Story:
Stéphane
ist
kreativ,
doch die
Realität
ist für
ihn ein
Kerker,
der ihm
Fesseln
anlegt
und in
der er
seine
Fantasien
nicht
ausleben
kann.
Vom
eintönigen
Beruf
gelangweilt
stürzt
er sich,
wie
schon
von
Kindheitsbeinen
an, in
Träume
und in
seine
verrückte
Gedankenwelt.
Als er
sich in
seine
ebenfalls
künstlerisch
begabte
Nachbarin
Stéphanie
verliebt,
lebt er
im Traum
die
gewünschte
Liebe
aus,
während
die
Realität
den
Beiden
immer
wieder
Steine
in den
Weg legt
und sie
sich das
Leben
selbst
schwer
machen.
regie :
michel
gondry
cast
:
gael
garcia
bernal
kritik
:
christian
westhus
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Kritik:
Anschnallen
und
festhalten
zum wohl
irrsten
Film des
Jahres.
Mit „The
Science
of
Sleep“
löst
sich der
französische
Musikvideogott
und
Filmregisseur
Michel
Gondry
in
seinem
dritten
Spielfilm
erstmals
von der
Fuchtel
von
Autorenguru
Charlie
Kaufmann,
mit dem
Gondry
zusammen
den
Oscar
für das
Script
zu
„Eternal
Sunshine
of the
Spotless
Mind“
erhielt.
Und wenn
man so
will,
kann man
Kaufmanns
Fehlen
auch
erkennen,
denn es
fehlt
dessen
klare
Linie,
die
seine
Filme
bei all
ihrem
Irrsinn
noch
hatten.
Gondry
entfacht
hier ein
optisches
Feuerwerk
an
grotesk-skurrilen
Ideen,
dass man
so noch
nicht
gesehen
hat. Es
wirkt,
als atme
er
befreit
auf und
werfe
jede
verrückte
Idee die
er die
letzten
Monate
hatte,
in den
Film.
Und das
Beste
ist, es
funktioniert
hervorragend.
„I’ve
been 12
forever“
heißt
die
Biographie
Gondrys
und das
sieht
man
besonders
an
diesem
Film,
der an
manchen
Stellen
wie ein
Best Of
seiner
Musikvideos
wirkt.
Hier
tummeln
sich
deutlich
handgemachte,
wunderbar
niedliche
und
herrlich
komische
Effekte
aus
Pappe
und
Papier
und mit
viel
Liebe
zum
Detail.
Computereffekte
kann
Jeder
und so
wurde
für
diesen
Film
gebastelt
und
geklebt,
gemalt
und mit
allerhand
Stop-Motion
gearbeitet.
Das wird
einigen
Zuschauern
hier und
da zu
viel des
Albernen,
zu viel
des
Verrückten
und
Grotesken
sein,
wenn
mutierte
Rasierer
mit
Spinnenbeinen
auf
einer
überdimensionalen
Schreibmaschine
Liebesbriefe
tippen,
wenn
Stéphane
in einem
großen
Pappauto
vor der
Polizei
im
nächsten
Pappauto
flüchtet
oder
wenn
Zellophan
und
Bonbonpapier
aus dem
Wasserhahn
strömt.
Doch wer
selbst
Tagträume
hat und
wer sich
die Welt
manchmal
selbst
bunter,
schräger
oder
einfach
anders
träumt,
dem wird
über 108
Minuten
das Herz
aufgehen.
Im
direkten
Vergleich
zum
grandiosen
„Eternal
Sunshine...“
ist „The
Science
of
Sleep“
eindeutig
der
witzigere,
unterhaltsamere
und
fröhlichere
Film. 90
Minuten
lang
überwiegen
die
schrägen
Albernheiten
von
Stéphanes
Fantasie,
die
verrückten
Kollegen
von der
Arbeit,
die
Ziege
auf der
Klippe
und das
ewige
Hin und
Her
zwischen
Stéphane
und
Stéphanie.
Doch
Michel
Gondry
währe
nicht
Michel
Gondry,
wenn er
nicht
auch
diesen
Film
extrem
persönlich
gefärbt
hätte.
Seine
Hauptfiguren
sind
allesamt
schüchterne,
ruhige
aber
ungemein
kreative
und
künstlerisch
begabte
Männer,
so wie
er
selbst,
deren
größtes
Problem
die
Frauenwelt
ist, zu
der sie
unbedingt
Zugang
haben
wollen,
was
durch
ihre
ruhige
Art und
Schüchternheit
jedoch
äußert
schwierig
ist.
So
durchzieht
den
Film,
rückblickend
betrachtet,
eine
tiefe
Melancholie,
ist er
doch
auch
eine
Selbstfindungsstudie
eines
Träumers,
der sich
selbst
am
meisten
im Weg
steht,
seine
wahre
Liebe zu
finden.
