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Special:
Die Topfilme der BG Redaktion


von Michael Eßmann, Manuel Föhl, Michael Herbst, Christian Mester, Daniel Schmitt, Marco Steimels, Christian Westhus


Im Jahr 2013 bekam die Redaktion von Bereitsgesehen Zuwachs, um regelmäßiger und breiter gefächert über aktuelle Kinofilme zu berichten. Um zu zeigen, was das Bereitsgesehen-Kollektiv dieses Kinojahr begeistert hat, gibt es nun eine weitere Topliste. Nach einem hochkomplexen Rechensystem* entstand aus den sieben individuellen Zehnerlisten der liebsten Filme des Jahres diese BG-Kollektivliste. Einfach weil 2013 auch ein so gutes Jahr war, dass man nicht mit positiv gesinnten Listen zu sparen braucht. Nun also Bühne frei für die Bereitsgesehen Top 10 des Kinojahres 2013:

(* Der Modus: Für die Plätze 1 und 2 der individuellen Top 10 jeweils 5 Punkte, für Plätze 3 und 4 jeweils 4 Punkte und so weiter, bis Plätze 9 und 10 mit jeweils einem Punkt. Wer zusammengerechnet die meisten Punkte hat, wird die Nummer 1 der Kollektivliste. Rocket Science!)

#10: Pacific Rim
Mit Pacific Rim darf sich Mega-Nerd Guillermo Del Toro mal so richtig austoben. Riesige Monster greifen die Erde an und die Menschheit setzt sich mit ebenso großen Kampfrobotern gegen die Hobby-Godzillas zur Wehr. Wenn sich die Giganten die Kauleisten verbiegen, macht das dem Kind im Manne so richtig Spaß und Michael Bay schaut neidig auf seine Transformers. Pacific Rim ist Hirn-aus Blockbuster vom Feinsten und macht keinen Hehl daraus, die innersten Wünsche eines jeden Actionfiguren-Sammlers nun auch auf der großen Leinwand zu befriedigen. Die Monsterschlacht ist laut, massiv und macht das was es soll - Spaß! 
- Marco Steimels

#09: Blau ist eine warme Farbe
Der französische Cannes Gewinner handelt von einer lesbischen Beziehung. Aber es geht um die aufknospende Sexualität und Persönlichkeit einer jungen Frau, die auf dem Weg raus aus der Pubertät ist. Trotz derber Liebesszenen und schwerer Überlänge ein sensibel inszeniertes Drama, das mit Kechiche, Seydoux und Exarchopoulos drei außerordentliche Talente vorstellt. 
- Michael Herbst

#08: Der Geschmack von Rost und Knochen
Die Tiertrainerin Stéphanie (Marion Cotillard) versucht nach einem schweren Unfall ins Leben zurück zu kehren und findet langsam neuen Lebensmut beim allein erziehenden Vater und Türsteher Alain (Matthias Schoenaerts). Die Geschichte des ungleichen Duos inszeniert Ein Prophet Regisseur Jacques Audiard als knallhartes Drama voller Kraft und Schönheit, welches manchmal schroff und hart und manchmal ungemein sanft und filigran daherkommt, und u.a. der Kontrast dieser -- sich auch in den Hauptfiguren wiederfindenden – Gegensätze ist es, der einen Teil der Faszination und Stärke dieses französischen Liebes-Melodramas ausmacht. Emotional, knallhart und ehrlich und dabei tieftraurig, aufmunternd und wunderschön zugleich, verbindet es u.a. Wut, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Lethargie zu einem faszinierend stimmigen Ganzen, voller einprägsamer und toller Momente. Der Geschmack von Rost und Knochen ist ein beeindruckendes, verdammt intensives, brillant inszeniertes, perfekt besetztes und vor allem größtenteils authentisches Stück Filmkunst, getragen von einem tollen Hauptdarsteller-Duo und unterlegt von einem klasse Soundtrack, welches sich Mann und Frau nicht entgehen lassen sollten. Garantiert keine Lebens- und Liebesgeschichte von der Stange. 
- Michael Eßmann

#07: Iron Man 3
Weniger Iron Man, dafür mehr Tony, aber gerade das macht ihn stark. Der wahrscheinliche letzte Solofilm von Iron Man ist keine Standardcomicverfilmung wie man sie mittlerweile erwarten sollte. Der schimmernde Anzug wird zur Seite gestellt und sein Träger, Robert Downey Jr., darf glänzen. Iron Man 3 ist eine der besseren Comicumsetzungen und beweist, dass Marvel, trotz bedingter Vorlagen, für wirkliche Überraschungen gut sein kann. Nach Dreiviertel der Laufzeit erlaubt sich Marvel eine Wendung einzubauen, welche man Filmen dieses Genres nicht zugetraut hätte und die Fanbasis in zwei Lager gespalten hat. Die einen liebten es, die anderen haben Marvel verflucht. Anscheinend haben die Flüche gewirkt, denn Marvel ist von seinem mutigen Kurs abgekommen und hat uns noch im selben Jahr einen durchschnittlichen Thor 2 präsentiert. Iron Man 3 ist, auch für nicht Comicfans, einen Blick wert. 
- Daniel Schmitt 

"Haben die das jetzt wirklich gebracht???" - Das wird wohl die häufigste Reaktion auf Tony Starks dritten Soloflug gewesen sein, welcher die Gemüter der Zuschauer erhitzt. Selten hat ein Film aus dem Hause Marvel so die Meinungen gespaltet, aber ebenso selten gelingt es einem Studio so gut, alteingesessene Fans und Mainstream Kinogänger so zu überraschen. Chapeau Marvel! 
- Marco Steimels

