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Kritik: Die Chroniken von Narnia - Der König von Narnia
150 Mio $ Verfilmung des Lewis Romans.

Die Chroniken von Narnia
cast.
  anna popplewell, tilda swinton
regie. andrew adamson
kritik. christian mester

Vorwort:
Die Geschichte des Films ist schnell erzählt: Zur Zeit des zweiten Weltkriegs
in England schickt eine Mutter ihre vier Kinder zu einem außergewöhnlichen Verwandten aufs Land. Geärgert von der strengen Haushälterin, finden sie dort durch Zufall einen magischen Wandschrank - ein Portal in die Fantasywelt Narnia.

Dort angekommen, erfahren sie von einer langjährigen Prophezeiung, nach der vier Geschwister kommen und das Land von einer bösen Eishexe befreien würden... und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.
 

Kritik:
Der König von Narnia hätte nach Herr der Ringe wirklich die nächste große Fantasyreihe werden können, doch leider ist Adamsons Verfilmung in jeder Beziehung nur zweifelhaft gelungen.

Es fängt schon damit an, dass es viel zu lange dauert, bis sie überhaupt in der Welt von Narnia landen. Nach einem recht netten Einstieg über den Angriff auf England gibt es zunächst über 20 Minuten unnötiges Geplänkel, indem die Reise nach Narnia nur unnötig aufgeschoben wird.

Dann endlich angekommen, entfaltet sich eine spannungsarme und actionlose Erzählung, in der lediglich die animierten Tiere zu begeistern wissen. Die vier jungen Darsteller der Pevensie Geschwister sind allesamt ein Reinfall; keiner von ihnen erscheint sympathisch, interessant oder vermag es den Zuschauer zu bewegen.

Man merkt, das Adamson den Zuschauer zwanghaft in die Lage der kleinen Lucy versetzen lassen wollte, die laufend mit ihren großen Kulleraugen über
die Wunder von Narnia staunt; ihre ausdruckslose große Schwester wechselt ständig zwischen überzogener Vernunft und Besserwisserei, während ihr Bruder Peter, der neue glorreiche König, soviel Charisma wie eine Dose Thunfisch ausstrahlt. Edmund, der letzte im Bunde, verfällt als Dummbatz des Tages den Fängen der Eishexe und gibt dem Begriff Vorhersehbarkeit gleich einen ganz neuen Dreh.

Tilda Swinton agiert als Antagonistin viel zu zurückhaltend, und kann zum größten Teil auch nicht überzeugen. Ihr Spiel ist teilweise so schwach, das
man sie sich ohne all die Spezialeffekte auch in einer Kasperle-Show vorstellen könnte. Man hat bei ihrer Darbietung das Gefühl, das sie sich zu sehr auf die Arbeit der Special FX Leute stützt, doch trotz der 150 Millionen Dollar Budget kann Narnia auch in dieser Abteilung nicht überzeugen.

Es schockiert, wenn man sieht, dass ihr berüchtigtes Schloss aus Eis nach Plastik und Wellpappe aussieht; und auch überhaupt fällt einem schnell auf,
das ihr gläsernes Schloss das einzige fantasievolle Gelände in der ganzen Welt Narnias zu sein scheint. Wer sich Orte wie das düstere Mordor, das traumhafte Lothlorien oder gar die Zauberschule von Hogwarts erwartet, wird stark enttäuscht sein - denn wie es aussieht, besteht das meiste in Narnia nur aus typischer, langweiliger Natur.

Die Story an sich ist langatmig, und fast völlig frei von Actionelementen. Erst ganz zum Schluss kommt es zu der groß umworbenen Schlacht... die Fans aber keineswegs zufrieden stellen kann. Der Kampf gegen die Armee der Hexe ist überaus kurz, vollkommen unblutig und es wird nicht ein einziger Zweikampf näher gezeigt.

Unter dem Strich finden sich auch noch gewisse kleinere Untertöne, die nicht besonders positiv in das Gesamtgeschehen passen. Kinder werden gezwungen, mutig in den Krieg zu ziehen; ein kleines Mädchen lässt sich von einem älteren Mann mit Süßigkeiten weglocken, und Geschwister sollten nicht unbedingt zu König und Königin gekrönt werden.. aber dazu nicht mehr.

Narnia hatte viel Potential, aber wer mit so viel Geld so viel falsch macht, der war mitunter vielleicht die falsche Besetzung in der Regie.

 

Wertung: 3.5 | 10

 
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