Story:
Einige Zeit ist vergangen, seit Susan, Lucy, Peter und Edward Pevensie in den
Gefilden von Narnia hausten. Sie lebten damals bis ins hohe Alter als Adelige,
bevor sie als Kinder wieder in die Welt der Menschen zurückkehren mussten.
Prinz Kaspian von Narnia ersucht nun ihre Hilfe, denn seit ihrer Abwesenheit
haben Kriege und Hass das Land geteilt. Kaspians Onkel Miraz will die letzten
Narnier auslöschen, doch die Pevensies stellen sich ihm in den Weg...
regie :
andrew adamson
cast :
anna popplewell, ben barnes
kritik :
christian mester
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Kritik:
Der neue Teil der
Narnia-Saga macht netterweise vieles besser als sein recht enttäuschender
Vorgänger.
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"Garfield?"
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"Die Chroniken von Narnia: Der
König von Narnia" kam vor drei Jahren mit viel Tamtam ins Kino und wollte
vieles: er wollte genau so gut sein wie Herr der Ringe und den Weg für insgesamt
6 Fortsetzungen ebnen. Zwar spielte er dank interessanter Trailer eine Menge
Geld ein, doch letztendlich waren viele der Besucher enttäuscht. Zurecht, denn
Narnia hatte damals viele Schwächen.
Worüber man zweifellos nicht streiten kann, ist die grandiose Optik des zweiten
Films von Andrew Adamson. Hatte der erste noch teils ungenaue Effekte und recht
langweilige Sets, so ist den Machern mit dem zweiten Streich einer der schönsten
Filme des Jahres gelungen. Sieht man mal von den umwerfenden Sets und schönen
Drehlandschaften Neuseelands ab, so haben die Gestalter der Burgen, Ruinen und
Wälder Narnias allesamt Hochachtung verdient. Ebenfalls überraschend ist die
Qualität der animierten Tiere und Fabelwesen,
bei denen man oft rätselt, ob es noch CGI oder schon Kostümarbeit ist. Ob
Minotauren, Zentauren, Ziegenmenschen, Wasserelementare, sprechende Dachse und
Mäuse - durchweg sind die fantastischen Elemente der Story erstklassig
umgesetzt. Harry Gregson-Williams' Score ist ebenfalls gut, hält sich jedoch
meistens zurück, um den Film mit ruhigeren und angenehmen Tönen zu begleiten.
Mit so einer guten Grundlage kann man eigentlich in Sachen Fantasy nicht mehr
viel falsch machen... oder?
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Barnes staunte nicht schlecht, als Adamson aus
Kostengründen
echte Minotauren mitspielen ließ.
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Falsch gedacht, denn an einer
Stelle harpert es mal wieder gewaltig: die Hauptdarsteller. Dieses Mal ergänzt
um Ben Barnes (mit schrecklicher dt. Synchronstimme) und Zwerg Peter Dinklage,
können die Teens und Kids der Pevensies nach wie vor nicht wirklich überzeugen.
Bekommt der älteste von ihnen, Peter, zumindest ein paar gute Kampfsequenzenin
die Hand, so agieren die anderen allenfalls als Statisten und Bildfüller. Barnes
als neue Hauptfigur etwa verfehlt sämtliche Dramatikmomente der Story und wird
als tiefster der oberflächlichen Figuren sogar von einer digitalen Maus
übertrumpft.
Zumindest auf Seiten der Bösen ist Sergio Castillo als König Miraz ganz
ordentlich zugange, doch auch er bekommt dank Script zu wenig zu tun
und ist insgesamt zu einsilbig.
Das ist enttäuschend, denn der Rest des Films ist bis auf eine Kleinigkeit
recht unterhaltsam gestrickt. Ohne lange zu zögern geht es dieses Mal im
Handumdrehen nach Narnia, wo die einfache, aber stetig schreitende Story rasch
in Bewegung kommt und so einige größere Effektszenen bietet. Ziemlich gut sind
sämtliche Kämpfe in Narnia 2, die übersichtlich gefilmt sind und trotz Blutarmut
einen hohen Bodycount aufweisen und nicht mehr so tun, als wäre alles ein
harmloses Kasperletheater. Wer sich jedoch Düsterheit erhofft, bleibt besser
zuhaus: selbst in der Schlacht ist Narnia kunterbunt. Die ruhigeren Momente
versagen darauf hin wegen der schwachen Schauspieler, doch zumindest weiß
Adamson nicht lange auf solchen zu verharren.
Das Ende von Narnia 2 hinterlässt einen bitteren Geschmack, denn die Auflösung
der Geschichte ist viel zu schroff und hinterlässt eine gewaltige Frage. Ohne zu
spoilen, darf hier gesagt werden, dass jemand gegen Ende nahezu per
Fingerschnipp das gesamte Problem löst, ohne aber mitzuteilen wieso er das nicht
schon ganz zu Anfang getan hat. Das und die Frage, wieso die Pevensies immer nur
bei Problemen nach Narnia gerufen werden und am Ende das dreckige
Nachkriegs-London der Fantasywelt vorziehen, bleibt mysteriös
(oder auch = unsinnig).
Ist Teil 2 besser? Ja, denn er ist schicker und besser gemacht und zumindest für
das Auge eine echte Wohltat. Inhaltlich jedoch allenfalls Mittelmaß und je
weniger man über die Schauspieler oder Tiefe der Story sagt, desto besser für
alle Beteiligten.
Fazit:
Der neue Narnia ist wie ein Eis im Sommer: tut gut, macht aber nicht satt und am
Ende bleibt außer dem Sti(e)l nicht viel zurück.
6 / 10
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