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Prom Night (1980)

Story:
Einige Jahre nachdem ein kleines Mädchen beim Spielen mit Freunden tödlich umkam, stehen diese Freunde samt Schwester der Toten kurz vor dem Schulabschluss. Als der Mann, der damals für den Tod verantwortlich gemacht wurde, entfliehen kann, geht die Angst um. Doch zunächst geht’s auf die Abschlussparty, denn das Feiern lassen sich die paarungswilligen Teens nicht nehmen.

regie :
paul lynch
cast  : jamie lee curtis, leslie nielsen
kritik : christian westhus
 

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Kritik:
Aus einem nicht nachzuvollziehenden Grund umweht „Prom Night“ der Hauch eines Kults, der sich am ehesten mit etwas Epochenmief und einer Jamie Lee Curtis erklären lässt, die frisch durch „Halloween“ berühmt geworden war und 1980 neben „Prom Night“ auch noch den nächsten Carpenter, „The Fog“, im Anmarsch hatte. Wirkliche Qualitäten kann man diesem Film aber nicht zusprechen, außer, dass er als Narkotikum ganz hervorragend funktioniert.

„Prom Night“ ist eine ekelerregend lahmarschige Ausgeburt eines Teen-Slashers, die nicht nur schlecht ist, sondern die meisten Ideen auch noch fachgerecht zusammengeklaut hat. Start- und gleichzeitig Höhepunkt des Infantilen ist aber natürlich das Skript, angefangen beim Rückblenden-Einstieg, der nervige Rotzblagen beim Spielen in einsturzgefährdeten Fabrikgebäuden zeigt. Es mag vielleicht teilweise an der deutschen Kindergartensynchro liegen, doch hier tummelt sich die geballte Kraft der schlechtesten Schauspielkinder seit Menschengedenken, die die grottig-aufgesetzten Dialoge kaum verbessern können. Die Regie knallt urige Nahaufnahmen von bösen Blicken drauf und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Nachdem wir uns von diesem schwarzen Loch des Unvermögens erholt haben, heißt es „Beine breit zum Schulabschluss“. Unsere Vollpfosten und dummen Tussis haben sich nämlich allesamt in den Kopf gesetzt, sich auf dem Ball die Jungfräulichkeit wegvögeln zu lassen, und wenn die eh schon nicht mehr da war, sagt man trotzdem nicht nein. Bevor es also Dope-umschwebt auf Autorückbänken und in dunklen Umkleidekabinen zur Sache geht, bekommen unsere Freunde noch kryptische Anrufe vom Killer, der den damaligen Vorfall noch nicht vergessen hat.

Der Mörder ist also einer von der ganz cleveren Sorte, der wohl nur noch mal hören wollte, ob es auch noch allen gut geht, ehe er sie holen kommt. „Und, was machst du so?“ – „Ach, ich plane eine Mordserie, aber verrats nicht weiter.“ Gut für ihn, dass die lieben High-School-Kids von damals ähnlich beschränkt waren wie in jeder Generation scheinbar auch und die nebulösen Andeutungen des Anrufers schnell mal ignorieren, denn neben Sex und Drogen will man sich auf dem Ball natürlich präsentieren und da würgt sich das Drehbuch noch ganz elegant eine Zickerei zwischen den Mädels heraus, die vom darstellerischen Vakuum glatt verschluckt wird.

Warum unser maskierter Freund bis jetzt gewartet hat spielt keine Rolle, denn jeder Zuschauer, der sich bis Minute 10 wach halten konnte, wird sich mit Recht ziemlich sicher sein, wer denn der Mörder ist. Da kann das Drehbuch noch so angestrengt falsche Fährten legen, aber auf die Holzhammer-Nummer, die den Hausmeister umweht, der immer so überdeutlich auf bedrohlich macht, fallen wir ebenso wenig rein, wie auf die Hintergrundgeschichte. So quälen wir uns also fast eine ganze Stunde durch Haarspray, grausige Frisuren, noch schlimmere Kleidung und erfreuen uns daran, seitenweise Klischees durchkauen zu müssen, ehe sich endlich mal jemand erbarmt und zu Mordwerkzeugen greift.

Zwischen Stereotypen und einem Berg aus Unvermögen und Langeweile, turnt dann noch ein Leslie Nielsen herum, der so unfassbar fehlbesetzt ist, dass es quietscht. Während Jamie Lee eine fesche Tanznummer aufs Parkett legt, bei der einem angst und bange wird (u.a. weil Nielsen hüftsteif mitschwoft), schnetzelt sich unser Maskenmann durch Dummbrotteenies. Jeder Kill wird im entscheidenden Moment ausgeblendet, bei den Dialogen, die diese Kills umgeben, rollen sich die Fußnägel auf und dann begeht man den Kardinalsfehler und inszeniert mit der hassenswertesten Figur den einzigen Tötungsakt, der irgendwie ein Schema erkennen lässt.

Die lächerliche Demaskierung des Killers bestätigt schließlich nur den Verdacht, dass alle Beteiligten am Film in geistiger Umnachtung oder mit vorgehaltener Waffe zur Mitarbeit gezwungen wurden. Wir haben unfassbar langweilige und stümperhafte 90 Minuten hinter uns, die die meiste Zeit nicht mal unfreiwillig komisch, sondern einfach nur saudämlich waren. Jamie Lees Tanznummer ist das Professionellste am Film. Wem das als Warnung nicht reicht, der hat wohl zu viel Zeit.

Fazit:
Legendär-schlechte Ausgeburt der Slasher-Welle der 70er und 80er. Schlecht geschrieben, noch schlechter gedreht und mit Talentverweigerern besetzt. Dass der Film auch noch unfassbar langweilig ist, schießt ihn endgültig über den Haufen. Zweifelhafter Kult.
1
/ 10

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