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Film Kritik
 
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The Green Arrow: SuperMax

Story:
In Star City kennt man Multimillionär Oliver Queen nur als reichen Wohltäter, doch kaum einer weiß, dass er des nachts als maskierter Rächer Green Arrow die Straßen von Verbrechen säubert. Als er eines Tages in eine Verschwörung gerät, wird er von den Cops geschnappt und zur lebenslanger Haft verurteilt: im SuperMax Spezialgefängnis für übermenschlich begabte Bösewichte...

script-kritik :
christian mester
 

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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.


Kritik:
Comic-Helden gibt es viele, doch weil so langsam alle namhaften Größen ihre Filme bekommen haben, denken Marvel und DC Comics so langsam auch an die weniger bekannten Helden. Einer davon ist Oliver Queen, der ein wilder Mix aus Dark Projekt's Garrett, Iron Man und Robin Hood ist. Queen hat wie Batman keine Superkräfte, ist im Zweikampf aber für seinen besonderen Jagdbogen bekannt, mit dem er Pfeile mit verschiedensten Funktionen abschießen kann.

Das ist schon ein kleines Problem denn Queen ist als Figur alles andere als originell und lediglich eine Variation auf bestehende Themen, die hier noch mal neu durchgekaut werden. Wenigstens gibt es für ihn hier keine Origin-Story; stattdessen wirkt seine Geschichte namens SuperMax gar wie ein Sequel zu einem Film, den wir nie zu Gesicht bekommen haben. Das Script macht keinerlei Anstalten Queen näher vorzustellen und geht auch sehr gefasst mit seiner Öffentlichkeit um. In SuperMax sind Superhelden nämlich global bekannt und haben meistens sogar Superkräfte. Der Film, der bald von David Goyer (Blade 3) kommen wird, stellt dafür drei interessante Fragen: was, wenn ein Superheld in der Öffentlichkeit demaskiert wird (gleiches Thema in Iron Man 2)? Was, wenn ein Held ohne Kräfte zu Bösewichten mit übermenschlich starken Superkräften ins Gefängnis kommt, von denen er viele selbst hinein verfrachtet hat? Und wie kann eine Figur interessant bleiben, wenn ihr einziges besonderes Merkmal - der Bogen - nicht mit ins Gefängnis darf?
 


Kevin Smith lehnte es ab, Regie zu führen.

Nachdem Justin Marks' Script zum neuen "He-Man" (Kritik lesen) ganz in Ordnung, seine Ideen zum neuen "Street Fighter (Kritik lesen) aber absolut grausig waren, ist auch sein Konzept zu SuperMax unter dem Durchschnitt.

Es fängt schon damit an, dass Arrow als Figur sehr zweifelhaft ist. Die Story fängt mit einer wilden Actionsequenz an, in der Green Arrow ein Lagerhaus mit diversen Gangstern überfällt. Anstatt sie wie Batman oder Spidey alle k.o. zu hauen, ähnelt er jedoch eher dem Punisher und erschießt alle brutal mit Spitz- und Brandpfeilen. Als dann kurz darauf jemand anderes mit einem geklauten Pfeil als unschuldiges Opfer gezeigt wird, soll es so wirken, als sei Arrow im Verhör ein völlig Unschuldiger - dass er jedoch als Selbstjustizler
weder Zivilisten, noch Verbrecher ermorden darf, scheint gleichgültig.

Dann wird er in Gefangenschaft auch noch so übetreiben gezeigt, als wäre er ein Werwolf oder ein bissiges Zyklopenmonster. Bewaffnete Beamte haben wahre Angst vor ihm und müssen ihn in Stahlketten legen um ihn zu bändigen; beim Transport legen sie ihm Raubtierschlaufen um den Hals, als wäre er ein wilder Löwe, dazu kriegt er einen Maulkorb wie Hannibal Lecter.

Dazu ist Arrow noch ein lebensmüder Irrer ohne Angst: als er erfährt, dass er zu seinen übermächtigen Erzfeinden ins SuperMax kommen soll, freut er sich sogar und kündigt dreist an, daraus mit Leichtigkeit wieder fliehen zu können.

Folgende Comic-Figuren kommen in der Story vor:

- Shock Trauma, Macht über Strom
- Gemini, kann sich in andere verwandeln
- Split, Teleport
- Floronic Man, kann Blumen wachsen lassen
- Count Vertigo
- Cascade, kann Wasser kontrollieren
- Blockbuster, besonders stark
- Taschenrechnermann (tatsächlich)
- Icicle, Macht über Eis
- Merlyn, Attentäter
- Djinn, kann Software steuern
- Iron Cross, besonders stark
- Tattoo (aus Elektra der)
- Pied Piper, kann Ameisen steuern
- Heatmonger, kann Stahl schmelzen
- Backlash,  kann sich besonders dehnen
- Joker steht an einer Zelle dran
- Lex Luthor wird erwähnt, der Riddler auch
 


1941 wurde die Figur Green Arrow das erste Mal gezeichnet.

Ist es ein guter Comic-Film? Nicht wirklich, denn auch wenn es darin wirklich viele Leute mit Superkräften gibt so wird doch schnell klar, wieso keiner davon wirklich bekannt ist. Sie sind allesamt recht langweilige Figuren, deren große Menge wohl das Fehlen richtiger Helden kompensieren müssen. Kein Charakter kommt an echte Stars wie Wolverine oder Spidey heran, viel mehr sind
alle auf dem Niveau von Bane und Poison Ivy aus Batman & Robin. Queen ist sehr eindimensional und dafür dass er keine wirkliche Kräfte hat, ist er viel zu überzogen in seinen Handlungen. Da er weniger Charakterisierung als der Kingpin aus Daredevil bekommt, ist von ihm auch nicht viel zu halten. Die Dialoge: flach und Joel Schumacherlich.

Der Part im Gefängnis wirkt mehr als bekannt: es ist eine Ansammlung von Klischees aus Filmen wie The Fortress, Lock-Up und Die letzte Festung, mit speziellen Maßnahmen zur Fluchtverhinderung und einem typisch sadistischen Gefängnisführer, der selbstverständlich sein Fett wegkriegt. Es gibt die typischen kleinen Helfer wie bei Die Verurteilten oder American History X die
den Helden einweisen, es gibt Angriffe in der Dusche und späteres Gewinnen von Respekt, nachdem man sich anfangs eher schräg ansah, sowie ein cleveres Maneuver zum Ausbruch. 

Wieso das Script aber nicht völlig vergeigt ist? Der Ablauf ist sehr flott und
trotz 120 Seiten Länge ist die Geschichte sehr schnell und hält sich nich lange mit Stille auf. Durch die vielen, vielen Superhelden ergibt sich zudem ein abwechslungsreiches Bild mit viel Dynamik und vielen Fights, die aber hinsichtlich des eher gering geplanten Budgets wiederum sehr schmal ausfallen.

Das Script dieser Kritik ist von Mai 2008, also sehr nah an der aktuellen Drehfassung. 

Fazit:
Die Figur
Green Arrow ist mehr schlecht als recht von anderen Superhelden zusammengeklaut, und so wirkt auch seine kommende Filmumsetzung. Da muss schon top besetzt oder viel umgeschrieben werden, um den Arrow vor einem zweiten Elektra-Fiasko zu bewahren.

4
/ 10

Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen ersten Eindruck schaffen.

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