Story:
Die Chinesin Chun Li Xiang wächst als Tochter eines angesehenen Geschäftsmannes
auf, der eines Tages unheimlichen Besuch bekommt: Gangsterboss M Bison und seine
Schläger stören die Familienidylle und entführen ihn vor den Augen seiner
Familie. 10 Jahre später macht sich Chun Li schließlich auf die Suche nach ihm
und trifft dabei auf den etwas magisch angehauchten Wanderer Gen, der sie stärkt
und ihr noch ein paar Tricks zeigt. Zeitgleich ermittelt der Polizist Charlie
Nash gegen Bison, der momentan dabei ist, die Triadengangs in Hongkong zu
übernehmen.
script-kritik :
christian mester
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Anmerkung: Da ein Script auch noch während des Drehs laufend geändert werden
kann, muss das vorliegende Drehbuch nicht hundertprozentig mit dem Endfilm
übereinstimmen. In den meisten Fällen stimmt das meiste aber.
Selbstverständlich ist die Kritik frei von Spoilern oder Zitaten.
Kritik:
Street Fighter II ist
das wohl bekannteste Prügelspiel aller Zeiten, das seit über 15 Jahren immer
wieder neu aufgelegt und fortgesetzt wird. So ziemlich jeder kennt die Figuren,
zumindest vom Aussehen her, und nach dem mit Oscars überhäuften ersten Film aus
dem Jahr 1994 (und seinem Zeichentrick-Sequel) war es interessant zu hören, das
ein neuer Film kommen sollte.
Andrezj Bartkowiak (Romeo must Die) hat mit Doom zwar schon eine Spielverfilmung
versemmelt, aber wie man weiß, lag das eher am Drehbuch als an seiner Regie. Ob
das zu Street Fighter nun besser ist?
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Neal McDonough ist M Bison,
der Anführer der Shadow Laws |
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Machen wir uns nichts vor -
Street Fighter ist ein simples Prügelspiel, in dem es nur darum geht, dass sich
interessante Figuren auf ungewöhnliche Weise bekämpfen. Daraus eine
anspruchsvolle Story zu stricken ist gewiss nicht leicht, aber aufgrund der
vielen Hintergrundinfos zu allen Figuren aber durchaus machbar.
Das Problem ist, Autor Justin Marks, der sich momentan mit Geek-Drehbüchern zu
He-Man und Voltron in Hollywood einen Namen macht, hat schier überhaupt gar
keine Ahnung davon, was Street Fighter ausmacht. Er begreift überhaupt nicht was
Fans mögen, warum die Kämpfer beliebt sind, welche Kämpfer beliebt sind und was
man als Fan von denen sehen will.
Zu allererst kann man sofort verstehen, wieso Jessica Biel die Rolle der Chun Li
abgelehnt hat. Sie ist langweilig, eine eindimensionale Rolle, die nicht über
"buhu mein Vater" und "Bison, ich mach dich fertig!" hinaus geht. Dazu ist
beides unheimlich kraftlos. Sie empfindet weder große Trauer für ihren
verschollenen Vater, noch hat sie ernsthaftige Rachegedanken gegenüber Bison.
Das ist keine Jodie Foster, die Bison am liebsten den Kopf abtreten will. Sollte
sie aber sein, vor allem, wenn man sie den ganzen Film auf ihren kleinen
Schultern tragen lässt.
Bison selbst ist einigermaßen okay geschrieben, hat aber null gruselige
Atmosphäre oder, wie im Falle des 1994er Films, starke Oneliner. Während Raul
Julia damals als Bison dermaßen viel Käse erzählen durfte das man kauend aus dem
Kino kam, ist Bison hier der 0815 Bösewicht einer Gangstertruppe. Balrog ist
genau die Rolle, die Michael Clarke Duncan eigentlich nicht mehr spielen sollte.
Er ist Bison’s geistig beschränkter Bodyguard (obwohl Bison eigentlich keinen
brauchen sollte) und genau so markant wie die gesichtslosen Prügler in Steven
Seagal DVD-Titeln. Null Persönlichkeit und dazu keine einzige Szene, in der er
gut ankommen würde. Bei Vega kann man eigentlich nichts falsch machen. Er ist im
Grunde nur ein maskierter selbstverliebter Schönling, der Leute mit seiner
Kralle schlägt. Genau das macht er hier auch, nur das auch hier wieder nichts
aus der Figur gemacht wird und kaum vorkommt. Er kriegt seinen Auftrag, greift
an und verliert direkt.
Maya ist eine Untergebene von Bison, die ebenfalls nur kurz vorkommt.
