hauptseite  |  kritiken |  news |  trailer showroom |  jetzt im kino  |  community  |  impressum



 

 

Kritik:
Rambo 1-3


von Christian Mester

Rambo
(1982 - 1988)
Regisseur: Ted Kotcheff, George P Cosmatos, Peter MacDonald
Cast: -

Story Teil 1:
Vietnam-Kriegsveteran John Rambo (Sylvester Stallone) hatte eigentlich nur vor, einen alten Freund zu besuchen, als ihn ein voreiliger Provinz-Sheriff (Brian Dennehy) für einen kriminellen Landstreicher hält, einsperrt und schikaniert. Das erweist sich jedoch als großer Fehler, denn der unter Paranoia leidende Veteran gibt ihnen einen Krieg, den sie nicht gewinnen können...

Story Teil 2:
Nach seiner Rampage im ersten Teil wird der Stirnbandträger urplötzlich begnadigt, denn man braucht ihn um in Vietnam alte Kameraden zu suchen. Die sollen dort nämlich von gemein-gefährlichen Russen gefangen gehalten werden, was Rambo natürlich nicht sonders gutheißen kann...

Story Teil 3:
Rambo hat den Krieg hinter sich gelassen und verdingt sich seine Zeit als Street Fighter, doch als sein alter Freund Trautman in Afghanistan von neuen gemein-gefährlichen Russen gefangen genommen wird, lädt Rambo durch und springt mit Panzer in Hubschrauber...

Kritik Teil 1: Rambo - First Blood
Heutzutage mag Rambo das Sinnbild für Stirnbänder, große Oberarme und hirnlose Gewalt sein, jedoch erinnern sich die wenigsten daran, dass die Geschichte mal anspruchsvoll anfing.

Ted Kotcheffs Action-Thriller aus dem Jahre 1982 mit dem späteren Teil 3 zu vergleichen erscheint schwierig, denn der erste Teil hat fast nichts mit dem altbekannten Motiv zu tun, das in Hot Shots 2 später so herrlich veräppelt wurde. 2 und 3 waren Filme voller Explosionen und Unmöglichkeiten, 4 eine verschärfte Fassung davon; das Original allerdings ist ein geradliniger Actionstreifen, bei dem die Action als Beiwerk zur Story, nicht aber des Selbstzwecks wegen existierte.

Alles lebt von dem großartigen Duell Stallone und Dennehys, deren Konflikt umso spannender ist, weil Dennehy als Vertreter des Gesetzes wirklich der Meinung ist, Gutes zu tun und halbwegs verständlich agiert. Ihre anfallende Auseinandersetzung beginnt mehr oder weniger zufällig und baut sich bis zum packendem Finale zu einem starken Höhepunkt auf, und das, ohne je vom Tempo abzulassen. Ketchoff verpackt dies in großartigen Actionsequenzen, die mit Verfolgungsjagden, Feuergefechten und pointiert gesetzten Nachtszenen äußerst abwechslungsreich ausfallen. Immer wieder ist man erstaunt darüber, wie der Kriegsheld seine gnadenlosen Verfolger in Schach hält. Angespannt fragt man sich, in was für einem Scharmützel das Gipfeltreffen dieser beiden Sturköpfe wohl mal enden wird.

Nach seiner eher zurückhaltenden Rolle als Rocky Balboa spielt Sly einen noch introvertierten Mann, dessen Charakter völlig anders daher kommt. Rambo ist gezeichnet von den Schrecken des Krieges, die er selbst erfuhr und auch anderen antun musste; gleichzeitig weiß er aber auch, dass er das Töten besser kann als alles andere. Es ist interessant zu sehen, wie der äußerst tödliche Kämpfer immer wieder versucht, seine Fähigkeiten zurückzuhalten, was Stallone mit einer starken Zerbrechlichkeit spielt. Dennehy dagegen spielt den Sheriff als strikten, pflichtbewussten Mann, der nicht weiß, wann er zu weit geht. All das endet in einem großartigen Monolog, der auch nach mehrmaligen Sehen noch durch Mark und Bein geht. Besonders auffällig ist auch der klassische Soundtrack von Jerry Goldsmith der sehr dazu beiträgt, Rambo: First Blood von anderen Titeln abzuheben.

