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Film Kritik
 
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The Punisher: War Zone

Story:
Der Punisher gehört zu den beliebtesten Comic-Figuren für Erwachsene, da er für knallharte Action und pure Selbstjustiz steht. Fans der Vorlage waren 2004 dann nicht allzu begeistert, als der Film die Action herunterspielte und versuchte, Frank Castle als sympathischen netten Nachbarn von nebenan zu zeigen. Auch mochten es viele nicht, dass Bösewicht Howard Saint vollkommen untätig blieb und lediglich der Russe für ein kurzes Highlight sorgen konnte.

Mit dem zweiten Teil, der Ende 2008 kommt, will man jetzt auf die Wünsche
der Fans eingehen und den Punisher so zeigen, wie er entworfen wurde. Lexi Alexander, Regisseurin des Films und zugleich Martial Arts Champion, schrieb das vorliegende Script dann selbst, weil ihr vorherige Entwürfe zu lasch waren.

script-kritik :
christian mester
 

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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.


Kritik:
War Zone startet Ende des Jahres, vielleicht erst 2009 in den Kinos. Wie das ganze aber aussehen wird, erfahrt ihr in der folgenden Kritik des Drehbuchs.
 


Let my Home be my Gallows.

Punisher: War Zone ist zunächst einmal keine direkte Fortsetzung des Films von 2004. Zwar wird der Mord an seiner Familie im Jahr 2004 kurz erwähnt, aber die Figur des Punishers ist dermaßen anders geschrieben, das man wohl eher von einer neuen Interpretation des Stoffes sprechen kann. Zeigte The Punisher den Origin von Frank Castle, ist dies nun eine Variation seiner späteren Arbeitszeit, in der er auf seinen Erzfeind Jigsaw trifft.

Der Punisher ist hier nicht mehr der ehemals nette Kerl, der mit seinen Nachbarn herumwitzelt, mit Frauen flirtet und seine Gegner mit durchdachten Verschwörungsspielen reinliegt. Der neue Punisher lebt in der Kanalisation in einem düsteren Versteck und ist nur noch aufs Töten ausgerichtet. Tagsüber pflegt er seine Waffen und verfolgt die Nachrichten, um dann in der Nacht loszugehen und möglichst viele Kriminelle zu erledigen. Und mit dem Erledigen nimmt er es mehr als wörtlich, denn schon die erste Actionszene zeigt, dass der neue Punisher keine Pantoffeln mehr trägt. Unzählige Gangster lassen in der Eröffnungsszene blutig ihr Leben und es wird klar, warum man vor diesem Frank Castle wirklich Angst haben kann. Während Batman einem nur Angst einjagt, erschießt der Punisher dich, deine Kollegen, deine Freunde, deine Vorgesetzten, deine Verwandten und quetscht aus den letzten Überlebenden dann auch noch heraus, wo noch mehr von deiner Sippe zu finden sind. Und er ist gut - verdammt gut. Bewaffnet mit unzähligen Nah- und Fernkampfwaffen trägt er einen gepanzerten Bombenschutzanzug, der ihn für fast jegliche Schusswaffe unaufhaltsam macht.

Wer Action will und Rambo 4 mochte, der kann sich die Hände reiben, denn abgesehen von einigen kleineren Szenen besteht der ganze Film nur aus solchen, in denen es richtig rund geht.

Es gibt zwar auch zwei Cops, und eine Frau, die im späteren Verlauf der Story gerettet werden muss (lustigerweise wird diese von Julie Benz gespielt, die auch Rambo in R4 retten musste), aber ihre Szenen halten sich sehr zurück. Keine peinlichen Witze, keine Flirterei. Das einzige was es in Sachen Persönlihkeit gibt, sind kurze Einschnitte, in denen der Punisher für einen Moment anzweifelt, ob er weiterhin das Monster sein will, das er zurzeit ist (und ja, er will es).
 


Nicht Steven Seagal: Ray Stevenson.

Trotz der massiven Gewalt aber ist die Action nicht gewaltverherrlichend geschrieben. Keine Poserei; der Punisher hat auch keinen Spaß an dem was
er tut, er macht es stets zügig und präzise, um schnellstens zum nächsten Gegner zu kommen.

