Story:
Frank Castle (Dolph Lundgren)
war einst Polizist, doch nachdem die Mafia seine Familie ins
Jenseits beförderte, kennt die schweigsame Lederkluft nur noch einen
Gedanken: blutige Vergeltung...
regie :
mark goldblatt
cast :
dolph lundgren, louis gossett jr.
kritik :
christian mester
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Kritik:
Nur wenige wissen, dass die Marvel
Comic-Verfilmung "The Punisher" aus dem Jahr 2004 bereits der zweite Versuch
war, die umstrittene Geschichte des gesetzlosen Frank Castle auf die große
Leinwand zu bringen. Während sich die teure Neuauflage mit Thomas Jane und John
Travolta in Sachen Gewaltdarstellung eher bedeckt hielt, sah das beim Original
noch anders aus.
1989 brachte man die Story bereits mit Dolph Lundgren in die Kinos, der zu jener
Zeit dank auffälliger Rollen in „Rocky IV: Der Kampf des Jahrhunderts“ und
„Masters of the Universe“ hoch im Kurs stand. „The Punisher“ sollte als solcher
ein Mischmasch zweier großer Hits werden, die 1988 noch taufrisch in Erinnerung
waren: man nehme die schonungslose Gewalt und Finsternis aus „The Terminator“
und kombiniere sie mit der damals äußerst beliebten Selbstjustiz aus „Death Wish:
Ein Mann sieht Rot“. Eine geniale Idee, denn so konnte man den mittlerweile weit
über 60 Jahre alten Bronson ablösen und zugleich geschickt den hoch gelobten „Terminator“
ohne teure Sci-Fi Elemente nachahmen.
Selbst die ersten Schritte rochen nach ideenloser Kopie: ein ehemaliger
Profi-Sportler als gefährliche, wortkarge Gestalt der Nacht? Das war
Schwarzenegger auch, nur kam seine legendäre Robomär an den Kassen weit besser
an als der schwedische Bestrafer. An fehlender Action soll es nicht liegen, denn
davon hat „The Punisher“ reichlich. Castle jagt von Ort zu Ort und verbringt
mehr Zeit mit Waffen als mit Gesprächspartnern. Er erschießt Berge von
Gegnern und pausiert dabei höchstens, um nachzuladen. Es gibt zwar
eine lose Geschichte über entführte Kinder eines Drogenbarons, doch die fällt
so platt aus, dass man sie sich auch hätte sparen können. Dolph Lundgren bleibt
dabei ein echtes Vakuum an Filmfigur, da er konsequent denselben
Gesichtsausdruck trägt und einige seiner kurzweilig melodramatischen Momente so
aus dem Ruder laufen, dass man froh darüber ist, dass sie davon nicht noch mehr
probiert haben. Funktionierte Lundgren als stiller Muskelberg geballter
Intensität im legendären Boxduell gegen Stallone, weiß Regisseur Goldblatt (der
sich danach eines Besseren besann und nie wieder Filme drehte) nichts mit dem
Mann anzufangen.
Was dem Film auch fehlt, ist Spaß, denn im Gegensatz zu ähnlich debilen
Genrekram wie „Phantom Commando“ oder „Die City-Cobra“ - auf ihre Art herrliche
Meisterwerke - hat Castles Geschichte keinerlei Sinn für Humor. Damit könnte man
wohl leben, hätte der Film dafür Atmosphäre, eine interessante Story,
gute Figuren oder aufregende Action. Er hat aber nichts davon, da er sich nur
auf die Action beschränkt und diese zwar blutig, aber allenfalls mittelmäßig inszeniert ist. Dass
es auch anders ging, bewies Lundgren kurz danach mit "I Come in Peace" und
"Showdown in Little Tokyo", die sich entweder nicht allzu ernst nahmen oder im
Gegenzug so überzogen ausfielen, dass man das Geschehen mit einem Schmunzeln hinnehmen konnte.
In den Comics geht es zwar auch sehr zur Sache, allerdings ist die Action dort
spektakulär, ist die Figur des Punishers intelligent, ist die Message äußerst
sozialkritisch. Nichts davon findet sich im Film, der letzten Endes akzeptables
Futter für Fans angestaubter B-Movies ist, sich selbst da aber in die zweite
Reihe einsortiert.
Fazit:
Lundgrens Punisher hält nichts von Story, Charakteren, Dramaturgie - schade,
denn die verbleibende Action ist nicht gut genug.
3 / 10
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