Und
plötzlich
muss der
Zuschauer
in der
letzten
Viertelstunde
plötzlich
bitter
aufstoßen,
wenn
dies mit
einem
Mal
überdeutlich
und
tragisch
wird,
was sich
als
genialer
Schachzug
herausstellt.
Denn mit
Stéphane
als
Leitfigur
durch
den
Film,
erlebt
der
Zuschauer
selbst
die
schönen
Seiten
der
Liebe,
wie es
sie in
seiner
Fantasie
tatsächlich
gibt und
der
Zuschauer
nimmt
das
Angebot
dankend
an und
kann
bisweilen,
wie
Stéphane,
nicht
zwischen
beiden
Welten
unterscheiden.
Man
erliegt
der
Schönheit
des
Traumes
bis uns
Gondry
mit
einem
erneuten,
wie
schon in
„ESOTSM“,
eher
offenen
und
mehrdeutigen
Ende in
der
Realität
zurücklässt,
wo man
sich
selbst
dabei
ertappt,
bis nach
dem
Abspann
auf eine
weitere
Szene zu
hoffen
und sie
sich
dann zu
erträumen.
Obwohl
man es
hier
eindeutig
mit
einem
Film des
Regisseurs
zu tun
hat,
braucht
ein Film
Identifikationsfiguren
auf der
Leinwand
und auch
hier
trumpft
„The
Science
of
Sleep“
groß
auf. Der
Mexikaner
Gael
García
Bernal
(Amores
Perros)
spielt
Stéphane
als
überaus
sympathischen,
mitleidserregenden
und
schüchtern-tollpatschigen
Typ, den
man
gerne
mal zu
sich
nach
Hause
einladen
möchte.
Das
verschmitzt
schüchterne
Lächeln
oder der
nervöse
und
leicht
verwirrte
Blick,
verleihen
der
Figur
eine
hohe
Authentizität.
Zu ihm
gesellt
sich
Schauspielerin
und
Musikerin
Charlotte
Gainsbourg
als
Stéphanie,
die
ihren
sympathischen
und
gleichzeitig
verletzlichen
und
abweisenden
Charakter
wunder
angeht.
Dazu
gehören
wunderbar
aufgelegte
Nebendarsteller,
allen
voran
Stéphanes
merkwürdige
Arbeitskollegen,
die ihn
bis in
seine
Träume
begleiten
und
Ratschläge
verteilen.
Wirklich
negativ
fällt
kaum
etwas
auf, je
nach
dem, wie
man mit
dem
kompletten
Stil des
Films
umgehen
kann.
Die
Optik
ist
einzigartig,
die
Darsteller
wunderbar
und auch
die
Musik,
die von
französischen
Chansons
bis
Gitarrensoli
von Jack
White
hin und
her
pendelt,
kann
vollends
überzeugen.
Wenn man
so will,
fehlt es
diesem
Film ein
wenig an
einem
ernsthaften
Hintergrund
der
Story,
an einer
entlarvenden,
vielschichtigen
Finte
zum
Schluss,
die mehr
zeigen
könnte,
als die
schwierige
Realität
außerhalb
der
Träume
Stéphanes,
in denen
auch der
Zuschauer
gefangen
war.
Doch das
ist
lediglich
der
Punkt,
der
diesen
Film
etwas
weniger
gut als
seinen
Vorgänger
macht,
der
bewegender
und
ernster
war, der
letztendlich
ein
wenig
mehr
berührt
hat,
insgesamt
ist
dieses
Werk
aber ein
filmischer
Höchstgenuss.
Der Film
ist auch
im
Original
dreisprachig
und so
muss man
auch in
der
deutschen
Synchronfassung
mit
Untertiteln
vorlieb
nehmen,
denn,
und das
ist sehr
positiv,
lediglich
das
überwiegende
Englisch
wurde
synchronisiert.
Französisch
und
wenige
Sätze
Spanisch
wurden
mit
Untertiteln
versehen
und
sogar in
diesen
Sprachen
synchronisiert,
um eine
Stimmgleichheit
zu
garantieren.
Dafür
gebührt
auch dem
deutschen
Filmverleih
ein
großes
Lob.
Fazit:
Albern,
verrückt,
grotesk,
romantisch,
innovativ
und
einfach
wunderschön
ist
Michel
Gondrys
neueste
Ausgeburt
seiner
lebhaften
Fantasie.
Ein Film
von
einem
Träumer
für
Träumer,
ein Film
der
Bilder
hervorruft
und dazu
anregt,
die
eigene
Fantasie
nicht
verstauben
zu
lassen.
Für
Manche
vielleicht
zu
abgedreht,
aber der
wohl
originellste
und
außergewöhnlichste
Film
seit
langem.
Wer
Michel
Gondry
vorher
nicht
schon
bewundert
hatte,
sollte
das
spätestens
jetzt
tun.
Große
Klasse.
8.4
/ 10
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