Das ist dann leider insgesamt zu wenig, um
wirklich deutlich über den Durchschnitt zu kommen. Schade, sehr schade.
5,5 / 10
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