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Film Kritik
 
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Pathfinder - Die Fährte des Kriegers

Story:
600 Jahre bevor Kolumbus Amerika entdeckt, gehen bereits die Wikinger dort
auf Beutezug. Eines der Schiffe strandet an den Gestaden. Die gesamte Besatzung stirbt, lediglich ein Junge überlebt und wird fortan von einem Indianer-Stamm aufgezogen. 15 Jahre später finden weitere Wikinger ihren Weg nach Amerika undbrandschatzen das Land, doch dieses Mal kämpfen sie gegen einen aus ihren Reihen (Karl Urban)….

regie :
marcus nispel
cast  : karl urban, ralf moeller
kritik : sascha weber
 

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Kritik:
Die Story ist zwar nicht gerade das was man als einen Anwärter auf den
kommenden Oscar bezeichnen würde, doch sie bietet zumindest ein grobes Netz, welches es dem Regisseur ermöglicht, ein kleines Schlachtenepos auf
die Leinwand zu zaubern. Doch wer in Anbetracht der 18er-Freigabe gut choreographierte Schwertkämpfe, abgetrennte Gliedmaßen und blutige Zweikämpfe in Massen erwartet, der wird vollkommen enttäuscht sein.

Marcus Nispel, der mit seinem Texas Chainsaw Massacre Remake schon durchaus bewiesen hat, dass er stimmungsvolle Filme auf die Beine stellen
kann, scheitert in ganzer Linie mit seinem Pathfinder.

Ghost (Karl Urban) ist ein Außenseiter in seiner Gesellschaft, was in einigen Szenen kurzzeitig angesprochen wird. Er ist Sklave seiner Vergangenheit, welche ihn seit jeher peinigt. Doch diese Zerrissenheit wird nur angedeutet und so bleibt Ghost als Figur schrecklich eindimensional. Der Zuschauer kann keinerlei emotionale Bindung zum Protagonisten aufbauen und vermag somit einfach nicht in den Kämpfen mitzufiebern; stattdessen sitzt er lethargisch im Kinosessel und lässt das Chaos auf sich wirken. Denn leider sind die Kämpfe nichts anderes: ungeordnetes Chaos auf der Leinwand.

Es ist keinerlei Choreographie zu erkennen und alles wird in hektischen Close-Ups gezeigt, welche wohl die Tatsache kaschieren sollen, dass man nur relativ wenige Komparsen zur Verfügung hatte. Hinzu kommen schnelle Schnitte, die jede Szene noch unübersichtlicher machen, als sie bereits sind. Das digitale Blut, welches dickflüssig aus den aufgeschnittenen Leibern fliegt, untermalt leider nichts, sondern stößt einfach nur bitter auf.

Der ganze Film stolpert von Szene zu Szene und wirkt dabei vollkommen
zusammenhanglos und unrund. Die Romanze, welche sich zwischen Starfire (Moon Bloodgood) und Ghost entwickelt, wird nur grob angerissen und wirkt aufgesetzt und deplaziert. Dümmliche Dialoge werden von noch dämlicheren Einzeilern abgelöst und die rar gesäten CGI-Effekte sind in jeder Sekunde als solche zu entlarven. Doch noch schlimmer als die Effekte aus dem Computer, sind die Aufnahmen einer Lawine, welche in den Film eingebunden werden und nicht zum restlichen Filmmaterial passen.

Zu Beginn wird noch vergeblich versucht eine mystische Atmosphäre zu generieren, doch bis auf einige schöne Landschaftsaufnahmen und stimmungsvolle Bilder bleibt die Atmosphäre völlig auf der Strecke.

Die Wikinger werden mit ihren Rüstungen und ihren Helmen als riesige zweibeinige Monster dargestellt, was noch durch entsprechende Soundeffekte, die einem wirklich das Gefühl vermitteln, man beobachtet gerade einen Lindwurm, der durchs Unterholz stapft, unterstrichen wird. Dabei bleiben die Wikinger den ganzen Film über absolut gesichtslos, lediglich Gunnar (Clancy Brown) und Ulfar (Ralf Moeller) stehen ein wenig hervor, reihen sich jedoch trotzdem absolut nahtlos in die Riege der eindimensionalen Charaktere ein, welche den Film mit ihrer Langeweile prägen.

Dabei muss bei aller Kritik hervorgehoben werden, dass die Kostüme der Drachenmänner die Highlights des Filmes sind, denn gerade die Helme sind optisch wirklich ansprechend gestaltet und wirken recht imposant.


Fazit:
Pathfinder ist ein belangloser Film, der nichts Neues bietet und Altbewährtes
ignoriert. Wer hünenhafte Nordmänner sehen möchte, sollte sich lieber weiterhin am 13. Krieger laben; Leute, die ein Schlachtenepos sehen möchten warten lieber auf 300, der bald seinen Weg in die Kinos finden wird.


2.5 / 10

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