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Phantasm - Das Böse 1-4 (1979-1998)

Story:
Eines Nachts macht der junge Jody eine unheimliche Entdeckung: eine Frau scheint Menschen in Nähe des Friedhofmausoleums zu töten. Er forscht der mysteriösen Frau nach und findet heraus, dass es in Wirklichkeit der lokale Totengräber ist, der Tall Man, der dunkle Mächte zu besitzen scheint und irgendetwas Unheimliches in seinem Mausoleum verbirgt. Nach der Entführung von Jodys Bruder beginnt daraufhin ein Jahrzehnte umfassender Krieg zwischen Gut und Böse, den Jody mit seinem besten Freund Reggie bestreitet…

regie :
don coscarelli
cast  : reggie bannister
kritik : christian mester
 

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Kritik:
Gerade einmal 22 Jahre alt war Don Coscarelli, als er Ende der 70er Jahre „Phantasm – Das Böse“ ins Kino brachte, den äußerst originellen Startschuss einer der wohl eigenwilligsten Horrorfilmreihen. Sie mag generell zwar nur recht wenigen bekannt sein, was sicherlich daran liegt, dass die letzten beiden Teile vor über zehn Jahren hierzulande lediglich auf Video erschienen und Coscarelli es bis heute ablehnt, die Rechte für ein modernes Remake herauszurücken, aber ihre verhaltene Popularität soll mal nichts über ihre Qualität aussagen.

Teilweise erfüllt die Reihe sogar sämtliche Kriterien eines typischen Slasher-Films: es gibt einen markanten Bösewicht, der sehr eigenwillige Gimmicks einsetzt, es gibt eine eingängige und denkwürdige Theme, es gibt Cliffhanger, Twists, Sexszenen und ausgefallene Morde. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass ausnahmsweise einmal nicht 20jährige Teenager gegen das Böse vorgehen, sondern ein Kind mit seinem erwachsenen Freund. Eine seltsame Mischung, die aber lohnenswert aufgeht, da Coscarelli für beide durch alle vier Filme hindurch eine spannende Geschichte erzählt. Jody für seinen Teil als Held ist besessen vom Geheimnis des Tall Man und verliert sich so sehr in die Suche nach seinen Bruder, dass er sein ganzes Leben dafür aufgibt. Er und der Tall Man entwickeln eine spannende Bindung zueinander, die ihr ständiges Aufeinandertreffen zu einer packenden Schachpartie zweier talentierter Spielern macht.

Reggie dagegen ist eine Art Ash aus den Tanz der Teufel-Filmen, ein Spaßvogel mit Shotgun (wobei Reggie zwei Jahre vor Ash in den Kinos war). Eigentlich mal Eisverkäufer gewesen, entwickelt er sich im Laufe der vier Filmen zu Jodys Bodyguard, der mit Flinte und frechem, aber nie bös gemeinten Chauvinismus immer wieder für angenehme Auflockerung sorgt und insgeheim auch froh ist, endlich ein großes Abenteuer zu erleben. Immer wieder wechselt „Phantasm“ zwischen den Geschichten dieser beiden, die sich laufend kreuzen, wobei Jody stets für das Spannende, Reggie stets für das Dynamische steht.

Der Tall Man hingegen, wunderbar gespielt von Angus Scrimm, ist nicht ohne Grund eine Ikone der Horrorwelt. Mit seiner eindringlichen Stimme, seinen Sphären und seltsamen Zaubertricks sorgt er für Gänsehaut, zudem ist er gleichzeitig ein ungemein interessanter Charakter, da er nicht einfach nur böse oder irre ist, sondern mit bedachter Ruhe gezielt und nach unverständlichem System vorgeht. Da ihn auch der Tod anscheinend nicht aufhalten kann, hat er etwas Allwissendes, Gottgleiches, aber nicht Unbesiegbares an sich, das ihn unentwegt spannend sein lässt.

Sehr interessant ist, dass jeder Film der Reihe recht unorthodox vorgeht und Orte und neue Personen auf befremdlich seltsame Art einführt. Jeder von den Teilen setzt die übergreifende ganze Geschichte sinnvoll fort, wobei man mit jedem neuen Kapitel mehr über den Tall Man, seiner Herkunft und seinen Zielne erfährt. Trotz geringer Mittel und stets minimaler Sets ist die Reihe übrigens sehr atmosphärisch, da über den Verlauf der vier Filme die umliegende Welt dem Bösen verfällt und sich die nicht miteinbezogene Welt schleichend verändert. Anfangs kämpfen Jody und Reggie noch inmitten unwissender Mitbürger, nachher sind die Kreaturen des Tall Man überall und alles scheint verlassen.

Der erste Film ist neben der Einführung für seine leichten Exploitation-Szenen bekannt, denn Sex- und Gewaltmomente sind plakativ, was im Weiteren in Stücken manchmal wieder besucht wird, vor allem durch den Einsatz der Schädel-bohrenden Sphären, dem Rest aber weicht. Der erste ist sicherlich der spannendste, zwei dagegen ist eher Reggies Film, da in dem der größte Anteil an Action zu finden ist und sogar jede Menge explodiert. Drei spinnt die Geschichte sinnvoll weiter, während vier wiederum etwas sehr Mutiges ausprobiert. Da man nicht genügend Geld für einen gänzlich neuen Film hatte, bediente sich Coscarelli kurzerhand an Szenen der vorherigen Filme, die im neuen Rahmen andere Verwendung finden. Zeitreise wird mit eingebaut, und was für gewöhnlich mächtig daneben geht, passt hier perfekt. Die Handlung ist clever arrangiert und so spannt vier einen extrem interessanten Bogen zum ersten.

Losgelöst von dem Phantasm-Effekt finden sich allerdings größtenteils Laiendarsteller, die ihre Texte mehr als schlecht aufsagen, der Tall Man mit seinen Sphären wiederholt sich des Öfteren und die gesamte Jagd mit dem immer wieder neuen Endkampf kann auf den ein oder anderen, der keine Faszination am Werk findet, durchaus sinnlos wirken. Dennoch, die spannende Regie, der starke Soundtrack und der konzeptionell clevere Aufbau der vier Filme machen „Phantasm“ zu einer der wichtigeren Horrorfilmreihen.

Fazit:
Eine der originellsten und in sich geschlossensten Horrorfilmreihen, die zudem mit toller Musik und einem starken Bösewicht punkten kann. Im Einzelblick:
I - 6/10, II - 5/10, III - 4/10, IV - 5/10, da es aber ohnehin als Gesamtwerk zu sehen ist:

5,5
/ 10

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