Story:
Ben Carson muss den
Polizeidienst quittieren und in einem verfallenen New Yorker Kaufhaus als
Nachtwächter arbeiten. Auf seinen Rundgängen durch die finsteren Hallen und
Gänge reflektieren gewaltige Zierspiegel düstere Bilder der Vergangenheit.
Sind die geisterhaften Erscheinungen nur Hirngespinste? Schon bald sieht sich
Carson einer teuflischen Macht gegenüber, die über Spiegel in unsere Welt tritt
und das Leben seiner Frau und Kinder bedroht. Carson muss sich dem schaurigen
Geheimnis hinter den Spiegeln stellen, die Wahrheit wird ihn
bis ins Mark erschüttern...
regie :
alexandre aja
cast :
kiefer sutherland, amy smart
kritik :
tobias hohmann
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Kritik:
“Mirrors” ist
nicht mehr als ein weiteres, austauschbares Asia-Remake, das einzig durch Ajas
visuelle Kreativität und Sutherlands Präsenz aufgewertet wird.
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Was Jack Bauer auch versuchte, der Spiegel
entgegnete ihm
einfach jedes Mal lachend mit "Spiegel!".
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Nachdem Alexandre Aja mit seinem
Regieerstling „High Tension“ – trotz des schwachen Endes - wie aus dem Nichts
für Aufsehen sorgte, folgte er recht schnell den Rufen aus Hollywood. Er
inszenierte das Remake zum Wes Craven Klassiker „The Hills have Eyes“, das gutes
Einspiel vorweisen konnte, aber auch Fans und Kritiker überwiegend
zufriedenstellte.
„Mirrors“ wiederum ist ein Remake des südkoreanischen Films „Into the Mirror“
(Geoul sokeuro) aus dem Jahre 2003. Nachdem man nun „Mirrors“ gesehen hat und
weiß, das sein nächster Streifen ein Remake des Joe Dante Films „Piranha“ ist,
kann man nur zu einem Schluss kommen: Aja entwickelt sich zu einem
uninspirierten Resteverwerter, der auf hohem visuellen Niveau bekannte
Genrezutaten und Vorbilder miteinander vermischt, aber keinen eigenen Stil,
keine eigene Note hat. „Mirrors“ ist da ein klarer Rückschritt zu „The Hills
have Eyes“.
Allerdings muss man dem Regisseur und seinem Stamm Co-Autoren Gregory Levasseur
eines zu Gute halten: langweilig ist ihr neuester Streich sicher nicht, dafür
ist die Regie zu straff, das Tempo zu hoch und die Schauwerte zu groß.
Besonders in der ersten Hälfte des Films gelingt es Aja trotz des recht hohen
Erzähltempos eine dichte, düstere Atmosphäre aufzubauen. Wenn seine Hauptfigur
mit der Taschenlampe als einzige Lichtquelle durch das riesige Kaufhaus tappt,
werden automatisch Erinnerungen an Genrekollegen wie „Silent Hill“ wach. Das ist
gut gemacht, visuell durch einige ausgefallene Kamera-perspektiven hervorragend
eingefangen und stimmig. Auch Soundeffekte werden hier sehr gekonnt eingesetzt,
der Score von Javier Navarrate – der bereits für „Pans Labyrinth eine tolle
Musik schrieb – tut dann sein übriges. Die Grusel- bzw. Schockmomente werden
dabei jedes Mal gesteigert, reduzieren sich bei fortschreitender Spieldauer aber
auf blanke BUH Effekte – aber nun gut, eine Geisterbahn kann ja auch Spaß
machen, so lange die Schockmomente gut gesetzt sind, und das sind sie.
Warum man jedoch unbedingt wieder auf unnötige CGI Effekte zurückgreifen musste
– noch dazu auf recht durchwachsene – wird nicht recht klar und ist auch eher
hinderlich als hilfreich. Bereits hier fällt auf, das „Mirrors“ nichts, aber
auch wirklich gar nichts Neues bietet – es wird in der ersten Hälfte nur besser
verpackt, als in der zweiten.
Wirklich sensationell und beeindruckend ist dagegen das Kaufhaus-Set. Während
ein Großteil der übrigen Dreharbeiten nach Los Angeles verlagert wurde, drehte
man diese Sequenzen in Bukarest. Mitte der 80er wurde von Nicolae Ceausescu der
Mammutbau für die Akademie der Wissenschaften auf den Weg gebracht. Nach seinem
Tod 1989 blieb der riesige Bau unvollendet – genau der richtige Drehort für
„Mirrors“. Aja nutzt diese perfekte Umgebung voll aus, spielt raffiniert mit
Licht, Schatten und Reflexion und kann seine visuelle Kraft und Kreativität voll
entfalten.
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"Ja, ich weiß. Hätte ich mal Lost Boys 2
genommen."
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Nach der ersten, recht
überzeugenden Hälfte driftet das Remake ab.
Zu uneinheitlich und zu grob gestrickt ist das Drehbuch. Die Geschichte folgt
keiner inneren Logik, wird gänzlich substanzlos und ist – je länger der Film
läuft – völlig inkonsequent. Aja und Levasseur wussten scheinbar selbst nicht
was sie wollten: Grusel, Splatter, handfester Horrorthriller mit Actionelementen
… ? So wankt der Film inhaltlich unentschlossen hin und her, wird vorhersehbar,
austauschbar und plakativ. Wer sich einen knüppelharten Film im Stile Ajas
bisheriger Werke erhofft, dürfte enttäuscht sein, da „Mirrors“ überwiegend eher
ein sachter Grusler ist.
Umso mehr wirken die zwei, drei härteren Splatterszenen überfrachtet und
unnötig. Selbiges gilt für das fast schon peinlich platte Over the Top-Finale,
das ohne Not zu einer überflüssigen Keilerei verkommt. In dieser Phase
(über)lebt der Film nur durch Kiefer Sutherlands Charisma und das hohe Tempo,
das einen fast gar nicht zum nachdenken kommen lässt – was bei den Logiklücken
leider nicht durchgehend gelingt. Sutherland mag hier nicht die beste Leistung
seines Lebens abliefern, überzeugt aber durchweg und überspielt mit seiner
Präsenz auch überwiegend die Klischees seiner Rolle. Leider zieht sich dieses
Figurenproblem durch das ganze Szenario, da hat man den Standardbaukasten für
Horrrorfilmcharaktere ganz weit geöffnet. Das Ende hingegen ist jedoch dann
wieder recht gelungen – für Genrefans zwar vorhersehbar, aber trotzdem gelungen.
Alle diese negativen Punkte verhindern jedoch nicht, das „Mirrors“ ein
oberflächlich gelungener Popcornschocker ist, der wirklich toll aussieht – was
man bei einem Budget von ~ 35 Mio. Dollar aber auch erwarten kann – und ein
recht hohes Tempo geht. Mehr sollte man nicht erwarten und mehr bekommt man auch
nicht. Immerhin ist er besser als das recht lahme Original.
Schade, da war mehr drin.
Fazit:
„Mirrors“ ist nicht
der erhoffte Kracher, aber auch nicht der befürchtete Flop. Ajas zweiter
Hollywood Film bietet nichts neues, ist austauschbar und schadet sich durch ein
schwaches, uninspiriertes Drehbuch selbst. Auf der anderen Seite ist er zu
temporeich und zu straff inszeniert, als der er wirklich den Bach runter geht
und hat zudem auch noch Sutherland in der Hinterhand.
Bei den Voraussetzungen trotzdem eher enttäuschend.
6,5 / 10
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