home  |  vorschau  |  kritiken  |  dvd  |   filmverzeichnis  |  gewinnspiele  |  drehbücher  |  impressum  |  links  |  chat  |  forum

 
Film Kritik
 
<< Zurück


 


 

 
Kritik: Shadow Man - Kurier des Todes

Story:
Eigentlich wollte Jack Foster (Steven Seagal, "Alarmstufe: Rot") nur Urlaub mit seiner Tochter machen. Doch die Ankunft am Bukarester Flughafen stellt sich als Fiasko heraus: Vor seinen Augen wird seine Tochter entführt und das Auto seines Freundes in die Luft gesprengt. 

Doch jemanden wie Jack schüchtert man auf diese Weise nun wirklich nicht ein und so kämpft er sich fortan durch die Straßen von Rumäniens Hauptstadt. Unaufhaltsam schlägt sich dieses Ein-Mann-Killerkomando durch Scharen von Gegnern, die seine Tochter in ihrer Gewalt haben ...

regie :
michael keusch
cast  : steven seagal
kritik : frederic garz
 

____________________________________________________________________________

Vorwort:
Was ist nur mit Steven Seagal los? Der einstige Martial Arts Superstar, der uns mit kompromisslosen Actionstreifen die 90er Jahre versüßt hat, fristet schon seit langem ein blasses Dasein. Eine Produktion nach der anderen wird abgedreht und landet auf direktem Wege in den Regalen der Videothekaren. Plant er schon jetzt für die Rente, oder was veranlasst ihn trotz zunehmendem Übergewicht jährlich mehr Filme zu drehen als manch namhafte Hollywoodgrößen?

Der unbezwingbare, unüberwindbare, unbesiegbare, unantastbare Steven Seagal rutscht in Gefilde ab, aus denen nur eine erneute Fortsetzung zu seinem populären Durchbruch "Alarmstufe: Rot" Abhilfe schaffen würde. Doch außer einem Drehbuch an dem angeblich geschrieben wird, ist noch nichts in trockenen Tüchern und so müssen sich seine Fans, deren Anzahl mit jeder DTV-Prdouktion stetig fällt, mit seinen vornehmlich in osteuropäischen Ländern gedrehten Streifen zufrieden geben.

Einst war er über dem Gesetz (Nico-Above the Law), schwer zu töten (Hard to Kill), übte tödliche Vergeltung (Deadly Revenge), war "Zum Töten freigegeben" und meisterte zwei Male eine "Alarmstufe: Rot". Fast symbolisch kann man die Wendung nach seinem letzen Erfolg "Exit Wounds" sehen. Danach war er nur noch der Fremde (The Foreigner), lag in der Sonne (Into the Sun), war nie zu erreichen (Out of Reach), nicht zu töten (Out for a Kill) oder in seinem jüngsten Streifen eben der Kurier des Todes, der außerhalb des Landes auch unter dem Namen "Shadow Man" läuft.

Kritik:
Die Zutaten eines guten Seagals bestehen meist aus einem unterhaltsamen Plot, indem irgendwelche Gangster irgendetwas böses angestellt haben und es meist nur einen Mann gibt, der sie aufhalten kann. Dies ist dann, welch Zufall, meist unser guter Steven, der, schon sind wir bei der zweiten wichtigen Zutat, alle Register der brutalen Martial Arts Anwendung zieht und seinen Gegnern das Fürchten lehrt. 

Doch damit nicht genug, kommen wir zu einer weiteren immens wichtigen Zutat, die Art der "Selbstverteidigung". Die fällt für Seagal typischerweise äußerst brutal und schmerzvoll aus. Das ist sein Markenzeichen, oder sollte man sagen war? Nun, zumindest früher zeichneten sich Seagal- Streifen meist durch knallharte Moves und Kicks seitens Seagals aus, der einmal mehr seine Kampftechniken eindrucksvoll an seinen Feinden zelebrierte und Knochen aller Art nur so zerschmetterte. Hinzu kamen üppige Schusswechsel mit blutigen Einschüssen und hohem Bodycount.

Zugegeben, die Zutaten halten sich im neusten "Shadow Man"- Flick eher zurück und sind, wenn es hoch kommt an einer Hand abzuzählen, aber diese Einfachheit hat seine Filme so populär gemacht. Es war diese Unerschrockenheit Seagals, der nicht lange zögerte sondern lieber seine Handkanten sprechen lies. Diplomatie verstand dieser in der direkten Konfrontation seiner Gegner und weniger in tiefsinnigen Dialogen, anspruchsvollen Darstellerleistungen und tiefschürfenden Geschichten.

Nein, Seagal haut ganz einfach gleich drauf ohne groß nachzudenken. Leider hält sich die Balance zwischen Feuergefechten und Martial Arts Einlagen in seinen bisherigen DTV- Produktionen nicht mehr die Waage. Immer mehr tendiert Seagal zu bloßen Schusswaffenauseinandersetzungen und verweigert seinen Anhänger das schwingen lockerer Moves. 