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Kristin Kreuk aus Smallville spielt Chun Li,
nachdem Jessica Biel die Rolle ablehnte |
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Gen, den eigentlich niemand kennt, ist Chun Lis mysteriöser Ausbilder. Er wird
als der geheimnisvolle Guru beschrieben, der sich in seiner Freizeit den lieben
langen Tag als Obdachloser zwischen Pappkartons aufhält. Charlie Nash ist die
wahre zweite Hauptrolle, und ein totaler Reinfall. Abgesehen davon, dass Chris
Klein an sich schon nicht der sympathischste und talentierteste Schauspieler
ist, ist seine Rolle im Film katastrophal geschrieben. Die ganze Zeit wird er
als hip und cool bezeichnet und versucht sich an witzigen Sprüchen, die aber nur
lahm sind und überhaupt nicht funktionieren. An seiner Seite agiert ein Partner
namens Tommy Chu, der nur dafür da ist, damit Nash jemanden hat dem er sein Zeug
erzählen kann. Wenigstens spart das Drehbuch sich eine Lovestory zwischen ihm
und Chun Li.
Jetzt fragt man sich, hey, und was ist mit Blanka, Guile, Ryu, Ken, Honda,
Sagat, Zangief, Dhalsim? Abgesehen von Ryu ,der ganz am Ende nur kurz namentlich
erwähnt wird, nix, nada. Keine der Figuren kommt drin vor, was ein gewaltiges
Fragezeichen hinterlässt – WARUM? Wo sind die? Wie kann man die auslassen?
Schließlich gehören sie mit zu den beliebtesten, und selbst wenn man kein Fan
ist, steckt in Ryu, Blanka und Guile genug drin, um sie zu interessanten Figuren
für einen Film umzusetzen. Vielleicht will man die für einen zweiten Teil
aufheben, aber diese Geschichte ist so schlecht, dass sie bestimmt keinen
zweiten kriegen wird. In Sachen Magie hat Bison die Kraft, Leuten per
Handauflegen das Leben auszusaugen, aber bekannte Special Moves der Figuren
sucht man ebenfalls vergeblich.
Die Story des Films ist nur banal, da man die meiste Zeit nur verfolgt, wie Chun
Li nach Meister Gen sucht, und auf der anderen Seite, wie Nash gegen Bison
ermittelt. Dazu macht es keinen Sinn, das Bison riesige Gebiete mit seiner
Privatarmee erobert und es der Regierung scheinbar vollkommen gleichgültig ist.
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Street Fighter II erschien 1992 und
wurde das berühmteste Prügelspiel aller Zeiten |
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Mark’s Street Fighter ist in
seiner Action kein alberner Quatsch wie Dead or Alive, aber der hatte wenigstens
ein bisschen Spaß mit seinen Figuren und jede Menge Kämpfe. Die wenigen Kämpfe
des neuen SF im Überblick:
Chun Li vs Vega
Gen vs Balrog
Chun Li & Gen vs M Bison
Alle anderen sind nur knappe Auseinandersetzungen von 1-2 Schlägen, größtenteils
zwischen Chun Li, Gen & Nash und Bison's Leuten.
Das ist alles, und nur der Kampf mit Vega fällt davon etwas länger aus. Fans des
zweiten, animierten Films können gepflegt die Schultern hängen lassen, denn Vega
greift Chun Li nicht in der Dusche an. Es gibt keine nackte Haut, und auch die
Gewalt in der ganzen Geschichte hält sich sehr in Grenzen – das kann locker FSK
12 werden. Komisch, denn dabei versucht Marks immerzu, die Geschichte dramatisch
und tief wirken zu lassen (was ihm immer misslingt). Dass man aber als Fan der
Spiele oder einfach nur als Besucher eines weiteren Bartkowiak-Actionfilms in
erster Linie Action sehen will, scheint nicht angekommen zu sein. Die meisten
Kämpfe des Films passieren zwischen den drei guten und gesichtslosen Soldaten,
die überhaupt nichts können und dementsprechend langeweilige Gegner sind.
Mal ehrlich, war das denn so schwer? Besser wäre es gewesen, Ryu und Ken als
Hauptfiguren zu haben, deren Freundschaft/Feindschaft allein schon eine gute
Basis für eine Story schafft. Dazu Guile und Blanka, und Nebenrollen für alle
bekannten Gesichter, weniger magischer Mumbojumbo, mehr Bison’sche
Bedrohlichkeit und überhebliche Oneliner, jede Menge Badassness für Vega und
Ryu, eine Duschszene mit Chun Li (und wenns nur für die Unrated DVD ist) und
schon hätte man einen Actionfilm, der sowohl Fans als auch Nichtkennern von
Street Fighter überaus gut gefallen würde. Aber nein, stattdessen ist die
„Legende“ von Chun Li alles andere als legendär, sondern langweilig und hat
hoffentlich noch immense Änderungen erlebt, bevor das Ding im Frühjahr vor die
Kamera ging.
Das Script dieser Kritik ist von Anfang 2008, also leider sehr nah an der
aktuellen Drehfassung.
Fazit:
Schade, schade, schade. Street Fighter hätte Potential für einen spaßigen
Actionstreifen mit jeder Menge guter Figuren, aber statt auf diese und ihre
Action setzt man im neuen Film auf nicht vorhandende Story und schwache Rollen.
3 / 10
Anmerkung: Diese Wertung bezieht sich nur auf das Drehbuch. Da ein guter
Regisseur auch ein gutes Script als Film vermasseln kann, sollte man weiterhin
vorsichtig mit den Erwartungen sein. Die frühe Kritik soll lediglich einen
ersten Eindruck schaffen.
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