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Film Kritik
 
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Script: Righteous Kill

Story:
Die beiden Cops Rooster (Al Pacino) und Turk (Robert De Niro) sind alte Hasen, die in ihrer Laufbahn schon alles gesehen haben. Ihr Job hat sie hart und gefühllos gemacht, und so haben Sie mitunter selbst kaum noch Respekt vor dem Gesetz. Zusammen verprügeln sie also Verdächtige, bringen Unschuldige
in Gefahr und erpressen Informanten, nur damit ihr Schreibtisch voller Akten schneller abgearbeitet ist.
Als jedoch ein merkwürdiger Serienkiller eine Reihe von Kriminellen erledigt, machen sie sich mit gemischten Gefühlen auf, diesen zu erwischen. Eigentlich sehen sie es nämlich genau wie er und würden selbst öfters mal abdrücken.

script-kritik :
christian mester
 

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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.


Kritik:
De Niro und Pacino sind zwei der größten noch lebenden Filmlegenden, die mit Meisterwerken wie Taxi Driver, Scarface, Kap der Angst, Wie ein wilder Stier, Carlitos Way und Es war einmal in Amerika Geschichte geschrieben haben. Nach ihren beiden filmischen Zusammentreffen in Der Pate 2 und Heat soll Righteous Kill ("der gerechtfertigte Mord") nun an alte Erfolge anknüpfen. Kann er das aber schaffen?

Das Drehbuch stammt von Russell Gerwitz, der die gute Story von Inside Man geschrieben hat.
 


Turk (de Niro) und Karen (Gugino)
mögen es hart, nicht herzlich

Machen wir uns nichts vor - Pacino und De Niro sind eigentlich so gut, dass sie unter der passenden Regie allem Klasse und Charakter verpassen könnten, aber letztendlich liegt es größtenteils doch noch am Potential der vorliegenden Story. Gibt man den beiden flaue Geschichten wie 88 Minutes oder Godsend, können auch sie nicht viel damit machen.

Righteous Kill ist zum Glück kein Reinfall, aber andererseits auch nichts wirklich Besonderes - und das ist anbetracht der besonderen Charakterdarsteller leider enttäuschend.

De Niro wird einen Cop namens Turk spielen, der ein wenig an Vic Mackey aus The Shield erinnert. Grob, laut und immer vorn mit dabei, ist er trotz seiner harten Methoden ein Vorbild für viele andere. Richtig gute Szenen hat er dennoch keine, denn der Großteil der Story besteht nur aus Unterhaltungen mit seinem Partner. Der, Spitzname Rooster, wird von Al Pacino gespielt werden und ist ein eher ruhigerer, abgebrühter Ermittler, der meistens als der Vernünftige agiert. Das größte Problem des Scriptes ist es nun, dass diese vielen Unterhaltungen nicht wirklich gelungen sind.

Zu allererst fluchen sie derart viel, dass man es schon gar nicht mehr ernstnehmen kann. Es wirkt soweit, als habe Rob Zombie seine Finger mit im Spiel gehabt, bei dem grundsätzlich jeder Charakter ein fluchender Hillbilly ohne Anstand und Manieren ist. Bei Tarantino ist dieser Gossenslang meistens lässig und passend, aber hier will es nicht so recht funktionieren. Dafür sind Turk und Rooster auch zu lahm und emotionslos. Hätten sie Wutausbrüche in starken Momenten wie in Scarface und Kap der Angst wäre es ja in Ordnung, aber hier sitzen sie sogar gelangweilt mit Kaffee am Tisch und bringen so viele Fuck's wie möglich in ihre Sätze.

Sie verhalten sich auch nicht wirklich wie Partner, die angeblich schon 8 Jahre miteinander arbeiten: zum einen kennen sie sich kaum, zum anderen unterhalten sie sich größtenteils in distanzierten Weisheiten, als würden sie
mit einem jungen Kadetten und nicht mit einem alten Profi sprechen.
 


50 Cent trifft zwei Corleones

Wer bei dem Wort "Serienkiller" an Atmosphäre oder Spannung denken mag,
der kann seine Füße ganz schnell wieder runternehmen, denn die gibt es eher weniger. Obwohl das Script 130 Minuten geht (2 Stunden, 10 Minuten), nimmt sich Autor Gerwitz keine Zeit dafür. Jedes Opfer wird ruckzuck erschossen, und da auch schon nach rund einer Stunde offenbahrt wird, wer denn der Killer ist, gibt es auch keine lange Rätselei.

Wer mit Grauen bemerkt hat dass Rapper 50 Cent im Film eine Rolle spielt, kann dagegen aufatmen, denn sein Drogendealer Spider ist vielleicht 10 Minuten zu sehen und ist nicht weiter wichtig. Auffälliger ist da Karen von der Spuren-sicherung (gespielt von Carla Gugino), die jeden Tatort untersucht und nebenbei eine gewalttätige Affäre mit Turk hat, in der sie schlimme Daddy-Komplexe auslebt. Die Affäre nimmt ein großes Stück der Story ein, fällt aber ebenfalls sehr kalt aus und endet nicht in einem typischen "er muss sie retten" Szenario.

Das ist auch ein gewaltiges Problem: es gibt keinen einzigen sympathischen Charakter im ganzen Script. Daniel Plainview in There will be Blood war nun auch kein Gentleman, Patrick Bateman war ein penibler Irrer und weder Tony Montana noch Travis Bickle hätte man gern als Nachbarn gehabt, aber was all diese unsympathischen Charaktere gemeinsam hatten war, dass sie auf ihre Art faszinierten. Das tun Turk und Rooster aber nicht, sie haben bis auf ihre massive Flucherei nichts eigenes, und die ist eher albern als witizg oder cool.
 


Sie gelten als zwei der besten ihrer Art,
aber werden sie es hier wieder zeigen?

Gibt es denn wenigstens Action oder Thrill in diesem Thriller? Auch nicht, lediglich eine ernstere Unterhaltung am Ende gibt etwas Zunder, aber was an dieser Stelle nervt, sind rund 10 Minuten (!) an immer wieder eingespielten Flashbacks - von Szenen, die man vorher gesehen hat - die noch mal erklären sollen, wieso eine der Figuren im Film nun der Killer war, und woran man es hätte erkennen können.

Der Witz ist, dass man schon bei den ersten Anzeichen hinter das Geheimnis kommt und es spätestens am Ende alles Sinn macht. Dann noch mal auf fast alle Schlüsselszenen des ganzen Films einzugehen, erscheint überflüssig, nervig und raubt Zeit für einen guten Showdown. Da kommt dann auch nichts mehr, keine dramatischen Szenen, kein Kampf, nada.

Da im letzten, langen veröffentlichten Trailer alle (!) Szenen auch im Script zu sehen war, kann man als Rezensent auch leider davon ausgehen, dass im letztendlichen Film nicht viel geändert wurde.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass Regisseur Jon Avnet wie bei Red Corner ordentlich Spannung miteinbringt und Pacino und De Niro irgendwie das beste aus ihren schwachen Dialogen machen.
 

Fazit:
Nichts halbes, nichts ganzes. Righteous Kill ist ein Serienkiller-Thriller, der sich weder für Spannung, noch für Action oder Thrill interessiert und seinen beiden Top-Darstellern nur geringen Platz zum Glänzen überlässt.


4 / 10

Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen ersten Eindruck schaffen.

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