Kein Frage: der erste Rambo ist einer der besten Action-Filme der 80er Jahre und der mit Abstand beste Teil der Reihe.

9 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

Kritik Teil 2: Rambo 2 - Der Auftrag
Anspruch? Schmeißt die Fortsetzung direkt über Bord, denn der zweite Teil hält sich mit solchen Kleinigkeiten nicht allzu lange auf. Dieses Mal darf der beinharte, immer verschwitzte Lockenträger mit all seinen Waffen gegen Gegner antreten die zur Abwechslung mal wirklich böse sind; was folglich heißt, dass sie allesamt sterben dürfen. Was sie auch tun, und das nicht zu knapp.

Rambo schleicht, schlitzt und ballert sich demnach durch das vietnamsche Gebüsch und lässt das Popcorn herrlich rascheln. Dass dieser blutige Abenteuerurlaub darauf verzichtet, sich mit den Figuren näher zu befassen und alle lieber einsilbig in "nur gut" und "nur böse" einteilt, lässt sich schon fast übersehen, da George P. Cosmatos, der auch Slys Die City-Cobra gemacht hat, die Action solide, wenn auch ein bisschen sehr heroisch inszeniert. Es wird schon mehr als deutlich, dass Rambo hier als perfekter Vorzeigesoldat gezeigt wird, der seine Kameraden aus der Klemme holt, unbesiegbar ist, nie müde wird und ganz als Symbol amerikanischer Waffenlobby mit Überzahlen böser Russen (damals noch: Sowjets) fertig wird. Kritisch wird es kurz, als Rambo sich mit einem gleichgültigen Befehlsgeber auseinander setzt, allerdings steht das wirklich in keinem Vergleich zur gebrochenen, interessanten Figur aus dem ersten Teil.

Trotz banaler Ballerei ist Rambo 2 aber ein überdurchschnittlicher Actioner, da Stallone weit mehr Charisma verstreut als Chuck Norris in seinem abgekupferten Missing in Action, weil der Soundtrack wieder Bombe ist und die vielen verschiedenen Actionmomente angenehm in Erinnerung bleiben.

7,5 / 10

Kritik Teil 3: Rambo 3
Nachdem der zweite Teil schon alles daran gesetzt hatte, die Action des Vorgängers maßlos in den Schatten zu stellen, ist Rambo 3 nachfolgend ein Geschenk an alle gewesen, die 2 mehr mochten als den ersten. Wieder muss Sly mit blankem Oberkörper zu den Waffen greifen (natürlich zu größeren) und wieder gilt es, "nur böse" Russen zu besiegen (natürlich noch fiesere mit noch fieseren Vorhaben), die sich in diesem Kapitel in Afghanistan verschanzt haben und unschuldige Völker bedrohen. Da mehr Budget da war, gibt es noch größere Hubschrauber, noch mehr Geballer, noch größeren Bodycount (es gab nur einen Toten im ersten, 57 im zweiten, über 100 im dritten) und noch mehr Explosionen, durch die Sly äußerst sympathisch rennt.

Eigentlich hätte der Film aufgrund seines Anabolika-Armageddons weit weniger verdient, aber weil die Action wirklich fulminant ist und man schon Angst kriegen kann, dass der Schirm in Flammen aufgeht, bleibt er auf gleicher Höhe mit dem eigentlich besseren, aber nicht ganz so schmackhaften zweiten.

6,5 / 10

> Deine Meinung zum Film?

 

Copyright © 2004-2050 bereitsgesehen.de, alle Rechte vorbehalten
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websites verantwortlich