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KRITIK:
Outlander


Regie: Howad McCain
Darsteller: James Caviezel, Sophia Myles
Release: 2010


von Christian Mester


Story:
Im Jahre 709 landet der außerirdische Kainan (James Caviezel) per Bruchlandung auf der Erde, wobei er versehentlich eine mitgebrachte Kreatur in die Natur entlässt. Der Moorwen ist ein nahezu unbesiegbares Monster, das sich direkt aufmacht, die führende Spezies des Planeten zu werden. Von ahnungslosen Wikingern gefangen genommen, versucht Kainan, die drohende Katastrophe abzuwenden…

Sophia Myles ist heute vor allem durch ihre Rolle in
der Serie "Moonlight" bekannt.

Kritik:
50 Millionen Dollar kostete Howard McCains Alien-/Wikinger-Sci-Fi Epos, das ursprünglich bereits im Jahr 2007 fertig war und seinen Kinostart erst 2008 in Litauen feiern konnte. Ein weiteres Jahr später folgte der Release in den USA, der zum Pech des Regisseurs in einem Desaster enden sollte. Eine erst kleine Veröffentlichung wurde vorsichtig auf mehrere Kinos erweitert und dann sofort wieder eingestellt. als klar wurde, dass der „Outlander“ keine Menschenseele anlockte.

Ein immenser Flop war die Folge, der für Aufsehen sorgte. Im Januar kam nun die deutsche Veröffentlichung auf den Markt, die mit dem Spruch „Braveheart trifft Predator“ beworben wird – eine gerechte Bezeichnung?

Die Hauptrolle des Kriegers Kainan sollte zunächst an Karl Urban gehen;
dieser entschied sich stattdessen für "Pathfinder - Fährte des Kriegers".

Besser: „Der dreizehnte Krieger trifft Predator 2“, denn „Outlander“ ist im Großen und Ganzen zwar ein recht empfehlenswerter Film und Videothekenpflicht für jeden Actionfan, aber mitnichten Highlight und nicht auf dem Niveau eines „Predator“ anzusiedeln. Das liegt vor allem an zwei unübersehbaren Aspekten. Nummer 1) Jim Caviezel stellt den ernstzunehmenden Krieger optisch zwar glaubhaft dar, hat selbst aber nur geringfügig Charisma. Das gleiche Problem, das sich schon in „Deja Vu“, „Highwaymen“, „Unknown“, „Frequency“ und „Angel Eyes“ fand. Der Mann ist nicht prinzipiell schlecht, ist aber einfach kein besonders auffälliger oder charismatischer Held. Bezogen auf „Predator“ wäre er höchstens mit den Figuren aus dem Crossover „Alien vs Predator“ (Kritik) zu vergleichen. Nummer 2) die eigentliche Handlung könnte nicht noch vorhersehbarer sein. Nun ist „Predator“ dagegen kein Camus, aber Schwarzeneggers Klassiker konnte im Gegenzug mit markanten Persönlichkeiten aufwarten, die bis heute in Erinnerung bleiben. Ein Ass, das dem Ausländer fehlt.

Die Darsteller der Wikinger dagegen sind allesamt in Ordnung, wobei Ron Perlman als grobschlächtiger, kerniger Glatzkopf fast noch zu kurz kommt. Jack Huston, der verdächtig nach Karl Urban aussieht, gibt einen akzeptablen, wenn auch blassen Sidekick ab, Urgestein John Hurt dagegen agiert nicht ganz so mumifiziert wie in "Indiana Jones 4" (Kritik). Das Met hebt man für Sophia Myles, die als kampfstarke Wikingerprinzessin nicht nur glaubhaft wirkt und wie die Drehorte in der Naturpracht Kanadas äußerst fotogen ausfällt, sondern dazu auch noch die fraglos motivierteste Darbietung von allen bietet. Sehr gelungen ist das Set des Wikingerdorfs, das recht authentisch wirkt und trotz auffälliger Leere mehrmals effektiv eingesetzt wird.
 


Vergleichbares Lob gilt den Effektkünstlern, denn der leuchtende Moorwen ist originell modelliert und immer hinreichend umgesetzt. Angenehm? Im Gegensatz zu vielen anderen Kreaturenfilmen wie „Rogue“ sieht man in diesem endlich mal viel vom Ungetüm. Regisseur McCain verklüngelt in seiner Variante von "Die Legende von Beowulf" (Kritik) keine überflüssige Zeit mit unsinnigem Geplänkel und strebt unentwegt nach Dynamik, ohne je in unnötigem Kameragewusel zu verfallen.
Geoff Zanelli, der schon „Disturbia“ und „Hitman – Jeder stirbt allein“ praktikabel, aber unpersönlich vertonte, holt im Laufe des Films leider kein musikalisches Kaninchen aus dem Ärmel, womit „Outlander“ bei allem pompösen Getöse ohne identifizierbare Theme bleibt.

Einen moderaten Kinostart wäre dem Film auf jeden Fall zu gönnen gewesen, da er allein schon durch seine aufwendigen Effekte und starken Sets sämtlichen anderen DVD-Titel auf die hinteren Plätze verweist. Ein actionreicher Popcornstreifen, der sein Publikum zumindest auf DVD in großer Zahl finden dürfte.


Fazit:
Meilenweit stärker als "Beowulf" und "Beowulf & Grendel", besser als "Die Legende von Beowulf" und „Pathfinder: Fährte des Kriegers“ und Pflicht für jeden Fan von „Der dreizehnte Krieger“ - solide und gut gemachte Action-Unterhaltung. 

6 / 10


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