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Film Kritik
 
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Kritik: The Sentinel - Wem kannst du trauen?

Story:
In der 141 jährigen Geschichte des Secret Service gab es nie eine undichte Stelle – bis jetzt. Ihr bester Mann, Pete Garrison (Michael Douglas), wird verdächtigt, ein Attentat auf den Präsidenten zu verüben. Auf seine Verte wird der agile David Breckinridge (Kiefer Sutherland) mit seiner jungen und unerfahrenen Kollegin Jill Marin (Eva Longoria) angesetzt. Doch den beiden bleibt nur wenig Zeit der Wahrheit auf die Spur zu kommen, denn das Leben des Präsidenten ist in Gefahr… 

regie :
clark johnson
cast  : michael douglas, kiefer sutherland, eva longoria
kritik : frederic garz
 

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Vorwort:
Spielfilme, die das Thema „Secret Service“ oder „Bodyguard“ zum Inhalt haben, sind sehr rar und umso erfreuter war man, als die Nachricht verkündet wurde, dass Regisseur Clark Johnson („S.W.A.T. – Die Spezialeinheit“) sich des spannenden Themas angenommen hatte. Hinzu kam der viel versprechende Cast mit Altstar Michael Douglas, „24“-Star Kiefer Sutherland sowie der „frustrierten Hausfrau“ Eva Longoria („Desperate Housewives“).

Zugegeben, ein wenig erinnert das Ganze schon an „In the Line of Fire“ mit Clint Eastwood, der damals ungefähr im selben Alter gewesen sein müsste. Doch ähnlich wie Harrison Ford in „Firewall“, stellt sich nun auch Michael Douglas die Frage: “Bin ich schon zu alt für den Scheiß?“

Kritik:
Tatsächlich entpuppt sich „The Sentinel“ als bunte Mischung aus „In the Line of Fire“, „Bodyguard“ und „Auf der Flucht“. Zwar definiert er das Genre nicht gerade neu, so lassen sich einige Parallelen zu den genannten Filmen ziehen, doch gelingt es Regisseur Clark Johnson das wenig originelle Drehbuch gekonnt spannend umzusetzen und den Zuschauer dank großartig aufspielenden Darstellern zu unterhalten.

Dabei gab es zwei Hürden zu überwinden. Zum einen, die Atmosphäre des Secret Service richtig einzufangen und wiederzugeben. Die perfekte Koordination jeder Handlung, eine detaillierte Überwachung jedes Areals und die professionelle Arbeit des Secret Service wurde überaus realistisch und authentisch inszeniert. Somit wurde eine sehr gute Basis geschaffen, die den Zuschauer in eine streng geheime Welt eintauchen lässt, in der jede Unachtsamkeit bestraft wird.

Hinzu kommen die gut ausgesuchten Schauplätze, die mit einer soliden Kameraführung, sauberer Übergängen und nie zu rasant wirkenden Schnitten dem ganzen Film den nötigen Pepp geben. Regisseur Clark Johnson legte, anders wie in seinem Popcorn-Streifen S.W.A.T., mehr Wert auf akkurate und geradlinige Actionszene, die nie üppig oder extrem rasant, sondern viel mehr einen sehr realistischen Eindruck machen und so den Film glaubwürdiger erscheinen lassen.

Harte Schusswechsel, flotte Verfolgungsjagden und eine Kamera, die nie die Übersicht verliert stellten schon die Markenzeichen der 80er Jahre Action-Thriller dar und prägen auch diesen handwerklich gut inszenierten Thriller.

Die zweite zu nehmende Hürde war die Tatsache, dass auch Michael Douglas erkennen musste, dass er nicht mehr der jüngste ist. Somit passte man seinen Charakter einfach dem Alter an und heraus kam ein zwar in die Jahre gekommener Bodyguard, der trotz seines Alters noch fit auf den Beinen ist und dem aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung niemand das Wasser reichen kann. So kennen wir Michael Douglas und so lieben wir ihn.

Im direkten Vergleich zu Harrison Fords Leistung in „Firewall“ hat er sogar die Nase vorne, denn er wirkt in seinen Aktionen spritziger und weiß seine Rolle überzeugender auszufüllen. Zwar kann er Eastwoods Leistung in „In the Line of Fire“ nicht das Wasser reichen, doch liegen diese Mängel im Film als solchen und nicht in seiner Leistung begründet. Doch dazu später mehr.

Kiefer Sutherland ist der heimliche Gewinner. Der „24“-Star brilliert in jedem seiner bravourösen Auftritte. Seine Ausstrahlung erinnert sehr an die von Tommy Lee Jones („Auf der Flucht“). Er spielt den ordentlichen und strikt die Regeln befolgenden Agenten, der von Pete selbst ausgebildet wurde und nun nicht nur einer der Besten seines Fachs ist, sondern den auch persönliche Probleme mit seinem ehemaligen Ausbilder begleiten.

Eindrucksvoll und mit solch einer Intensität gespielt, überzeugt er auf ganzer Linie mit seiner forschen besser wissenden und kühnen Auftritten, sodass seine neue Assistentin Eva Longoria bis auf ihr hübsches Aussehen völlig verblasst. Schade für sie, dies hätte für sie eine Tür ins Spielfilm-Business werden können. Aber ihre Rolle ist, ebenso wie die Rolle Basingers’ als First Lady, zu klein und gibt zu wenig her, um neben diesen zwei Top-Stars zu überzeugen.

Warum der Film trotz der großartigen Schauspieler und der guten Actionsequenzen „nur“ unterhaltend ist, liegt zum einen an der oben bereits angesprochenen fehlenden Originalität, die viele Wendungen vorhersehbar macht und den Film so Spannung entzieht, zum anderen an der Quantität der qualitativ hochwertigen Actionszenen. Zu viele ruhige Szenen, die zwar oft spannend und mitreißend sind, jedoch den Film manchmal in die Länge ziehen. Mehr Abwechslung hätte hier Abhilfe geschaffen.

Fazit:
Insgesamt gesehen, ist „The Sentinel“ ein ordentlicher Thriller mit bravourösen Darstellern, stimmiger Atmosphäre und gepflegtem Spannungslevel, der jedoch leider mit Action geizt und dessen großer Minuspunkt die fehlende Originalität ist, denn den direkten Vergleich mit den Genre-Konkurrenten verliert er.


6,5
/ 10

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