Story
Teil 1:
Vietnam-Kriegsveteran John Rambo (Sylvester Stallone) hatte eigentlich nur vor,
einen alten Freund zu besuchen, als ihn ein voreiliger Provinz-Sheriff (Brian Dennehy) für einen kriminellen Landstreicher hält, einsperrt und schikaniert.
Das erweist sich jedoch als großer Fehler, denn der unter Paranoia leidende
Veteran gibt ihnen einen Krieg, den sie nicht gewinnen können...
Story
Teil 2:
Nach seiner Rampage im
ersten Teil wird der Stirnbandträger urplötzlich begnadigt, denn man braucht
ihn um in Vietnam alte Kameraden zu suchen. Die sollen dort nämlich von
gemein-gefährlichen Russen gefangen gehalten werden, was Rambo natürlich nicht
sonders gutheißen kann...
Story
Teil 3:
Rambo hat den Krieg
hinter sich gelassen und verdingt sich seine Zeit als Street Fighter, doch als
sein alter Freund Trautman in Afghanistan von neuen gemein-gefährlichen Russen
gefangen genommen wird, lädt Rambo durch und springt mit Panzer in
Hubschrauber...
regie :
ted kotcheff, george p. cosmatos, peter mcdonald
cast :
sylvester stallone, brian dennehy, brian crenna
kritik :
christian mester
|

"Drei Wetter Taft - hält auch in 'Nam"
|
|
Rambo: First Blood
Heutzutage mag
Rambo das Sinnbild für Stirnbänder, große Oberarme und hirnlose Gewalt sein,
jedoch erinnern sich die wenigsten daran, dass die Geschichte mal anspruchsvoll anfing.
Ted Kotcheffs Action-Thriller aus dem Jahre 1982 mit dem späteren Teil 3 zu
vergleichen erscheint schwierig, denn der erste Teil hat fast nichts mit dem
altbekannten Motiv zu tun, das in Hot Shots 2
später so herrlich veräppelt wurde. 2 und
3 waren Filme voller Explosionen und Unmöglichkeiten, 4 eine verschärfte Fassung
davon; das Original allerdings ist ein geradliniger Actionstreifen, bei dem die
Action als Beiwerk zur Story, nicht aber des Selbstzwecks wegen existierte.
Alles lebt von dem großartigen Duell Stallone und Dennehys, deren Konflikt umso
spannender ist, weil Dennehy als Vertreter des Gesetzes wirklich der Meinung ist, Gutes
zu tun und halbwegs verständlich agiert. Ihre anfallende Auseinandersetzung beginnt mehr oder weniger zufällig und
baut sich bis zum packendem Finale zu einem starken Höhepunkt auf, und das, ohne je vom Tempo
abzulassen. Ketchoff verpackt dies in großartigen Actionsequenzen, die mit
Verfolgungsjagden, Feuergefechten und pointiert gesetzten Nachtszenen äußerst abwechslungsreich ausfallen. Immer wieder ist man erstaunt darüber, wie der Kriegsheld
seine gnadenlosen Verfolger in Schach hält. Angespannt fragt man sich, in was
für einem Scharmützel das Gipfeltreffen dieser beiden Sturköpfe wohl mal enden
wird.
Nach seiner eher zurückhaltenden Rolle als Rocky Balboa spielt Sly einen noch
introvertierten Mann, dessen Charakter völlig anders daher kommt. Rambo ist gezeichnet
von den Schrecken des Krieges, die er selbst erfuhr und auch anderen antun
musste; gleichzeitig weiß er aber auch, dass er das Töten besser kann als alles
andere. Es ist interessant zu sehen, wie der äußerst tödliche Kämpfer immer
wieder versucht, seine Fähigkeiten zurückzuhalten, was Stallone mit einer
starken Zerbrechlichkeit spielt. Dennehy dagegen spielt den Sheriff als strikten, pflichtbewussten Mann,
der nicht weiß, wann er zu weit geht. All das endet in einem großartigen
Monolog, der auch nach mehrmaligen Sehen noch durch Mark und Bein geht.
Besonders auffällig ist auch der klassische Soundtrack von Jerry Goldsmith der sehr dazu beiträgt, Rambo: First Blood von
anderen Titeln abzuheben.
Kein Frage: der erste Rambo ist einer der besten Action-Filme der 80er Jahre und der mit
Abstand beste Teil der Reihe.
8 / 10
|

