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KRITIK:

1 1/2 Ritter auf der Suche
nach der hinreißenden Herzelinde


von Christian Mester

1 1/2... (2009)
Regie: Till Schweiger
Cast: Till Schweiger, Roberto Blanco

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Story:
Lanze (Til Schweiger) ist Ritter und schwer verliebt - in Prinzessin Herzelinde, die er zu beschützen geschworen hat. Als diese einer Heirat mit einem schmierigen Grafen (Udo Kier) entgeht, entführt ein mysteriöser Fremde die Holde. Zusammen mit Halunke Erdal (Rick Kavanian) begibt sich Lanze auf Rettungstour....

Mark Keller (li.) war mal der Star aus ALARM FÜR COBRA 11

Kritik:
Till Schweiger, der größte deutsche Filmstar? Keine Frage, der ehemalige "Manta, Manta"-Star hat sich zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Regisseure des Heimatlands entwickelt. Sein "Keinohrhasen" schlug wie eine Bombe ein und bevor es nun in dessen Sequel geht, soll "1 1/2 Ritter auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" jene berühmte Zeit der Ritter persiflieren.

Ein heilloses Desaster, das durch nichts zu retten ist. Der Trailer ließ schon allenfalls marode Klamotte vermuten, doch das Endergebnis ist satter Volltrash, der nicht nur schlecht, sondern schlimmer: unbeschreiblich langweilig ist. Abgesehen davon, dass der Film seine überzogene Laufzeit von knapp zwei Stunden nur geringfügig mit Späßen füllt, fallen diese unerträglich debil und plump aus. Schweiger ruft zum großen Cameo-Zulauf auf und baut dutzende, aus deutscher TV-Landschaft bekannte Gesichter in seine Persiflage ein, von Festzelt-Attraktion Roberto Blanco über Didi Hallervorden bis hin zu "Alarm für Cobra 11"-Pseudo-Actionstar Mark Keller.

Was eventuell in spaßiger Zotensammlung uriger Veteranen hätte enden können, verkommt zum planlosen Staffellauf.

Till Schweiger spielte in INGLOURIOUS BASTERDS mit

"Keinohrhasen" bestach zumindest durch angenehmes Miteinander Schweigers und Tschirners und dezenter Zurückhaltung.

Wenn Roberto Blanco und Thomas Gottschalk sich aber in ernst gemeinten Unterredungen Zeit lassen und Unikat Udo Kier schon mal vergisst, dass der Film meilenweit weg von jemals ernst zunehmenden Material ist und sich dafür ins Zeug legt, darf man getrost den Kopf hängen lassen. Das, mit Verlaub, ist weder spaßig, noch vorzeigbares Beispiel für akzeptable deutsche Filmkunst. Filmerisch bewies Schweiger in seiner vorherigen, adretten Romantikklatsche ein Händchen für geschickt eingesetzte Untermalung, hier findet sich gleich Zweierlei. Zum einen wird die auferweckte Neukarriere der ausgegrabenen Boyband-Importe New Kids on the Block scheinheilig beworben (kurios: einer von ihnen ist "Saw 2"-Hauptdarsteller Donnie Wahlberg), zum anderen greift man auf eine nervtötend gleichmäßige Theme zurück, die in ihrer Eintönigkeit bald verzweifelt zum Kartoffelschäler greifen lässt.

Filmisch erwirkt Schweigers Rittersammlung allenfalls Kopfschmerzen, denn die "Action" ist ein Witz, der Klamauk haarsträubend. Es ist nett, dass man Schweiger diverse Kostüme von Jahrmarkt-Ritterspielen lieh, doch das macht längst keinen Film.

Fazit:
Langatmig, schlecht gespielt, unlustig. Freitod einer Komödie.

0 / 10
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