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Film Kritik
 
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Seventh Moon

Story:
Einer chinesischen Sage zufolge wandeln die Toten während des siebten Vollmonds zwischen den Lebenden. Ein amerikanisches Ehepaar, Mellissa und Yul, verbringen ihre Flitterwochen in China und werden in ein scheinbar verlassenes Dorf gebracht. Als schaurige Kreaturen auftauchen, müssen sie fliehen und sich eingestehen, dass diese Sage sehr real ist…

Anmerkung: unser Redakteur Tobias Hohmann hat im Vorfeld eine Kopie direkt von Regisseur Eduardo Sanchez bekommen, mit dem er kurz zuvor ein Interview geführt hatte.

regie :
eduardo sanchez
cast  : amy smart, tim chiou, dennis chan
kritik : tobias hohmann
 

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Kritik:
“Seventh Moon” ist ein überraschend simpler, jedoch überwiegend effektiver Schocker, der nichts Neues bietet, durch die temporeiche Inszenierung jedoch recht spannend ist.
 


"Wie, das ist also doch nicht der siebte Teil von Moon mit Sam Rockwell?"

Mit der Low Budget Produktion „Blair Witch Project“ schufen Eduardo Sanchez und Dan Myrick 1999 den erfolgreichsten Independent Film aller Zeiten. Danach tauchten beide erst einmal ab und kehrten erst im Jahre 2006 mit Soloprojekten wieder zurück. Sanchez inszenierte „Vergeltung“, der - trotz vorheriger Absprachen, sowohl bei uns, als auch in den USA - direkt auf DVD veröffentlicht wurde. Auch sein neuer Beitrag, „Seventh Moon“, wird keine Kinoauswertung bekommen. Dabei ist der Film handwerklich absolut kinotauglich und bei weitem besser, als die übliche Genrekost. Ein Highlight ist er jedoch auch nicht.

„Seventh Moon“ ist im Grunde eine einzige Verfolgungsjagd. Sobald das Pärchen in das Dorf gelangt, sind sie unentwegt auf der Flucht. Damit ist auch fast alles über die Geschichte gesagt, und das ist auch einer der Hauptkritikpunkte. Es findet weder eine akzeptable Figureneinführung statt, noch entwickelt sich die Story weiter. Der Zuschauer weiß prinzipiell von Beginn an, worum es geht. Dieser Stillstand nimmt dem Film einiges an Dynamik, denn so geschickt und clever es Sanchez auch macht: Er variiert hier Szenenabläufe nur, die Story bleibt Nebensache. Einen Spannungsbogen im ursprünglichen Sinne kann so nicht entstehen: Einerseits lassen einen die Figuren recht kalt, andererseits wird man lediglich von einer Verfolgungsszene zur nächsten geprügelt.

Doch die Art und Weise wie Sanchez diese Szenen arrangiert ist erstklassig und lassen viele Mängel erst im Laufe des Films sichtbar werden. Begleitet von einer hervorragenden Soundkulisse und einem passenden Score wechselt der Regisseur, der hier auch teilweise die Kameraführung selbst übernahm, Stilmittel und Tempo innerhalb der Szenerie und ist sich dabei auch teilweise für simple, aber effektive, Buh-Effekte nicht zu schade. Bemerkenswert, was er aus eigentlich ausgelutschten Genrezutaten noch heraus holt. So gehört eine recht lange Sequenz, in der Mellissa und Yul im Wagen gefangen sind und von außen attackiert werden, zu einer der besten Suspenseszenen der letzten Jahre.
 


Nic Cage war Feuer und Flamme für Wicker Man 2.

Dieses enorme Tempo schlägt sich auch darin nieder, das er die Kreaturen sehr schnell zeigt – völlig im Gegensatz zu seinen sonstigen Arbeiten.
Auch die Kameraführung ist alles andere als einseitig: So wechselt er sehr stark zwischen der bewährten Handkameratechnik und extremen Close ups, was meistens gut aussieht, teilweise aber auch über das Ziel hinaus schießt, weil es etwas gezwungen wirkt.
Trotzdem sind die ersten 40-50 Minuten recht gelungen, dann kommt „Seventh Moon“ kurzfristig etwas zur Ruhe und die Probleme treten deutlicher hervor. Das sieht dann immer noch gut aus, doch das Fehlen eines Handlungs- und Spannungsbogens macht sich dann immer stärker bemerkbar.

Diese Mängel können auch Amy Smart - bald in „Crank 2“ dabei - und Tim Chiou - demnächst in dem Harrison Ford/Sean Penn Film „Crossing over“ zu sehen – nicht überspielen. So sind beide nicht schlecht und eigentlich gut gecastet, doch das verliebte Ehepaar will man ihnen einfach nicht abkaufen. Allerdings erhalten sie auch kaum Spielraum etwas zu zeigen, da sie fast ausschließlich auf der Flucht sind.
Das Design bzw. die Darstellung der Kreaturen ist qualitativ schwankend. Solange sie nicht gezeigt werden, passt das alles gut und wirkt stimmig. Leider macht man den Fehler und zeigt sie zu schnell zu detailliert – und dafür gibt das Design einfach zu wenig her. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Fazit:
Mit „Seventh Moon“ wird Sanchez kaum ein großes Comeback feiern, doch ein sehenswerter, recht actionlastiger Mysteryschocker, der handwerklich sehr weit über dem Durchschnitt liegt, ist ihm sicherlich gelungen.

6
/ 10

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