Charlie und die Schokoladenfabrik
(11. August 2005)
cast.
johnny depp
regie.
tim burton
kritik.
fred king
Inhalt
Die Story ist so simpel wie bizarr: ein paar
Kinder gewinnen durch Glück eine
Touristenreise durch die weltgrößte
Schokoladenfabrik, die das zuhause des
überaus exzentrischen Willy Wonka's ist -
kein Wunder also, das diese wie ein
Märchenschloss aufgebaut ist, dass auch eine
Attraktion in einem Disney Park sein könnte.
Kritik - Die guten Sachen
Johnny Depp ist in den letzten Jahren nahezu
zu einem Schauspieladonis geworden - und das
meine ich nicht in körperlicher Form (auch
wenn er recht gut aussieht). Nein,
spielerisch sucht er sich die bizarrsten und
verrücktesten Figuren heraus und zaubert die
grandiosesten Darbietungen daraus.
Ebenso hier - die Rolle, die er bekanntlich
auf Sänger Marilyn Manson basiert hat, steht
ihm genau so gut wie die Story zu Wirrkopf
Tim Burton, der hier einmal mehr seiner
kreativen Ader freie Fahrt geben kann.
Charlie und die Schokoladenfabrik ist ein
farbenfroher Rausch durch die fröhliche
Fantasie eines mehr oder weniger harmlosen
Irren, die seinesgleichen sucht.
Für Kinder, auf die der Film sichtlich
abzielt, ist der Film ein interessantes
Abenteuer, einmal ganz anders als die
typischen Familienfilme die so im Jahr
erscheinen. Trotz der simplen Geschehnisse
hat der Film allerdings einige Untertöne,
die ein wenig nach Sozialkritik riechen -
und zwar so, dass hauptsächlich Kinder sie
verstehen werden. Ob das als gut oder
schlecht auszulegen ist, liegt jedem selbst
frei, aber es gibt Kudus für den Mut, den
Burton hier an den Tag legt.
Depp's Wonka ist eine der ausgefallensten
Figuren dieses Jahr, und man sollte sich
nicht wundern, wenn Johnny nächstes Frühjahr
bei den Oscars Erwähnung kriegen sollte.
Kritik - Die schlechten Sachen
Eltern sollten gewarnt sein - wer sensible
Kinder hat, dem ist der Film beileibe nicht
zu raten. Willy Wonka's Schokoladenfabrik
mag zwar berauschend schön sein und auch die
vorkommenden Kinder im Film könnten
gefallen, doch es gibt einige Sachen am
Film, die manches Kind vielleicht unbedingt
gesehen haben muss.
Willy Wonka ist ein bizarrer Freak, eine
unberechenbare Zeitbombe, ein Wahnsinniger
der einen sehr abgefahrenen Humor besitzt,
und dem kein Elternteil der Welt sein Kind
auch nur 5 min überlassen würde. Selbst
Michael Jackson könnte eher Kindermädchen
spielen als er hier, und das ist es. Wonka
kann durchaus Angst verbreiten, und wer sich
den mit Süßigkeiten lockenden netten Irren
vorstellt, dem man seinen Kindern immer
verbietet zuzuhören, dann könnte das
durchaus Willy Wonka sein.
Das betrifft auch seine Fabrik - es gibt
eine ähnliche Episode von Futurama, in der
die Helden in einer Süßigkeitenfabrik
landen, in der alles toll schmeckt und noch
toller aussieht. Nach einiger Zeit finden
sie jedoch heraus, dass alles nur Tarnung
für etwas Böses ist, und diese
Unterschwelligkeit findet sich auch hier.
Ist die Fabrik nur ein Knusperhäuschen?
Fragwürdig.
Die kleine unheimliche, singende Klonarmee
Wonka's und die Inneneinrichtung, die nur
unter massivem LSD Einfluß entstanden sein
kann, tragen dazu nicht wenig bei.
Ein Film für Leute, die Fear and Loathing
Las Vegas noch einmal in der kunterbunten
Klonclownfassung sehen wollen.
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