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Film Kritik
 
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Quentin Tarantino's Inglorious Bastards (remake)

Story:
Zwei Geschichten: Aldo Raine ist Anführer einer knallharten amerikanischen Soldatentruppe, die sich kurz vorm zweiten Weltkrieg in das von Deutschen besetzte Frankreich absetzt, um so viele Nazis wie nur möglich zu erledigen.

Shosanna ist eine junge Jüdin, die beim Mord an ihrer Familie nur knapp den Schergen der Nazis entkommt. Jahre später leitet sie in Frankreich ein Kino, als sie es mit einem nervigen jungen Deutschen zu tun bekommt. Der ist ein gefeierter Kriegsheld und plant, einen großen Film für Goebbels und Hitler aufführen zu lassen. Als Shosanna und Raine jeweils Wind davon kriegen
dass es in eben diesem Kino stattfinden soll, planen beide den Mord am Führer...

script-kritik :
christian mester
 

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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.


Kritik:
Seit rund 10 Jahren will Quentin Tarantino ein Script namens Inglorious Bastards verfilmen, an dem er bekanntlich schon seit Ewigkeiten sitzt. Der Kriegsfilm ala "Das dreckige Dutzend" wird nun ab Oktober gedreht, und kaum dass QT den Film angekündigt hat, erschienen die ersten Kritiken zum Script im Netz. Ist es denn wirklich so gut wie manche meinen? Ein Meisterwerk, vermutlich Quentins bester Film bisher?

Nicht unbedingt.
 


Quentin ist bekennender Fußfetischist.

Es kommt drauf an, was man erwartet. Schaut man sich den Filmtitel und Quentins vorherige Filme an, so denkt man offensichtlich erstmal an einen Haufen mieser Mistkerle, wie man sie nur in den hintersten Ecken im Gefängnis antreffen könnte. Tättowiert, schmierig, laut und stets dreckig grinsend, mit verrückten Lebensgeschichten und einer losen Hand zur Gewalt. Glücklicherweise sind Raine und seine Jungs genau das: die Inglorious
Bastards sind charismatische und vermaledeite Bastarde.

Besonders Raine sticht als junge Version des Sarges aus Full Metal Jackett hervor, der unentwegt flucht und nichts als das Skalpieren unzähliger Gegner im Sinn hat. Seine Kollegen sind ähnlich: alles mordsgefährliche Irre wie Vinnie Jones in The Condemned; einer von ihnen ist zum Beispiel in seinen Baseballschläger verliebt, in dem auch noch schöne Grüße diverse Amerikaner eingeritzt sind.

Das große Problem? Trotz rund 170 Minuten Lauflänge kommen die Bastards selbst nicht oft vor. Sie haben zu Anfang eine recht große Szene und dominieren den ganzen Showdown, aber da ist mehr als eine ganze Stunde im Mittelteil, in der die verruchten Krieger überhaupt nicht vorkommen. Stattdessen erzählt QT die tragische, aber humorlose Geschichte einer armen Jüdin, die irgendwie versucht zu überleben. Ihre Geschichte ist halbwegs spannend und gut charakterisiert, aber sie nimmt wertvolle Zeit von den wesentlich unterhaltsameren Bastarden weg. Zwar werden beide Geschichten im letzten Drittel recht gut zusammengeführt, aber gegen Ende greift schließlich eine gewisse Erkenntnis. Es wird klar, wieso die Bastarde verhältnismäßig wenig vorkommen - sie sind Karikaturen.

Karikaturen sind nicht verkehrt; Arnie spielte dutzende davon in etlichen Filmen, nur dann waren es Filme mit erheblicher Action - und das ist nichts für Quentin. Wie man schon in Death Proof sah, hält er sich lieber mit langen Gesprächen und interessanten Stories auf, aber die tumben Bastarde haben da nicht viel zu bieten. Dementsprechend kann er sie nicht lange einsetzen, sonst würden sie ihren Effekt verlieren.
 


Fast jede Woche lädt er bekannte Leute aus
dem Filmbiz nach Hause ein, um abstruse Klassiker zu schauen.

Also sind die Bastarde schwach? Keineswegs, das ist kein zweiter Vollflop wie Four Rooms... aber auch kein durchweg funktionierendes, stimmiges Stück wie Kill Bill oder Reservoir Dogs. In Pulp Fiction wechselte sich die Story von Vince und Jules auch mit denen Anderer ab, aber es waren insgesamt alles Figuren, die vom Ton her zusammen passten. Auch Jackie Brown hat das besser hinbekommen.

Zwar passen die beiden Hälften von Inglorious Bastards nicht glorreich zusammen, aber an sich sind sie recht gelungen. Wer also darüber hinweg sehen kann und keine Vollzeitbastarde erwartet, dürfte recht zufrieden sein.
Alle anderen schauen sich dafür Tropic Thunder gleich doppelt so oft an, denn der wird diese Erwartung wahrscheinlich halten können.

Das Script dieser Kritik ist von Juli 2008, also sehr nah an der aktuellen Drehfassung. 

Fazit:
Das legendäre Drehbuch von Inglorious Bastards sollte in den 90ern mit Arnie, Stallone
, Sandler, Jones und Madsen verfilmt werden (zumindest letzterer ist wohl noch dabei), aber liest man die Story, ist sie nicht der große Wurf, den man sich gewünscht hätte.

7 / 10

Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen ersten Eindruck schaffen.

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