Während es auf Seiten der Guten also schon mal böse gelungen aussieht, ist die der Bösen ebenfalls hervorragend geworden. Billy Russo ist der Haupt-bösewicht, der ein extrem gefährlicher und unberechenbarer Killer ist, der
darauf giert, die Macht in der Stadt an sich zu reißen. Er schreckt vor nichts zurück und hat bereits auf dem Papier eine enorm bedrohliche Ausstrahlung,
die jede seiner Szenen einnimmt. Aber um es noch interessanter zu machen, gibt es auch noch seinen Bruder Jim, der ein noch viel schlimmerer Psychopath ist. Er befreit ihn aus einer Irrenanstalt und zieht dann mit ihm durch die Stadt, allerdings nicht, weil er Angst vor dem Punisher hat, sondern weil er Folter und Tod des Punishers mit ihm zusammen genießen will.

Obwohl Castle in dem Film ein unaufhaltsamer Terminator ist, ist er jedoch nicht vollkommen unzerstörbar. Er wird mehrfach schlimm verletzt und beisst die Zähne zusammen, macht aber weiter, weil er meint der einzige zu sein, der die Stadt vor den beiden Irren bewahren kann. So wie Rambo alleine losschlägt, weil er meint, als einziger gegen die Burmesen ankommen zu können.

Wieso das Script aber keine bessere Note als das von Rambo 4 bekommt? Es hat die gleichen Stärken, aber auch die gleichen Schwächen. Die Hauptfigur verkommt zu einer einsilbigen, meist wortlosen Killermaschine, die gar nicht wirklich lebt, sondern nur funktioniert. Russo und Castle töten abwechselnd haufenweise Menschen, dass man sich am Ende selbst fragen kann, welcher davon jetzt der Böse war. Auch ist das ganze sehr vorhersehbar, und die Story verläuft auf so simpler Schiene, das man sich schon von der Besetzungsliste den ganzen Film denken kann. Was Sly mit seiner bereits sympathischen Rolle im Vorfeld sicherte, bringt hier Simon West's als charmanter Soziopath Russo mit.

Der Name Jigsaw fällt allerdings nur als Spitzname, und das auch nur, weil er eine gewisse Affinität zu Puzzleteilen hat. Zum Glück wird es vermieden, den bekannten Horrornamen jetzt forciert auf jemand anderes münzen zu wollen. Drei äußerst interessante Szenen?

- Billy Russo kämpft gegen den Punisher und landet kopfüber in einer Glas-Vernichtungsmaschine - die der natürlich prompt aktiviert. Russo verliert dadurch sein Antlitz und sieht im Folgenden schlimmer aus als Two-Face, was er jedoch mit Humor nimmt.

- Auf Dächern versuchen ein paar Gangster, mit dem jetzt berühmten Parkour zu entkommen (Ghettogangz, Casino Royale); Castle lässt sich davon allerdings nicht beirren und sprengt sie einfach mit Granaten weg

- bei einem Bankett lischt Castle die Lichter und fängt an, die Anwesenden leise zu ermorden; einen von ihnen ersticht er mit einem Hummer

Dem ein oder anderen wird allerdings auffallen, das viele Elemente der Story bekannt vorkommen. So wie Kevin Bacon in Death Sentence den dicken John Goodmann als Waffenhändler hat, holt sich der Punisher Waffen vom dicken Wayne Knight (als Microchip). Russo's Wandlung vom Gangster zum Comic-Bösewicht erinnert stark an die des Jokers im ersten Batman, und sein weiteres Handeln als vernarbter Gentleman erinnert an Two-Face. Das sind nur einige Sachen, die Punisher allerdings schon in den Comics von Vorbildern nachinspirierte.

Fazit:
Punisher: War Zone wirbelt ordentlich Dreck auf und wird der erste Actionfilm werden, der an den Blutgehalt von Rambo 4 heran kommt. Sehr gelungen sind die beiden Bösewichte und die Nonstop-Action, doch in Sachen Persönlichkeit und etwas Abwechslung mangelt es dann doch.


7
/ 10

Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen ersten Eindruck schaffen.

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