Story:
Neues Jahr, neues Abenteuer. Im Kurse eines neuen Zauberers findet Harry dieses
Mal das Spruchbuch eines gewissen Halbblut-Prinzen, das scheinbar von Voldemort
selbst stammt. Von Dumbledore geschickt, versucht er fortan, hinter das
Geheimnis zu kommen...
regie :
david yates
cast :
daniel radcliffe, rupert grint, emma watson
kritik :
christian mester
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Kritik:
Rückkehr zu alten Schwächen.
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"Bei mir steht: Ihre wahre Liebe ist ein
Hausmeister. Namens Toxie."
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Da die letzten drei Teile
allesamt klasse waren, konnte man eigentlich nur davon ausgehen, dass der
sechste vergleichbar gleich gut werden würde. Weit gefehlt, denn Harrys sechster
fühlt sich fast so an wie Steven Seagals DVD-Filme.
Natürlich nicht qualitativ, wie gewohnt ist in der Hinsicht alles bestens und
technisch auf höchstem Maß, aber inhaltlich entpuppt sich der vorvorletzte Teil
der Serie als relativ leeres Nichts, als leerer Lückenfüller und Strecker.
Abgesehen vom Showdown passiert nämlich nichts wirklich greifbar Wichtiges, und
der Weg dahin ist mit derart viel Irrelevanz gefüllt, dass man sich mit
hängenden Schultern an den zweiten der Reihe erinnert fühlt.
In den DVD-Seagals interessiert man sich bekanntlich nicht wirklich für die
Handlung; man wartet auf Ausreden, damit der dicke Aikido-Panda bloß zeigen
kann, wofür er ursprünglich mal berühmt war: für seine offenbar beeindruckende
Kampfkunst. Den Rest akzeptiert man.
Bei Potter ist das anders herum: es ist natürlich lustig zu sehen, wie Ron und
Hermine halbverliebt pubertär herumstammeln, in den letzten drei Teilen war
Geplänkel wie dieses aber eigentlich nur Randelement einer guten und ernsten
Handlung; drei hatte die spannende Zeitreise und Sirius, vier das großartige
Turnier, fünf das Aufstellen der Verteidiger und den Überfall der Bösen. Sechs?
Nun, sechs hat... einen durchaus wichtigen Abschluß, richtig. Die letzten zehn
Minuten sind sicher sehr wichtig, aber die über zwei Stunden davor?
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"Reinhold?"
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Wenn nach gut 90 Minuten zur
Pause unterbrochen wird, fragt man sich schon, ob es denn jetzt endlich danach
losgeht. Die ersten 90 Minuten sind nämlich fast ausschließlich nur leeres
Gewusel, in dem es hauptsächlich ums Verliebtsein der Figuren geht. Das jedoch
will überhaupt nicht funktionieren, da die Konstellationen vollkommen schwach
ausgelegt sind. Beispielsweise heißt es im Film, Potter sei groß in Ginny
verliebt. Das glaubt man aber nicht, da er direkt am Anfang des Films noch ein
Date mit einer Kellnerin ausmacht. Ginny währenddessen ist sogar selbst
vergeben, weswegen ein urplötzliches Aufeinandertreffen mit Kuss später mitten
aus dem Nichts und ziemlich unglaubwürdig daher kommt.
Ähnlich sieht es zwischen Ron und Hermine aus. Ron findet eine Freundin, was die
heimlich in ihn verliebte Hermine verständlicherweise nicht allzu spitze findet
- eine spätere Offenbahrung ihrerseits bleibt aber haltlos, da die zwei ganz am
Ende des Films wieder da sind, wo sie auch vorher waren. Das gleiche trifft auch
auf Harry zu, der am Schluss immer noch nicht mit Ginny zusammen ist. Dass
dieser ganze Quark den Großteil des Films einnimmt und am Ende ohne Abschluss
bleibt, lässt eine ziemliche Leere zurück.
Dazu kommt, dass es bis auf die Rückkehr des damals schon langweiligen
Quidditch-Ballspiels keine Action gibt (ein großer Kampf am Ende wurde
unverständlicherweise komplett gestrichen) und das als unfassbar tragisch
bestimmte Ende überhaupt keinen Effekt hinterlässt. Das an sich ist unfassbar,
denn der Tod einer der wichtigsten Figuren seit Anfang der Serie ist im Laufe
des Films nicht nur sehr vorhersehbar, sondern verglichen mit dem Tod anderer
Filmhelden anderer Filme völlig frei von Emotionen, was unverzeihlich ist.
Der Rest? Gewohnte Kost, wobei das Rätsel um des Halbblut-Prinzen Tagebuch nicht
wirklich ziehen will. Es fehlt dieses Mal auch Unterstützung von außen, denn
sorgten Oldman und Co. in den letzten Teilen für guten Support, halten sich die
Erwachsenen im neuen größtenteils zurück. Jim Broadbent (Indy 4) hat näher mit
den Schülern zu, hinterlässt aber keineswegs den Eindruck eines Snape, Dumble
oder Bumblebee.
Ob es an Yates liegt, dessen letzter Film schon viele Erwartungen unterbot? Wäre
schade, denn der Mann wird auch die nächsten beiden Teile inszenieren (die
allerdings definitiv actionreicher werden sollen).
Fazit:
Teil 6 der Zauberersaga wirkt bis auf sein Ende wie eine große
Teenie-Schmonzette im Potter-Universum, die keine wirklichen Eindrücke
hinterlassen will. Er ist ein Serienfilm für die sogenannten Shipper, die Serien
und Reihen in erster Linie wegen den Beziehungen der Charaktere sehen. Würde man
das Wichtigste im nächsten Teil kurz innerhalb eines Flashbacks erwähnen, könnte
man sich diesen hier aber fast komplett sparen.
6 / 10
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