Story:
Frank Castle ist der Punisher, ein gnadenloser Verbrechensbekämpfer, der nachts
mit Blei und Raketen gegen kriminelles Volk vorgeht. Als eines Tages eines
seiner Opfer einen seiner Anschläge überlebt, will sich dieser (Dominic West) an
ihm rächen...
regie :
lexi alexander
cast :
ray stevenson, dominic west
kritik :
christian mester
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Kritik:
Aller guten Dinge
sind drei?
Nachdem man sich im Anschluß des 2004er Punishers mit Thomas Jane nach langer
Diskussion nicht auf ein Drehbuch für einen zweiten Teil einigen konnte, sah
sich Marvel gezwungen die Reihe auf andere Weise fortzusetzen. Lexi Alexander
wurde engagiert, die sich mit „Green Street Hooligans“ bereits einen Namen
gemacht hatte und vorschlug, den nächsten Film noch näher an die Comics zu
bringen. Nach einiger Überlegung entschied man sich, „Punisher: War Zone“ zu
einem Requel zu machen (Sequel = Fortsetzung, Remake = Neuauflage, Requel =
Fortsetzung, die inhaltlich nach dem ersten Teil spielt, rückblickend davon aber
abweicht und nach Art eines Remake stilistisch neue Wege geht, wie bei "Der
unglaubliche Hulk" geschehen).
In vielerlei Hinsicht wirkt „Punisher: War Zone“ jetzt wie ein Hybrid der ersten
zwei Filme, da er sich oftmals genau zwischen den Unterschieden der beiden
wieder findet. Der neue Punisher Stevenson ist gesprächiger und charismatischer
als Lundgrens Lederträger, lässt sich aber nicht so sehr zu Emotionen hinreißen
wie die Jane-Fassung. Fans freuen sich über wesentlich mehr Action als im
letzten Teil, die spektakulärer und blutiger ausfällt, auch wenn es nie in stumpfen Exzess ausartet. Verglichen mit der
Moorhuhnjagd im Original ist sie zudem abwechslungreicher, da
Alexander, die selbst Karate-Meisterin ist, ein Auge für gutes Momentum hat und
die Kämpfe ansprechend umsetzt. Dieser Punisher versucht auch gar
nicht erst, alberne Intrigen ala „Gefährliche Liebschaften“ zu spinnen und lässt
den unsinnigen Gummihydranten demnach zuhause. Wie schon zuvor gibt es auch hier wieder
Randgestalten (u.a. Julie Benz, „Rambo 4“), die aber zum Glück keinen
gezwungenen Humor mitbringen und nur marginal wichtig sind. Bei all der äußerst
blutigen Action fällt der Film allerdings überraschenderweise undüster aus - der
ganze Film ist in einem grellen, kontrastreichen Comic-Look gehalten, der, von
allerlei kleinen Situationsmomenten unterstützt, gute Laune macht und das
Popcorn schmecken lässt.
Was den Neuen maßgeblich von seinen anderen beiden Fassungen unterscheidet, sind
die Gegenspieler. Gab es im ersten nur leere Zielscheiben und im zweiten John
Travolta, der rein gar nichts mit seiner Rolle machen konnte, gibt es im Neuen
gleich zwei hervorragende Bösewichte. Zum einen darf „The Wire“-Star Dominic
West als amüsanter Mobkönig Jigsaw unterhaltsamen Irrsinn von sich geben, zum
anderen kommt noch Doug Hutchinson dazu, den alte „Akte X“-Veteranen noch als
den unheimlichen Victor Tooms kennen. Hutchinson spielt einen noch verrückteren
Wahnsinnigen, der zusammen mit seinem Bruder ein herrlich amüsantes Irrenpaar
abgibt.
Fast alles hat sich demnach zum Besseren gewendet, jedoch ist auch dieser
Punisher keine gewaltige Granate. Er hat eine gewisse Kurzlebigkeit, die an Filme
wie „Shoot Em Up“ erinnern und Denkwürdiges missen lässt. Der Punisher selbst
ist in Ordnung, würde für eine markante Filmfigur aber mehr Charakter brauchen,
so bleibt es eine unterhaltsame, aber schnell vergessene Action-Nummer.
Fazit:
Der bislang beste Punisher glänzt durch flotte Action, gute Gegenspieler und
einem gelungenen Comic-Stil.
6,5 / 10
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