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Film Kritik
 
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Terminator: Die Sarah Connor Chroniken (Pilotfolge)

Story:
Einige Jahr sind vergangen, seitdem Sarah Connor (Lena Headey) mit ihrem Sohn John vor dem T-1000 entkommen konnte. Immerzu auf der Weiterreise werden sie eines Tages wieder von einem Terminator angegriffen, der kurz darauf von einem alliierten Terminator aufgehalten wird. Mit Hilfe des als junge Frau getarnten Beschützers versuchen die beiden, dem sicheren Tod ein weiteres Mal zu entkommen...

Anmerkung: diese erste Folge gab es aus Promotionzwecken vor kurzem
für einen Tag umsonst im Internet zu sehen.


regie :
david nutter
cast  : lena headey, summer glau
kritik : christian mester
 

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Kritik:
Normalerweise schreiben wir ja keine Kritiken zu TV-Serien, aber in diesem besonderen Falle machen wir mal eine Ausnahme. Schon die Ankündigung
einer Terminator-Fernsehserie ließ Fans der Reihe aufschreien, denn natürlich ist jeder der Meinung, dass es nur ein billiger, schnell produzierter Abklatsch ist. Ähnlich wie bei der Serie zu Blade erwartet jeder schlechte Effekte, schlechte Figuren und ein schwaches Niveau, welches an die zugehörigen Filme nicht heranreicht.

Sind diese Ängste begründet?
 

Während Terminator 4 schon in der Mache ist und im nächsten Jahr in die
Kinos kommt, geht es in der TV-Serie zu Sarah Connor um eine vollkommen alternative Zeitlinie. Die Serie spielt zwar nach den Ereignissen von Terminator
2, geht dann aber ganz anders weiter. In dieser Zeit gibt es kein Terminator 3. Somit gibt es also zwei Zeitlinien:

Terminator
Terminator 2: Judgement Day
Terminator 3: Rise of the Machines
Terminator 4: Salvation - The Future Begins

und

Terminator
Terminator 2: Judgement Day

Terminator: Die Sarah Connor Chroniken

Hat man das verstanden, ist es theoretisch leichter die Serie zu akzeptieren,
da sie versucht, eine kreative "was wäre, wenn" Alternative zu zeigen. In der Praxis geht das jedoch leider voll daneben, denn die Serie versagt in fast jeder Hinsicht.
 

Viele bemängeltem am dritten Kinofilm ja, dass die Atmosphäre zu bunt und ohne Bedrohung sein - in der Serie ist es aber noch viel schlimmer. Zwar erreicht
sie niemals Buffy-Albernheiten, aber es gelingt überhaupt nicht, irgendwelche Spannung oder ähnliches aufzubauen.

Die Pilotfolge fängt mit einem Albtraum Sarah's an, in dem sie träumt, ein feindlicher Terminator käme und würde ihren Sohn vor ihren Augen töten.
Sarah selbst überzeugt hier, aber alles andere drumherum nicht. Ihr Sohn,
gespielt von Thomas Dekker, ist vollkommen leer und gefühlslos, was sich
auch im Verlauf der ganzen Folge nicht ändert. Er ist eigentlich das Zentrum, denn alles in den Filmen dreht sich um sein Überleben, aber langweiliger könnte ein Ziel garnicht sein. Im Vergleich zu Edward Furlong's quirligen Jungen aus T2 und Nick Stahl's feistem Erwachsenen aus T3 ist Dekker ein völliger Reinfall.

Die Optik weiß auch nicht wirklich zu glänzen. Zwar sind einige Effekte hier
und da nicht schlecht gemacht (etwa, als einem Terminator das Fleisch vom Endoskelett gebrannt wird), aber einfach alles wirkt fake und unfertig. Im Gegensatz zu sehr cineastischen Serien wie Lost und 24 hat man sich auch keine Mühe in der Regie gegeben. Dabei müsste Nutter es besser wissen, hat er doch auch schon etliche Akte X, Dark Angel und Supernatural-Folgen hinter sich.

Firefly-Hottie Summer Glau ist attraktiv, aber auch eine extreme Fehlbesetzung für die Rolle des guten Terminators. Zum einen verhält sie sich keineswegs wie eine Maschine (Loken machte das fantastisch in T3), zum anderen klingen Sprüche wie "Komm mit mir, wenn du leben willst" aus ihrem Mund einfach
nicht überzeugend. Auch die Tatsache, dass sie in 45min gleich zweimal
nackt ist und Sarah sie auch noch auf ihre Brüste hinweist, lässt mitunter mit den Augen rollen.

Wer Härte sucht, sucht die vergeblich. Geht es bei 24 und Dexter oft schonungslos und freizügig zur Sache, tragen die Connor Chroniken
rosa Plüschpantoffel mit Häschen vorne drauf. Keine Haut, kein Blut.
 

Unglaublich schlecht ist Owein Yeoman als böser Terminator, der nur schlecht ist und selbst in einem drittklassigen Monsterfilm wie Spiders vs Octopus noch fehl am Platze wäre (er ist übrigens auch sehr schlecht). Er wird als Lehrer eingeführt, der die Anwesenheitsliste abfragt und John dann ermorden will. Klobig und charakterlos lässt er Arnie im ersten Terminator wie Daniel Day-Lewis wirken. Zum Glück spielt er nur in der ersten Folge mit.

Der einzige Wehmutstropfen ist Lena Headey, die schon in 300 als Frau von Leonidas eine gute Figur abgab und diese schwierige Rolle hier akzeptabel meistert. Sie ist tough, hart und verzweifelt, auch wenn sie natürlich nicht an
die unvergessliche Linda Hamilton rankommt.

Natürlich ist nach der ersten Episode noch vollkommen offen, in welche
Richtung die Serie sich entwickeln wird  aber der Grundstein sieht schon
nicht gut aus. Dass es stilvoller, spannender, actionreicher und mit besseren
Figuren geht, haben Serien wie Dexter, Heroes und Prison Break auch
schon gezeigt, aber in diesem Fall bleibt einfach wenig Hoffnung.

Auch handlungsmäßig zeigen sich wenig Möglichkeiten. Gibt es nun jede Woche einen neuen Terminator? Oder will der Film einen eigenen Feldzug
gegen Skynet aufziehen, mit dem geringen TV-Budget?

Fazit:
Nach der Pilotfolge lässt sich die Serie nur wirklichen hardcore-Terminatorfans empfehlen. Für Serienfans gibt es einfach zu viele bessere Alternativen und für Terminatorfans hat das Warten eh bald ein Ende: drei neue Terminator Kinofilme und eine Animationsreihe werden den Bedarf schon füllen.
 

3
/ 10

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