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Kritik:
Die Reise zum Mittelpunkt
der Erde


von Christian Mester

Journey to the Center of the Earth
(2009)
Regisseur: Eric Brevig
Cast: Brendan Fraser, Josh Hutcherson

Story:
Eines Tages macht Geologie-Professor Trevor Anderson (Brendan Fraser) einen sensationellen Fund: eine Spur verrät, wohin sein vor langer Zeit verschollener Bruder reiste. Zusammen mit dessen Sohn macht er sich also auf ins idyllische Island, um mit einer Gehilfin den Eingang zum Mittelpunkt der Erde zu finden...

Kritik:
Aufregende Abenteueraction mit Brendan Fraser und Dinosauriern, ganz nach dem visionären Roman von Jules Verne? Hätte man gern gesehen, aber dieses neue Meta-Sequel zum alten Klassiker ist eher eine herbe Enttäuschung.

Gut, die Story hatte ohnehin nichts zu bieten und ist nur Mittel zum Zweck, aber selbst für eine Geschichte, die hauptsächlich auf spektakuläre Umgebungen und fantasievolle Kreaturen setzt, gibt es nur unzureichend einsilbige Figuren. Der ewig sympathische wenn auch debil wirkende Fraser albert sich zwar wie gewöhnlich mit kindischen Grimassen durch die Schlamassel, doch sowohl er, sein Neffe als auch seine obligatorische Love Interest könnten als Rollen kaum flacher ausfallen. Vergleicht man die Crew mit der aus dem ebenfalls wenig aufregenden Die Mumie 3, bleibt die neue Reise sogar noch weiter zurück.

Was Frasers letzten jedoch trotz der offenen Mängel unterhaltsam machte, lässt seinen neuen völlig im Stich: die Technik. Nach kurzer Einleitung finden sich die drei Abenteurer schnell zwischen fleischfressenden Riesenpflanzen, Superpiranhas, Tyrannosauriern und elektrischen Vögeln wieder, aber so märchenhaft das auch klingen mag, so ist die Umsetzung von all dem einfach komplett misslungen. Der Film von Eric Brevig ist circa so effektlastig wie die dritte Mumie, nur... dass man dafür weit weniger als die Hälfte des Budgets der Mumie zur Verfügung hatte, das fällt bitter auf.

Fast jede Bluescreen-Szene sticht im Film immens fake hervor und die Fantasykreaturen - insbesondere Tyrannosaurier gegen Ende - wirken beinahe so echt und glaubwürdig wie die animierten Unholde aus dem berüchtigten Trash-Klassiker A Sound of Thunder (starring Sir Ben "Bloodrayne" Kingsley). Es gibt Ingame-Sequenzen in Computerspielen, die überzeugendere Effekte haben.

Was dann unter dem Strich bleibt, fühlt sich auch noch ziemlich zusammengeklaut an. Eine Minenwagenfahrt aus Indiana Jones? Check. Familie, die wieder zueinander finden muss? Check. Held verliebt sich zufällig in die attraktive Tourguide? Bodycheck.

Wer aufgrund des Themas übrigens interessante Thesen oder Diskussionen der Wissenschaft erwartet, wirft die Flinte besser ins Korn, denn die Wissenschaft im Film macht etwa soviel Sinn wie die im Pflichtwerk The Core. Realismus wird offen gesagt mit Füßen getreten, und spätestens wenn Mama ihren Sohn am Mittelpunkt der Erde anruft während der und sein Onkel gerade Superpiranha-Baseball spielen, will man ganz tief im Kinosessel versinken.


azit:
SManch einer mag argumentieren, dass es ja nur ein Kinderfilm sei, aber das ist niemals eine Entschuldigung für derart faules Werk. Gute Familienfilme gibt es nämlich auch, und Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 3-D ist davon etwa soweit entfernt wie Imhotep von Starlight Express.

3 / 10
10 - Meisterwerk
8-9 - sehr gut
6-7 - gut
5 - mittelmäßig
3-4 - ausreichend
1-2 - miserabel
0 - Inakzeptabel 

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