Story:
Eines Nachts macht der junge
Jody eine unheimliche Entdeckung: eine Frau scheint Menschen in Nähe des
Friedhofmausoleums zu töten. Er forscht der mysteriösen Frau nach und findet
heraus, dass es in Wirklichkeit der lokale Totengräber ist, der Tall Man, der
dunkle Mächte zu besitzen scheint und irgendetwas Unheimliches in seinem
Mausoleum verbirgt. Nach der Entführung von Jodys Bruder beginnt daraufhin ein
Jahrzehnte umfassender Krieg zwischen Gut und Böse, den Jody mit seinem besten
Freund Reggie bestreitet…
regie :
don coscarelli
cast :
reggie bannister
kritik :
christian mester
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Kritik:
Gerade einmal 22
Jahre alt war Don Coscarelli, als er Ende der 70er Jahre „Phantasm – Das Böse“
ins Kino brachte, den äußerst originellen Startschuss einer der wohl
eigenwilligsten Horrorfilmreihen. Sie mag generell zwar nur recht wenigen
bekannt sein, was sicherlich daran liegt, dass die letzten beiden Teile vor über
zehn Jahren hierzulande lediglich auf Video erschienen und Coscarelli es bis
heute ablehnt, die Rechte für ein modernes Remake herauszurücken, aber ihre
verhaltene Popularität soll mal nichts über ihre Qualität aussagen.
Teilweise erfüllt die Reihe sogar sämtliche Kriterien eines typischen
Slasher-Films: es gibt einen markanten Bösewicht, der sehr eigenwillige Gimmicks
einsetzt, es gibt eine eingängige und denkwürdige Theme, es gibt Cliffhanger,
Twists, Sexszenen und ausgefallene Morde. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass
ausnahmsweise einmal nicht 20jährige Teenager gegen das Böse vorgehen, sondern
ein Kind mit seinem erwachsenen Freund. Eine seltsame Mischung, die aber
lohnenswert aufgeht, da Coscarelli für beide durch alle vier Filme hindurch eine
spannende Geschichte erzählt. Jody für seinen Teil als Held ist besessen vom
Geheimnis des Tall Man und verliert sich so sehr in die Suche nach seinen
Bruder, dass er sein ganzes Leben dafür aufgibt. Er und der Tall Man entwickeln
eine spannende Bindung zueinander, die ihr ständiges Aufeinandertreffen zu einer
packenden Schachpartie zweier talentierter Spielern macht.
Reggie dagegen ist eine Art Ash aus den Tanz der Teufel-Filmen, ein Spaßvogel
mit Shotgun (wobei Reggie zwei Jahre vor Ash in den Kinos war). Eigentlich mal
Eisverkäufer gewesen, entwickelt er sich im Laufe der vier Filmen zu Jodys
Bodyguard, der mit Flinte und frechem, aber nie bös gemeinten Chauvinismus immer
wieder für angenehme Auflockerung sorgt und insgeheim auch froh ist, endlich ein
großes Abenteuer zu erleben. Immer wieder wechselt „Phantasm“ zwischen den
Geschichten dieser beiden, die sich laufend kreuzen, wobei Jody stets für das
Spannende, Reggie stets für das Dynamische steht.
Der Tall Man hingegen, wunderbar gespielt von Angus Scrimm, ist nicht ohne Grund
eine Ikone der Horrorwelt. Mit seiner eindringlichen Stimme, seinen Sphären und
seltsamen Zaubertricks sorgt er für Gänsehaut, zudem ist er gleichzeitig ein
ungemein interessanter Charakter, da er nicht einfach nur böse oder irre ist,
sondern mit bedachter Ruhe gezielt und nach unverständlichem System vorgeht. Da
ihn auch der Tod anscheinend nicht aufhalten kann, hat er etwas Allwissendes,
Gottgleiches, aber nicht Unbesiegbares an sich, das ihn unentwegt spannend sein
lässt.
Sehr interessant ist, dass jeder Film der Reihe recht unorthodox vorgeht und
Orte und neue Personen auf befremdlich seltsame Art einführt. Jeder von den
Teilen setzt die übergreifende ganze Geschichte sinnvoll fort, wobei man mit
jedem neuen Kapitel mehr über den Tall Man, seiner Herkunft und seinen Zielne
erfährt. Trotz geringer Mittel und stets minimaler Sets ist die Reihe übrigens
sehr atmosphärisch, da über den Verlauf der vier Filme die umliegende Welt dem
Bösen verfällt und sich die nicht miteinbezogene Welt schleichend verändert.
Anfangs kämpfen Jody und Reggie noch inmitten unwissender Mitbürger, nachher
sind die Kreaturen des Tall Man überall und alles scheint verlassen.
Der erste Film ist neben der Einführung für seine leichten Exploitation-Szenen
bekannt, denn Sex- und Gewaltmomente sind plakativ, was im Weiteren in Stücken
manchmal wieder besucht wird, vor allem durch den Einsatz der Schädel-bohrenden
Sphären, dem Rest aber weicht. Der erste ist sicherlich der spannendste, zwei
dagegen ist eher Reggies Film, da in dem der größte Anteil an Action zu finden
ist und sogar jede Menge explodiert. Drei spinnt die Geschichte sinnvoll weiter,
während vier wiederum etwas sehr Mutiges ausprobiert. Da man nicht genügend Geld
für einen gänzlich neuen Film hatte, bediente sich Coscarelli kurzerhand an
Szenen der vorherigen Filme, die im neuen Rahmen andere Verwendung finden.
Zeitreise wird mit eingebaut, und was für gewöhnlich mächtig daneben geht, passt
hier perfekt. Die Handlung ist clever arrangiert und so spannt vier einen extrem
interessanten Bogen zum ersten.
Losgelöst von dem Phantasm-Effekt finden sich allerdings größtenteils
Laiendarsteller, die ihre Texte mehr als schlecht aufsagen, der Tall Man mit
seinen Sphären wiederholt sich des Öfteren und die gesamte Jagd mit dem immer
wieder neuen Endkampf kann auf den ein oder anderen, der keine Faszination am
Werk findet, durchaus sinnlos wirken. Dennoch, die spannende Regie, der starke
Soundtrack und der konzeptionell clevere Aufbau der vier Filme machen „Phantasm“
zu einer der wichtigeren Horrorfilmreihen.
Fazit:
Eine der originellsten
und in sich geschlossensten Horrorfilmreihen, die zudem mit toller Musik und
einem starken Bösewicht punkten kann. Im Einzelblick:
I - 6/10, II - 5/10, III - 4/10, IV - 5/10, da es aber ohnehin als Gesamtwerk zu
sehen ist:
5,5 / 10
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