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Film Kritik
 
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James Bond - Ein Quantum Trost

Story:
Nachdem Bond in „Casino Royale“ von seiner großen Liebe Vesper verraten wurde, versucht James Bond (Daniel Craig) mit allen Mitteln, die Hintergründe dieses Betrugs aufzudecken. Bei seiner Suche lernt er die geheimnisvolle Camille (Olga Kurylenko) kennen,die ihre eigenen Ziele hat. Zusammen jagen sie dann Geschäftsmann Dominic Greene (Mathieu Amalric), der mit seiner skrupellosen Gesellschaft gefährliche Pläne schmiedet....

regie :
marc forster
cast  : daniel craig, mathieu almaric
kritik : christian mester
 

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Kritik:
Es sollte der erste Bond werden, der eine vorherige Geschichte fortsetzt und als große zweite Hälfte zum erstklassigen Casino Royale fungiert, doch schafft er all das? Mitnichten.
 


"Was meinst du mit, da ist so ein Glatzkopf der Olga folgt?"

Quantum macht zwar genau da weiter wo der letzte Teil aufhörte, doch sowohl stilistisch als auch inhaltlich hat der neue Craig weit weniger mit seinem Vorgänger gemein als man wünschen könnte.

Geblieben sind die äußerst aufwendigen und komplizierten Actionsequenzen, die im Gegensatz zu Royale wesentlich vielfältiger gestreut sind und durchweg für starkes Popcorn-Kino sorgen. Wer hätte denn gedacht, dass der Deutsche Marc "Monster's Ball" Forster ein derart perfides Händchen für schweißtreibende Dramatik haben würde? Ob mit Autos, Booten, Flugzeugen oder zu Fuß - der neue Bond übertrifft in dieser Sparte so ziemlich alles andere in diesem Jahr und gibt sein bestes, die Action der Bourne-Filme zu imitieren. Das aber ist nicht schlimm, auch wenn so manche Sequenz ein wenig zu wackelig gefilmt ist und der epilepsiehafte Schnitt das ganze noch mehr durchschüttelt. Trotz all der Action ist man sich auch wieder treu geblieben: es gibt keine unrealistischen Sci-Fi Gadgets, keine Superwaffen und auch keine geheimen Megabasen. Gekonnt baut man stattdessen aufregende Drehorte und technische Neuerungen (wie die neue Generation der Touchscreens) mit ein, um die Geschichte modern und interessant zu bebildern.

Apropos Sets: selten gab es einen Bond, der in der Beziehung derart aufwendig und international wirkte. Ständig springt man von Land zu Land, was letztendlich viel für das Auge bietet und den Eindruck verstärkt, einem global agierendem Agenten zu folgen.

Der braucht sich auch nicht verstecken, denn zum zweiten Mal gibt Daniel Craig die neue, eiskalt und effizient agierende Killerversion von Bond, die selten Witze macht und unentwegt und unaufhaltsam Schergen des Gegners erledigt. Hier ist einfach kein Platz für Witze ala Moore oder Charisma ala Connery... was es leider auch schwierig macht, allzu viel Sympathien für ihn aufzubauen. In Casino Royale funktionierte das noch, weil Bond da ein emotional zerrissener und aufgewühlter Held war; hier aber ist er ein pflichtbesessener Perfektionist, der sich keine Gefühle erlauben kann und instinktiv wie ein Hai vorgeht. Wer sich nach Vespers Tod einen gefühlsstarken Rachefeldzug erwartet, wird enttäuscht; auch hat Quantum inhatlich erstaunlich wenig mit seinem Vorgänger zu tun.
 


"Wer hier nochmal Witze über meine Brille macht,
lernt meine Taucherglocke kennen."

Wir erinnern uns: am Ende des ersten Films kam heraus, dass die Bänkerin Vesper Lynd erpresst worden war und sie zum Schutze ihres Ex-Freundes für die Organisation Quantum arbeitete... bis sie auf Bond traf und ihre Gewissensbisse dann dazu führten, dass sie Quantum verriet und sich umbrachte (weil sie Bond schützen wollte und sich ihrem Verrat nicht stellen konnte). Im neuen Film geht es allerdings kaum darum, denn abgesehen von einer kurzen Befragung am Anfang und einer kleineren am Ende - welche man nicht einmal sieht - geht es ausschließlich um die Pläne eines unbeteiligten Mitglieds von Quantum, die nichts mit Vesper zu tun haben.

Mathieu Almaric als Dominic Greene ist ohne Frage der schlechteste Bond Bösewicht der letzten Jahre, wenn nicht sogar der schlechteste der ganzen Reihe. Das mag nicht an Almaric liegen - der im letztjährigen Drama "Schmetterling und Taucherglocke" Kritiker begeisterte - aber seine Figur und die seines Handlangers sind derart unspektakulär und langweilig, dass man nur mit dem Kopf schüttelt. In keiner einzigen Szene kommt Greene bedrohlich oder imposant vor, wie etwa Le Chiffre, und es fehlt ihm vollkommen an Persönlichkeit oder Eigenheiten. May Day, Beißer, Elliott Price, Renard, Scaramanga, Goldfinger, Gustav Graves - normalerweise sticht fast jeder Bond Bösewicht durch Besonderheiten hervor, aber Greene ist einfach vollkommen charakterlos und hinterlässt traurigerweise keinen wirklichen Eindruck. Selbst der notorische Mr Kill wird mehr Leuten in Erinnerung bleiben als dieser hier.

Nicht ganz so enttäuschend ist Olga Kurylenko als Bond Girl, die sich zwar bemüht, den Charme der alten Bond Girls aber auch nicht einfangen kann. Da zudem eine engere Bindung zwischen ihr und Bond dieses Mal gar nicht erst aufkommt, bleibt sie eher blass und gehört mehr zur Setdekoration. In Nebenrollen tauchen och Gemma Arterton, Jeffrey Wright und Giancarlo Giannini auf, die ihre Sache gut machen, aber nur äußerst kurz auftauchen. Erneut gibt Judi Dench als M eine fähige Leitfigur ab, doch sie könnte man nach sechs Auftritten der Frische halber ruhig ebenfalls mal auswechseln.

Nach Royale sagten viele, dass der ruhig etwas mehr Action haben könnte - Quantum ist fast ausschließlich Action, zwar gut gemacht, aber karg. Im Grunde ist die ganze Mission wie Bonds Arbeitseinstellung in diesem Fall: technisch präzise, aber gefühlslos.  

Fazit:
Der neue Bond ist ein astreiner Actionthriller mit äußerst aufwendiger Action und einer umwerfenden Ausstattung - die Figuren und Geschichte an sich bleiben dabei jedoch auf der Strecke
.

7,5
/ 10

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