So auch in seinem neusten Streifen "Shadow Man", der ganz klar zu den schlechteren DTV-Flicks zählt und v.a. aufgrund seiner lückenhaften Story und der fehlenden Kampf-Szenen von Seagal nicht übers Mittelmaß hinauskommt. Eine simple Entführung, ein wirrer Plot und Wendungen, die man ohne groß nachzudenken herbeiahnen kann, das zeugt nicht gerade von großem Geschick. Auch wenn hierauf natürlich nicht der Schwerpunkt liegt, mehr sollte schon drin sein und so erbarmt man sich von einer Actionszenen zur anderen und muss aufgrund der Logiklöcher mehr als ein mal ein Auge zudrücken.

Das macht man aber recht gerne, wenn man dann mit Actioneinlagen belohnt wird. Diese sind, überraschenderweise, recht zahlreich vorhanden, zeugen aber nicht immer von guter Qualität. Vielmehr setzte man hier eher auf Masse als auf Klasse, was ein wenig ärgerlich stimmt, denn Ansätze für gute Choreographie sind vorhanden, gehen aber meist in Schusswechseln unter. Die oben angesprochene Tendenz setzt sich also weiter, mehr Feuergefechte, weniger Seagal- typische Kampfeinlagen. Die gebotenen Einlagen machen allerdings Spaß, denn das in früheren Flicks oft enttarnte Seagal- Double bleibt meist hinter der Kamera und wir dürfen unseren Steven wieder Knochen brechen sehen.

Das wirkt manchmal etwas behäbig, manchmal plump aber oftmals unterhaltsam. Vielleicht erfreut man sich aber auch einfach nur darüber, dass man den großen Meister persönlich wieder vor der Linse hat und nicht seinen schlankeren Doppelgänger. Macht sich hier eine Spur von Hoffnungslosigkeit breit? Die andere Seite der Actionanteile sind die bereits erwähnten blutigen Schussgefechte mit derben Shootouts mit denen des öfteren die Wände hinterrücks tapeziert werden und eine anschauliche Verfolgungsjagd durch die Straßen von Bukarest.

Verwackelte Kammereinsätze stehen ebenso an der Tagesordnung wie vorrübergehend Mängel in der Übersicht in den einzelnen Szenen. Es fehlt ganz einfach an der Dynamik und dem richtigen Tempo, sowohl in den Actionmomenten wie der Verfolgungsjagd als auch in der Erzählweise der Geschichte. Das ist schade, wenn man bedenkt, dass dieser Film doch in den Punkten Action und Choreographie kein so schlechtes Zeugnis wie beispielsweise "Out for a Kill" abliefert.

Vielleicht ist es aber auch das osteuropäische Ambiente, das nie so richtig überzeugen kann. Ein günstiges Budget, billige Drehorte in Rumänien und die daraus resultierenden mittelmäßigen Schauspieler tragen letzten Endes dazu bei, dass "Shadow Man" nicht über die Mittelmäßigkeit herauskommt und weit hinter den Erwartungen an einen Seagal bleibt. Einzig Steven Seagal, der sich, wie gewohnt, nur gelegentlich auf Mimik und schauspielerisches Können einlässt nimmt man seine Rolle ab, die anderen Charaktere sind zu flach und eindimensional, von Überzeugen ganz abgesehen.

Fazit:
Nein, dieser Kurier des Todes macht nur eingeschränkt Spaß, etwa wenn man nichts außer durchschnittlicher Actionkost erwartet und auch hier kaum Ansprüche an gute Umsetzung stellt. Irgendwie ist es schon schade, wie ein einstiger Actionstar so verkommen kann, andererseits erblicken dann und wann doch wieder kleine DTV-Filme mit dem Namen unseres Helden auf dem Filmcover das Licht der Videothek. 

Man kann sich nur auf bessere Zeiten freuen, momentan sieht es zumindest recht düster aus. Ob die 2. Fortsetzung zum einsten Erfolgshit "Alarmstufe: Rot" den wortkargen Action- Hero zu alter Form auflaufen lässt ist zum jetzigen Zeitpunkt mehr als fragwürdig, denn eines ist sicher, es liegt vor allem an ihm selbst. In diesem Sinne, auf bessere Zeiten, Steven.


3,5
/ 10

_____________________________________________________________________________



:::::...:
Diskussion im Forum





























 

 
FILM FORUM
Diskutiere mit anderen über die neuesten Gerüchte, die aktuellen Filme, den kommenden Highlights, den TV Top Serien und über Gott und die Welt!

Zum Forum!

 




alle genutzten Promomaterialien diverser Filme
Copyright den entsprechenden Besitzern
alle Texte und nicht-promotionalen Bilder
Copyright 2005 bereitsgesehen.de
bereitsgesehen.de ist nicht für die Inhalte verlinkter Websiten verantwortlich