Story:
In einer futuristischen Fantasywelt findet der verstoßene Bruder des Königs
das böse Schwert der Macht, worauf er sich in den unheilvollen Skeletor
verwandelt. Voller dunkler Energie stürmt er mit seiner Armee die Stadt, wobei
er den König und unzählige Bürger ermordet. Der junge Sohn des Königs, Adam,
kann gerade noch von der Palastwache gerettet werden und die Stadt verlassen -
um sein Schicksal zu erfüllen. Ihm gebührt nämlich das gute Schwert der Macht,
mit dem er später als He-Man wieder zurückkehren wird...
script-kritik :
christian mester
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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden
kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm
übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.
Kritik:
Als Kind der 80er
Jahre hat man He-Man natürlich live mitbekommen und im Sonntagmorgen-Programm
genau so geschaut wie Saber Rider, Galaxy Rangers und Marshall Bravestarr.
Dementsprechend enttäuscht war man dann im Jahr 1987, als der erste Live-Action
Film in die deutschen Kinos kam - und er fast nichts mit dem Original zu tun
hatte. Statt blühender Fantasy gab es eine seltsame Sci-Fi Story, die zum
Großteil in der Menschenwelt spielte und bis auf einen akzeptablen Showdown
zwischen Dolph Lundgren und Frank Langella nicht wirklilch punkten konnte. Statt
Orko und Battlecat gabs Gwildor, einen extra für den Film geschaffenen
Zwergcharakter, der nur eins konnte: nerven.
Während es 21 Jahre nach dem ersten Film immer noch keine genaueren Pläne für
einen neuen gibt, ist Hollywood aber mehr denn je interessiert an einer großen
Verfilmung. In Sachen Drehbuch ist dabei das von Justin Marks das momentan
beliebteste, dass schon seit längerem über die wichtigsten Schreibtische der
Traumfabrik wandert. Wir haben uns das Script jetzt einmal genauer angesehen und
geprüft, inwieweit es der Nostalgie würdig ist...
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Stand mal für Skeletor im Gespräch: Nic Cage. |
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Zu allererst sei gesagt, dass man
bei dem Namen Justin Marks nur immens
mit den Augen rollen konnte, denn der Mann hat den neuen Street Fighter "Legend
of Chun Li" geschrieben, der auf dem Papier eine ziemliche Katastrophe ist (>
Kritik lesen). So sehr er SF aber verfehlt hat, seine Umsetzung von He-Man ist,
so zähneknirschend man es nur sagen kann, sehr gelungen.
Das erste was auffällt ist, dass der neue He-Man (damals eine Zeichentrickserie,
die nur gemacht wurde um Spielzeuge zu verkaufen) sich keineswegs an Kids
richtet. Es wird nichts verharmlost, es gibt keine extra simplen Charaktere und
vor allem keinen Humor. Kein Adam, der sich dumm stellt, kein feiger Battlecat
und auch kein dusseliger Orko. "Grayskull", wie das Script betitelt ist, ist ein
düsterer Sci-Fi / Fantasystreifen mit allerlei Blut und Finsternis.
Die Welt von Eternia ist hervorragend eingefangen. Marks beschreibt sie als
wilden Mix aus Fantasy und Futurismus, mit Cyborg-Monstern und Burgen, mit
Laserwaffen und Schwertern, mit Magie und Nano-Hightech. Eternia ist anfangs
noch ein grünes Land voller Schönheit, doch nachdem Skeletor die Macht
übernimmt, verwandelt sie sich in ein lebensfeindliches Gebiet voller Armut und
verdorbener Natur.
Es gibt jede Menge Kämpfe, die teils auch recht groß ausfallen, in denen die
Soldaten des Königs oft mit allerlei Bewaffnung gegen die düsteren Schergen der
Bösen antreten. Adam darf gegen jede Menge Gegner antreten, deren Kämpfe
allerdings oft nur faul beschrieben sind. Statt näherer Ausführung setzt Marks
einfach nur Einschübe wie > hier findet jetzt ein spitzen Nahkampf statt <, ohne
die passenden Worte dafür finden zu können. Es fällt aber auf, dass die Kämpfe
gut in die Story gesetzt sind und nicht zu wenig vorkommen.
