Story:
Tom Newman überwacht in
Afrika den Bau eines Staudamms. Damit sich seine neue Frau Amy und seine beiden
Kinder besser kennen lernen können, organisiert er für sie einen Safari Ausflug.
Der Ranger, der sie auf der Safari begleitet, weicht jedoch vom Weg ab. Sie
geraten mitten in das Revier eines hungrigen Löwenrudels. Der Wildnishüter wird
gefressen, Amy und die Kinder verschanzen sich im Auto, während die Löwen
versuchen in den Wagen zu gelangen. Als Tom merkt, das etwas schief gelaufen
sein muss, macht er sich auf die Suche nach seiner Familie…
regie :
darrell roodt
cast :
bridget moynahan
kritik :
tobias hohmann
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Kritik:
„Prey“ ist ein
typischer Vertreter des Tierhorrorgenres, mit allen Stärken und Schwächen,
jedoch einer überraschend starken Besetzung.
Schaut man sich Story und Setting von „Prey“ an, kann man sofort Parallelen zu
zwei anderen Filmen ziehen: Da ist zum einen natürlich „Roar“ aus dem Jahre
1981, der thematisch recht ähnlich gelagert ist. Seinerzeit veredelten die
Hitchcock erprobte Tippi Hedren und Melanie Griffith den Löwenhorror.
Zum anderen erinnert das Szenario sehr stark an „Open Water“. Hier wie dort geht
es um Menschen die völlig auf sich alleine gestellt, den Widrigkeiten der Natur
ausgesetzt sind.
Doch während „Open Water“ eher einen psychologischen Ansatz hat, schlägt „Prey“
einen anderen Weg ein und bezieht seinen Reiz vor allem aus der stetigen,
beeindruckenden Präsens der Tiere und den spektakulär gefilmten Angriffen. Wenn
die Löwen auf das Dach des Jeeps springen, Scheiben langsam zersplittern oder
Opfer vor den Augen der drei eingeschlossenen gefressen werden, funktioniert der
Film. In diesen Momenten ist er spannend, packend und intensiv. Dazu tragen auch
die hervorragenden Landschaftsaufnahmen bei, die wirklich ein Gefühl der
Abgeschiedenheit vermitteln und die Größe des Kontinents beeindruckend
einfangen.
Auch Bridget Moynahan, die immerhin auch in „I, Robot“ und „Lord of War“
mitspielte und demnächst in dem Tim Robbins Streifen „Noise“ zu sehen ist, nimmt
man ihren Charakter ab. Sie spielt glaubwürdig und überzeugend, hinterlässt
diesen Eindruck jedoch auch exklusiv.
Die Story ist extremst von den
typischen Klischees durchzogen und damit ungemein vorhersehbar. Die Kinder,
besonders die Tochter, nerven. Auch wenn das gewünscht und die Rolle so angelegt
war: Es stört einfach und lenkt von der eigentlichen Prämisse des Films ab.
Selbst Peter „Robocop“ Weller, den ich eigentlich gerne sehe, bleibt merkwürdig
blass und spult seine Rolle im Automodus ab. Über Jamie Bartlett als
Großwildjäger hülle ich jetzt lieber mal komplett den Mantel des Schweigens…
Doch trotz aller negativen Punkte: In den ersten 30-40 Minuten von „Prey“ fällt
das nicht wirklich ins Gewicht. Bis dahin wird man noch gut unterhalten; gerade
die ersten Löwenangriffe sind wirklich klasse und die Handlung noch halbwegs
glaubwürdig. Doch danach bekommt Regisseur und Drehbuchautor Darrell Roodt, der
uns auch schon Filme wie „Dracula 3000“ und „ Sumuru“ bescherte, nur noch wenig
zustande.
Er schafft es weder die Panik und die Angst der Eingeschlossenen glaubwürdig auf
den Zuschauer zu übertragen, noch so etwas wie Spannung bei der Rettungsaktion
zu erzeugen. Dazu kommen erschreckend fade Dialoge und Logiklöcher, die auch
beim besten Willen nicht zu übersehen sind. Die Figuren benehmen sich dermaßen
dämlich, das Mitgefühl und Spannung zwischendurch fast gänzlich auf der Strecke
bleiben.
Einzig die schon erwähnte Moynahan und die tollen Tieraufnahmen bewahren „Prey“
hier vor dem Absturz.
Dazu kommen Nebenplots um Wilderer die den Film weder helfen, noch voranbringen.
Man erwartet ja von einem Tierhorrorfilm nun wirklich nicht viel und daher nimmt
man bei „Prey“ Schwächen und Klischees ja durchaus hin, solange man einfach
spannend und packend unterhalten wird. Doch das gelingt Roodt einfach nicht über
die komplette Laufzeit, da reichen gute 40 Minuten nicht, wenn die restlichen 50
Minuten so uninteressant gestaltet sind.
Je länger der Film läuft, desto weniger bleibt von der eigentlich so packenden
Grundstimmung übrig. Nur die Angriffe reißen es in dieser Phase noch raus.
Das Ende ist dann nur der traurige Höhepunkt dieser Entwicklung
Fazit:
„Prey“ ist ein
formelhafter Tierhorrorfilm voller Klischees geworden. Einzig eine starke
Hauptdarstellerin und teilweise sensationell gefilmte Tierszenen retten den Film
vor einem Absturz. Hätte man das Niveau der ersten 40 Minuten gehalten, wäre
soviel mehr möglich gewesen – nicht zuletzt aufgrund der beeindruckenden
Landschaft und der eigentlich packenden Grundkonstellation.
3 / 10
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