"Wo ist mein Babyöl?"
|
|
Rambo 2: Der Auftrag
Anspruch? Schmeißt die
Fortsetzung direkt über Bord, denn der zweite Teil hält sich mit solchen
Kleinigkeiten nicht allzu lange auf. Dieses Mal darf der beinharte, immer
verschwitzte Lockenträger mit all seinen Waffen gegen Gegner antreten die zur
Abwechslung mal wirklich böse sind; was folglich heißt, dass sie allesamt
sterben dürfen. Was sie auch tun, und das nicht zu knapp.
Rambo schleicht, schlitzt und ballert sich demnach durch das vietnamsche Gebüsch
und lässt das Popcorn herrlich rascheln. Dass dieser blutige Abenteuerurlaub
darauf verzichtet, sich mit den Figuren näher zu befassen und alle lieber
einsilbig in "nur gut" und "nur böse" einteilt, lässt sich schon fast übersehen,
da George P. Cosmatos, der auch Slys Die City-Cobra gemacht hat, die Action
solide, wenn auch ein bisschen sehr heroisch inszeniert. Es wird schon mehr als
deutlich, dass Rambo hier als perfekter Vorzeigesoldat gezeigt wird, der seine
Kameraden aus der Klemme holt, unbesiegbar ist, nie müde wird und ganz als
Symbol amerikanischer Waffenlobby mit Überzahlen böser Russen (damals noch:
Sowjets) fertig wird. Kritisch wird es kurz, als Rambo sich mit einem
gleichgültigen Befehlsgeber auseinander setzt, allerdings steht das wirklich in
keinem Vergleich zur gebrochenen, interessanten Figur aus dem ersten Teil.
Trotz banaler Ballerei ist Rambo 2 aber ein überdurchschnittlicher Actioner, da
Stallone weit mehr Charisma verstreut als Chuck Norris in seinem abgekupferten
Missing in Action, weil der Soundtrack wieder Bombe ist und die vielen
verschiedenen Actionmomente angenehm in Erinnerung bleiben.
6,5 / 10
|

"Nimm du dir Mahoney, ich knöpf mir
Tackleberry vor..."
|
|
Rambo 3
Nachdem der zweite Teil schon alles daran gesetzt hatte, die Action des
Vorgängers maßlos in den Schatten zu stellen, ist Rambo 3 nachfolgend ein
Geschenk an alle gewesen, die 2 mehr mochten als den ersten. Wieder muss Sly mit
blankem Oberkörper zu den Waffen greifen (natürlich zu größeren) und wieder gilt
es, "nur böse" Russen zu besiegen (natürlich noch fiesere mit noch fieseren
Vorhaben), die sich in diesem Kapitel in Afghanistan verschanzt haben und
unschuldige Völker bedrohen. Da mehr Budget da war, gibt es noch größere
Hubschrauber, noch mehr Geballer, noch größeren Bodycount (es gab nur einen
Toten im ersten, 57 im zweiten, über 100 im dritten) und noch mehr Explosionen,
durch die Sly äußerst sympathisch rennt.
Eigentlich hätte der Film aufgrund seines Anabolika-Armageddons weit weniger
verdient, aber weil die Action wirklich fulminant ist und man schon Angst
kriegen kann, dass der Schirm in Flammen aufgeht, bleibt er auf gleicher Höhe
mit dem eigentlich besseren, aber nicht ganz so schmackhaften zweiten.
6,5 / 10
Zur Reihe:
Das Klischee, das Rambo als
hirnlosen Muckimann mit M-60 in unsere Köpfe verfrachtete, trifft bei näherem
Hinsehen eigentlich nur auf den dritten zu - ja, auch der zweite reduziert sich
fast nur auf Action, hat aber trotzdem hier und da noch leicht kritische Töne.
Die ersten beiden Teile hatten sogar mit den Oscars zu tun - für den ersten
standen sowohl Stallone als auch Richard Crenna im Gespräch, nominiert zu
werden, der zweite war für Soundeffekte nominiert. Dass man Rambo 3 als
testosteronlastigen Quatsch in Erinnerung behält, sollte aber nicht vergessen
lassen, dass auch der dritte ein handwerklich recht gut gemachter Actioner ist,
der sich deutlich von zweitklassigen Sachen wie Dolph Lundgrens Red Scorpion
unterscheidet.
Abgesehen davon hat er wohl den besten Austausch der Filmgeschichte:
"Was ist das?" - "Blaues Licht." - "Was macht es?" - "Es leuchtet blau."w
Unter dem Strich sind die Rambos Pflichtmaterial für jeden Actionfan und Filme,
für die sich keiner schämen muss. Vielleicht hätte das anfangs geplante Ende des
ersten (Rambo sollte eigentlich sterben) der Nachwelt einen noch besseren Film
hinterlassen, aber dann wären uns die spaßigen beiden Fortsetzungen vorenthalten
worden.
_____________________________________________________________________________
:::::...: Diskussion im Forum
|