home  |  vorschau  |  kritiken  |  gewinnspiele  |  drehbücher  |  impressum  |  links  |  chat  |  forum

 
Rezension
 
< Rezensionen
< Home


 


 

 
Saw 4

Story:
Der aufbrausende SWAT-Commander Rigg wird entführt, um Teil eines gänzlich neuen Spiels zu werden. Derweil scheint Puzzle-Mörder Jigsaw einen zweiten Assistenten rekrutiert zu haben...

regie :
darren lynn bousman
cast  : tobin bell, lyriq bent
kritik : christian mester
 

____________________________________________________________________________

Kritik:
Gong zur vierten Runde, und das obwohl der Hauptverantwortliche seit dem letzten Teil nicht mehr atmet. Selbst seine Assistentin hatte verfrüht das Zeitliche gesegnet, wie also erzählt man jetzt eine Geschichte weiter, dessen Dreh- und Angelpunkt fehlt?

Andere Filme des Genres greifen dafür gern mal in die übernatürliche Trickkiste, doch „Saw 4“ bleibt zum Glück einigermaßen realistisch (sieht man einmal vom organisatorischen, bautechnischen und logistischen Hintergrund ab). Keine Tricks, Tote bleiben tot, was eine konkrete Autopsie besagten Hauptcharakters schon zu Beginn klar macht. Stattdessen kramt man ein bereits reichlich genutztes Tool hervor und setzt es unverblümt ein – die gute alte Rückblende. Durch ihr lernt man wieder ein wenig mehr vom nun toten Hobby-Philosophen und Folter-MacGyver John Kramer alias Jigsaw, dieses Mal dazu viel von der der Liebe seines Lebens. Zum Kuscheln bleibt allerdings keine Zeit, da es noch zwei parallele Cop-Geschichten zu erzählen gibt, die den Großteil des Films bestimmen. Auf der einen Seite darf wieder jemand (passiv, wie im dritten) durch eine Ansammlung mechanisierter Todesmaschinerien mit potentiellen Opfer klettern, während auf der anderen zwei Cops namens Strahm und Hoffman konkurrierend versuchen, Jigsaws letzten Fall zu lösen.

Der fällt im direkten Vergleich aber ein erhebliches Stück schwächer aus, was daran liegen mag, dass der bisherige Autor Leigh Whannell erstmals nicht mehr die Vorlage schrieb. „Saw 4“ zieht direkt schon aufgrund der neuen Fallen den Kürzeren, die bisher ein konstantes Merkmal aller Filme waren und hier natürlich wieder betucht grausam ausfallen, jedoch bloß gleichgültige Figuren zerhacken, und das auch noch weit weniger spektakulär als zuvor. Der neue Protagonist Lyriq Bent, in vorherigen Teilen nur als recht unwichtiger Nebencharakter zu sehen gewesen, führt vor, wieso er das besser geblieben wäre. Seine Geschichte ist langweilig, sein Charakter zu glatt. Es führt dazu, dass es einem egal wird, wem was passiert, was ein Stück der Spannung raubt.

Ähnliche Probleme machen die beiden Cops Strahm und Hoffman, die sich zum erschwerten Verständnis nicht nur relativ ähnlich sehen, sondern auch noch ähnlich emotionslos agieren. Die beiden keanureevesen sich so dröge durch ihre Ermittlung, dass CSI mit ihnen als Zugpferde höchstens dazu geeignet wäre, nächtlich als Heiner Brehmersche Einschlafhilfe zu dienen.

Fans werden die vielen neuen Offenbarungen, die selbstredend offene Fragen beantworten, derweil sehr zu schätzen wissen, was wohl der markanteste Punkt des Films ist. Er wirkt wie ein 90 Minuten langes Extra, wie ein Goody, das einzeln nicht unbedingt massentauglich ist. Es beschleicht leise das Gefühl, das bei der Entstehung des neuen Kapitels keine Muse im Zimmer war. Hat sich „Saw“ also totgelaufen?

Trotz besagter Schwächen ist der merkliche Absturz der Reihe längst nicht im Keller gelandet. „Saw 4“ enttäuscht, da alle Vorgänger sehr gut vorlegten, ist für sich aber immer noch ein durchaus mittelmäßiger Vertreter seines Genres. Clousers starker Soundtrack beginnt zwar, sich in Eintönigkeit zu verlaufen und auch die Optik kennt man mittlerweile, aber Bousman will sich offenbar bewusst nicht zu weit von dem Gesamtwerk entfernen und präsentiert zur Entschädigung wenigstens recht schmucke Überblendungen, die sehr einfallsreich von Szene zu Szene führen.

Fazit:
Waren die ersten zwei, drei noch fraglos gute Horrorwerke, dürfte „Saw 4“ wohl die Geister scheiden. Für die einen ist es hirnloses Dauergemetzel mit gezwungen gestreckter, überflüssiger Story, andere freuen sich über die nächsten Mosaiksteine einer überaus durchdachten Horrorgeschichte, die mit 4 nicht unbedingt ihr bestes Kapitel schreibt, sie dennoch ausreichend fortführt.

4,5
/ 10

_____________________________________________________________________________



:::::...:
Diskussion im Forum





























 

 
FILM FORUM
Diskutiere mit anderen über die neuesten Gerüchte, die aktuellen Filme, den kommenden Highlights, den TV Top Serien und über Gott und die Welt!

Zum Forum!

 




alle genutzten Promomaterialien diverser Filme
Copyright den entsprechenden Besitzern
alle Texte und nicht-promotionalen Bilder
Copyright 2005 bereitsgesehen.de
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websiten verantwortlich