#06: Django Unchained
Quentin Tarantinos Six Shooter trifft nicht alle Male, aber oft genug mitten ins Schwarze, um in dieser Liste zu landen. Waltz erneut zu besetzen lässt Tarantino mutlos wirken, jedoch bringen beide denselben Esprit auf, der auch schon Inglorious Basterds so viel besser als den mäßigen Death Proof werden ließ. In einer Zeit in der Western zum aussterbenden Genre gezählt werden müssen, ein höchst willkommener Harmonica-Pfiff. 
- Michael Herbst

#05: Prisoners
Eine überzeugende Zurschaustellung menschlicher Abgründe, eine nachvollziehbare Detektivgeschichte mit nennbaren, spannenden Höhepunkten. Leider kann der Film für wirklich aufmerksame Krimifans vorhersehbar sein und ab da ist es eher eine Tortur als ein Vergnügen, den Protagonisten dabei zuzusehen, wie sie die Spuren verfolgen. Denn dann geht der Film noch eine gut eine Stunde. Allerdings ist die schauspielerische Leistung herausragend. Hugh Jackmann als verzweifelter Vater, der bereit ist zum Äußersten zu gehen um seine Tochter wiederzubekommen und Jake Gyllenhaal als ambitionierter Detektiv, dem das System jede Form von Inkompetenz entgegensetzt, die es zur Verfügung hat. Prisoners sollte man nicht verpasst haben oder zumindest nachholen. 
- Daniel Schmitt

#04: Frances Ha
Die verwirrende Phase kurz vor der 30. Greta Gerwig, die auch Co-Autorin ist, als unkoordiniert Suchende, die noch etwas verpeilt durchs Leben irrt. Normalerweise muss ein Zuschauer den porträtierten Figuren eines Films nicht unbedingt ähnlich sein, um sie zu verstehen, aber hier hilft es wahrscheinlich schon, wenn man vergleichbar suchend war oder ist. „Frances Ha“ kann schnell klein und belanglos wirken. Ist er aber nicht. Und selbst wenn doch, sind Gerwigs umwerfend sympathische Darstellung und Noah Baumbachs leichtfüßige Regie Grund genug, Frances‘ Sinnsuche zwischen eigenen Träumen, Liebe und Freundschaft interessiert zu folgen. 
- Christian Westhus

#03: Captain Phillips
Tom Hanks spielt einen Kapitän, dessen Containerschiff von somalischen Piraten geentert und übernommen wird. Captain Phillips ist ein Film, der aus dieser eigentlich simplen - auf wahren Ereignissen basierenden - Geschichte gefühlt das Höchstmaß an möglicher Spannung heraus kitzelt, und seinen Zuschauer auf eine teils ungemütliche Reise mitnimmt und fast ganz nebenbei noch die beste darstellerische Leistung des zweifachen Oscarpreisträgers Tom Hanks seit gefühlt mindestens 10 Jahren bietet. Erneutes Spannungskino vom Bourne 2&3 Regisseur, welches im für Regisseur Paul Greengrass inzwischen typisch gewordenem Mix aus Wackelkamera und atemberaubender Spannung daher kommt, sich dabei aber auch die Zeit nimmt, die Täter und deren Motive zu beleuchten und sie so nicht zu Standardbösewichten verkommen lässt. Definitiv einer der besten Thriller (mit deutlichem Drama Anteil) des Jahres. 
- Michael Eßmann

#02: Before Midnight
Es spricht Bände, wenn ein Film, den man nicht unbedingt wollte, vor dem man Angst hatte, dass er die geliebten beiden Filmreihenvorgänger eventuell negativ beeinflussen könnte, zu einem Jahresliebling wird. Der dritte Teil der „Before“ Trilogie ist weniger romantisch und magisch als „Sunrise“ und „Sunset“, doch genau so faszinierend und fast noch emotionaler. Das Trio Richard Linklater, Ethan Hawke und Julie Delpy hat zwei großartige Figuren geschaffen und weiß effektiv mit ihnen umzugehen. Es ist ganz egal, wie sehr oder wie wenig man sich selbst in Celine und Jesse wiederentdeckt. Diese Sezierung einer Ehe lässt niemanden unbeteiligt zurück. 
- Christian Westhus

#01: Gravity
Cuarons kleiner All-Ausflug ist wahrscheinlich der Überraschungserfolg des Jahres. Der Erfolg bei Kritikern war Cuaron bereits im Vorfeld sicher, aber trotzdem musste der Film aufgrund seines hohen Budgets noch sehr viel mehr einspielen als alle anderen, die er zuvor gemacht hatte (seinen Potter außen vorgelassen), um nicht als teurer Einwegkunstversuch hilflos ins All hinaus zu treiben. Was er dann wider den Erwartungen auch tat, denn jeder der Gravity sah, empfahl ihn mit leuchtenden Augen weiter, bis er zum großen kommerziellen Treffer wurde. Zu Recht, denn Sandra Bullocks Überlebenskampf gehörte zu den spannendsten des Jahres. 
- Christian Mester

Fazit:
Das war das Filmjahr 2013. Es hat sich gelohnt. Nahtlos geht es weiter mit dem Kinojahr 2014, wo schon sofort neue sehenswerte Filme auf uns warten. 

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