Story:
Das 9. Jahrhundert.
Der junge Dastan ist einer von vier Söhnen des Königs von Persien, von denen
einer eines Tages mal den Thron übernehmen soll. Weil der Vater sich noch nicht
entscheiden konnte, gab er vor kurzem jedem der Söhne eine Aufgabe, und nur
Dastan konnte ihm bringen, was er verlangte - eine spezielle edle Robe.
Zum Schrecken aller entpuppt sich diese jedoch als manipuliert, sodass der König
beim Anprobieren einen grausamen Tod erleidet. Dastan wird des Königsmordes
bezichtigt und flieht mit der Sklavin Tamina in die Wüste. Dort finden sie den
berüchtigten Dolch der Zeit, mit der sie vielleicht alles Geschehene wieder
ungeschehen machen können...
script-kritik :
christian mester
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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden
kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm
übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.
Kritik:
Ein gewisser Michael
Bay sollte Prince of Persia eigentlich jetzt schon drehen, aber weil seine
Umsetzung von Transformers doch besser ankam als erwartet, gab er jetzt wegen
TF2 an den Kollegen Mike Newell (Harry Potter und der Feuerkelch) ab - und der wird sich freuen.
Prince of Persia ist ein hausgemachter Blockbuster, der teilweise sehr an den
Megahit Fluch
der Karibik erinnert und mit Sicherheit einen Berg Geld einspielen wird.
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Prince of Persia damals - und heute |
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1989 erschien das erste Prince of
Persia als 2D-Jump'n Run, in dem man hauptsächlich über Stachelfallen sprang und
böse Wächter besiegte. Die Story bot genau genommen nicht wirklich viel,
trotzdem aber schafften es die Macher bis heute, immer wieder neue Titel auf den
Markt zu werfen die sich allesamt gut verkauften.
Fans der Spiele werden wohl zufrieden sein, denn die wenigen Basics wurden alle
übernommen. Dastan ist immer noch der zu Unrecht verurteilte Königssohn, der mit
allerlei Herumspringerei Braut und Thron zurückerobern muss. Es gibt sogar die
berühmten Stachelfallen und lockeren Bodenbeläge, die so manchen Spieler schon
zur Verzweiflung gebracht haben.
Da der Film aber nicht nur aus wortkarger Springerei bestehen kann, gibt man dem
Prinzen hier noch eine Frau an die Hand, die natürlich dem Klischee des
Popcornadventures entspricht - gutaussehend, clever, kampfeslustig und immer
wieder in witzige Streitereien verwickelt. Witz und Humor gehören ohnehin zu den
Stärken des Drehbuches. Ähnlich wie bei Fluch der Karibik geben sich Action und
Comedy hier abwechselnd die Klinke in die Hand, und man ertappt sich des öfteren
dabei, Dastan als neuen William Turner zu sehen.
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Stehen für die Rolle von Dastan im Gespräch:
Jake Gyllenhaal (Donnie Darko) und Orlando Bloom (Fluch der Karibik) |
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Das Tempo der Geschichte passt
auch. Zwar ist fast alles vorhersehbar, aber mit so vielen interessanten
Actionsequenzen garniert, dass man nie wirklich gelangweilt wird. Zwar wird es
im großen und ganzen nie so episch wie etwa beim dritten Fluch der Karibik, aber
allein die Setbauten und Austattungen dürften hier schon sehr ins Geld gehen.
In Sachen Action orientiert man sich sehr, sehr stark an dem modernen
Straßensport Parkour. Es gibt unzählige Szenen, in der der Prinz über Häuser und
Dächer jagt, durch Menschenmengen hetzt und sogar Parkour einsetzt, um seine
Gegner zu kämpfen. Assassin's Creed lässt grüßen.
Der Prinz wird übrigens als sehr sportlicher, athletischer, aber nicht
muskelbepackter Läufer beschrieben, der optisch wohl am ehesten zu jemanden wie
Orlando Bloom passen würde. Er ist auch kein wirklich guter Kämpfer, aber
unheimlich schnell und geschickt, was ihn trotzdem zu einem guten Gegner macht.
Seine Gegner, die Prinzen Farhan, Farhad, Tus und des Königs Berater Nizam sind
dagegen sehr eindimensional, sehr naiv und die typischen 0815 Gestalten, wie man
sie immer in derartigen Geschichten findet. Farhan und Farhad sind die dummen
Brüder, die alles glauben, Tus der älteste und Anführer der königlichen Armee
und Nizam? Eine Fleisch gewordene Umsetzung von Aladdin's Jafar, nur mit etwas
weniger Biss.
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Der Prinz |
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Prince of Persia wird mit
Sicherheit ein sicherer Blockbuster werden, doch ganz fehlerfrei ist er aber
auch nicht. Die ganze Geschichte ist zwar von 1001 Nacht inspiriert, erreicht
aber nie die Mystik der Epoche. Alles ist oberflächlich und platt, und keine der
Figuren ist tiefsinniger als etwa Figuren in Triple X oder Stealth - Unter dem
Radar.
Gerade bei Bösewicht Nizam ist das sehr schade, da sich die Figur nahezu
anbieten würde, richtig böse und gerissen zu sein. Auch die Wendungen und
Überaschungen funktionieren nicht wirklich, und was für einen richtigen Fluch der Karibik-Homerun fehlt, ist der richtig außergewöhnliche Charakter, der Jack Sparrow.
Keine Frage, auch ohne Jack wären die Karibikflüche unterhaltsame Filme gewesen,
aber im bedeutsam kleineren Rahmen und mit wesentlich geringerem Erkennungswert.
Das Ende von Sands of Time lässt den Platz weit offfen für weitere Filme, aber
ob es dafür genügend Resonanz geben wird, muss sich erst noch zeigen.
Fazit:
Das Script zu Prince of Persia verspricht einen flotten und spaßigen Actionfilm
im ungewohnten Setting, der zwar etwas oberflächlich bleibt, aber ohne Frage
sehr unterhaltsam werden wird. Dazu bleibt er den Spielen treu, was den Fans
gefallen wird.
Zuviel sollte man sich allerdings auch nicht erwarten.
7 / 10
Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter
Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin
vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen
ersten Eindruck schaffen.
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