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1987 erschien der Film "Masters of the Universe"
mit Dolph Lundgren als He-Man. |
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Recht gelungen sind ihm die
Charaktere. Adam ist anfangs noch ein sehr schüchterner kleiner Junge, doch
innerhalb von 7 Jahren verwandelt er sich in einen durchtrainierten mutigen
Krieger, der das Königreich wieder befreien will.
Im Gegensatz zu dem muskelbepackten Feigling aus der Serie ist der Sprung
zwischen Prinz und He-Man also nicht so groß, was sein Selbstbewusstsein
betrifft. Adam verwandelt sich auch erst in den letzten 10 Minuten in He-Man.
Man-at-Arms ist sein treuer Beschützer, der im Namen des Königs dafür sorgt,
dass dem Thronfolger nichts passiert. Zusammen mit seiner Tochter Teela (mit der
es die übliche Lovestory gibt) folgt er Adam auf seinem Kurs ins Dunkle. Orko?
Nein, kommt nicht vor.
Zodak trainiert Adam in seiner Jugend zum Kämpfer, und die Zauberin von
Grayskull ist als Erklärbär dabei, um He-Man und das Publikum in die Geheimnisse
von Eternia einzuweihen. Battlecat trifft er später im Wald als freilebenden
Tiger, der ihm beeinflusst durch die Macht des Schwertes beisteht. Reden kann er
allerdings nicht.
Interessanter sieht es auf Seiten der Bösen aus. Seitdem Skeletor das dunkle
Schwert der Macht bekam, verwest sein Körper immer mehr, sodass er selbst
frustriert über seinen Fluch ist. Über seinem verwesendem Gesicht trägt er eine
Maske aus Chrom, die er niemals abnimmt. Als Führer Eternias wird er von allen
gefürchtet, was ihn fertigmacht, denn eigentlich will auch er nur geliebt
werden.
Im Kampf ist er ein starker und mächtiger Kämpfer, mit dem man sich nicht
anlegen will. Sein Haustier: Panthor, ein riesiger und furchterregender
Superpanther.
An seiner Seite stehen ihm Evil-Lyn, Beastman, Tri-Klops und Trap-Jaw, die bis
auf die Blödeleien komplett von der Serie übernommen wurden. Beastman und
Trap-Jaw kriegen einige gute Szenen, in denen der Wolfsmensch und der Freak mit
den Maschinenteilen sich unheimlich auf die Menschen stürzen. Tri-Klops hat wie
in der Serie eine drehbare Augenpartie mit verschiedenen Funktionen, und sie
nutzen Rotons um durch die Welt zu reisen.
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Zu He-Man gab es 3 Zeichentrickserien, eine
Spin-off Serie (She-Ra)
und einen Live-Action Film. |
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Die Sets sind riesig. Neben der
gewaltigen Stadt gibt es riesige Dschungellandschaften in Eternia, die mit
gigantischen Wasserfällen und exotischer Natur ausgestattet ist. Castle
Grayskull befindet sich versteckt unterhalb eines riesigen Sees und hat den
gleichen Look wie in der Serie.
Skeletor besitzt dazu ein eigenes Schloss, dass wie im Videogame Timeshift zum
größten Teil mechanisch ist und auf riesigen Beinen durch Eternia läuft.
Insgesamt ist das Script ziemlich gut, hat nur wenige Längen und fällt sehr
fantasievoll aus. Allerdings zeigt sich auch recht schnell, wieso man immer noch
zögert, dass so in dieser Form umzusetzen. Zum einen ist es mit jeder Menge Blut
und all den mechanischen Halbmenschen allenfalls ab 16 tauglich, zum anderen ist
das Ausmaß der Sets, Kreaturen und Maschinen so groß, dass es locker zwischen
150 und 200 Millionen Dollar kosten müsste, das akkurat umzusetzen.
Das Script dieser Kritik ist von
Mai 2008, also sehr nah an der
aktuellen Drehfassung.
Fazit:
Ola, wer hätte das gedacht. Marks' Version von He-Man ist keineswegs kindisch,
sondern groß, düster
und voller guter Ideen. Storymäßig und in Sachen Charakteren kommt es zwar nicht
an etwas wie Herr der Ringe heran, aber rein von der Optik her dürfte das als
Film jede Menge bieten.
7,5 / 10
Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter
Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin
vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen
ersten Eindruck schaffen.
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