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Film Kritik
 
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Spider-Man III

Story:
Zwischen Peter Parker (Maguire) und seiner Freundin Mary-Jane (Dunst) könnte es besser sein: ständig misslingt es ihm, um ihre Hand anzuhalten, sie ist unzufrieden, weil sie als Schauspielerin wenig Erfolg hat. Eines Abends dann ändert sich schlagartig alles:
Parker's ehemaliger Freund Harry versucht ihn zu töten, weil er immer noch meint, dass Spider-Man seinen Vater getötet hat. Seine Arbeitskollegin Gwen verdreht ihm den Kopf, und der Reporter Eddie Brock (Grace), dessen Job Parker durch seinen Erfolg gefährdet, zerfrisst sich an gefährlichem Neid. Wäre der Ärger nicht genug, begegnet er dann auch noch dem mutierten Gangster Sandman (Church), mit dem ihm das wichtigste Ereignis seiner Vergangenheit verbindet.
Als Peter dann auch noch von einem außerirdischen Wesen befallen wird, bewegt sich die Geschichte auf eine Tragödie zu...

regie :
sam raimi
cast  : tobey maguire, kirsten dunst, topher grace, thomas haden church
kritik : matthew sole
 

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Kritik:
"Spider-Man III" ist sensationell, grandios und ein würdiger Abschluss der Reihe.

Die ersten beiden Spider-Man Filme von 2002 und 2004 schlugen damals ein wie eine Bombe. Kein Wunder also, das ein dritter Teil folgen würde. Als Referenz neben Batman Begins legten die beiden Spideys mit Tobey Maguire in der Hauptrolle die Messlatte ein ganzes Stück höher. Spektakuläre Kampfszenen, liebevoll ausgearbeitete Charaktere und ebenso rasante wie berührende Geschichten machten sie zu Zuschauerlieblingen und Geldmagneten. Auch die gesammelte Kritikerschaft, in der Regel wenig zimperlich mit Comic-Filmen, musste zugeben, dass Sam Raimi hier zwei moderne Klassiker geschaffen hatte.

Spider-Man 3 ist jetzt der dritte und vermutlich letzte Teil in dieser Besetzung, der sich in erster Linie eins zum Ziel gesetzt hat: die beiden anderen in allem zu übertreffen. Es gibt mehr Gegner, mehr Effekte, mehr Action, mehr Krisen, mehr Dramatik und eine komplexere Story. Schauspieler als auch Crew standen sich einer gewaltigen Herausforderung gegenüber, deren Rechnung jetzt aufgeht - oder auch nicht.

Geht man von X-Men III, Superman 3, Blade: Trinity und Batman Forever aus, müsste man eigentlich davon ausgehen, dass die Erwartungen bei einem dritten Superheldenfilm geringer ausfallen würden. Unvorstellbar, denn mit Sandman, Venom und dem zweiten Goblin erwartet das Publikum einen noch besseren Filmn als Spider-Man II.

Es ist magisch mit anzusehen, wie Sam Raimi die vielen verschiedenen Storyteile einführt und kunstvoll nach und nach miteinander verwebt. So ist Eddie Brock z.B. eifersüchtig auf Peter Parker, weil der immer die besten Fotos von Spider-Man bekommt. Zeitgleich flirtet dieser, vom Alien besessen, mit Brock's Freundin Gwen, was wiederum Mary-Jane in die Arme von Harry treibt, der seines Zeichens nach Spider-Man töten will. Parker indes will aus emotionalen Gründen Rache an Sandman nehmen, kämpft aber schon mit seinem Gewissen und damit mit dem Alien, der sich von negativer Energie ernährt.

Um dieses bewerkstelligen zu können, verlängerte Raimi die Laufzeit auf fast 160 Minuten, die genug Bühne für alle Gegner bietet. Dabei beantwortet er auch noch alle offenen Fragen aus den ersten beiden Filmen, was umso mehr vermuten lässt, dass er für sich hier einen Schlußstrich ziehen will. Was die Action betrifft, nutzt er das gewaltige Budget von über 200 Millionen Dollar um mit neuester Technik irrwitzige Kämpfe zu bieten, die so überragend sind, dass selbst ein Kampf gegen einen außer Kontrolle geratenen Kran ein Erlebnis ist. Vieles verschlägt einem die Sprache, und nicht wenige werden sich diesen Film ein zweites - oder drittes Mal im Kino ansehen.

Kreativ gesehen sind Harry als neuer Goblin, Brock als Venom und Marko als Sandman abwechslungsreiche und fantastische Gegner, die für zukünftige Sequels nur schwer zu besiegen sein werden. Die Sequenzen sind zahlreich, jede mit Sinn bestückt und finden in ihrem ekstatischen Ende Genugtuung.

Tobey Maguire sieht mit seinen über dreißíg immer noch aus wie 18, nutzt seine Kindlichkeit hier aber optimal. Besonders im Rückblick auf die vorherigen Teile erkennt man seine Entwicklung, die sich aber nie zu unrealistisch weit vom ersten wegbewegt. Der Rahmen wird indes unterhaltsam fortgeführt.

Spider-Man ist immer als der heitere, verspielte kleine Junge bekannt gewesen, daher sollte es jetzt umso interessanter sein, seine böse Seite kennenzulernen. Von der schwarzen Masse befallen findet sein Peter ein Ventil für all seinen aufgestauten Frust, doch wie auch schon im ersten Film muss er sich seiner Verantwortung wieder bewusst werden.
Hier hat der Film eine Schwäche, denn während der böse Spider-Man ansprechende Action- und Akrobatik bietet, vermag Maguire's böser Peter Parker nicht wirklich zu überzeugen. Anhand rüden Verhaltens gegenüber Frauen, veräußerter Unfreundlichkeit und distinktiver neuer Frisur missglückt die dunkle Seite durch Unglaubwürdigkeit. Sieht man von den wenigen Szenen ab, beweist Maguire jedoch einmal mehr, wieso er die beste Wahl für die Rolle war.

Oscar-Nominee Thomas Haden Church lässt es sich von den Effekte-Profis nicht nehmen; obgleich die meiste Arbeit der spektakulären Sandgestalt auf ihr Konto geht, verblasst er nicht zu einem eindimensionalen Monster. Rauher Kerl im Kampf, entpuppt sich sein Flint Marko wie auch Vorgänger Doc Ock als Mann mit weichem Kerl, der eigentlich nur Gutes will. Die Rolle ist perfekt auf ihn zugeschneidert, und man kann ihm ansehen welchen Spaß er dabei hatte.

Topher Grace hatte es besonders schwierig, da er mit Venom den wohl zweit-berühmtesten Comic-Bösewicht neben dem Joker zu spielen bekam. Fans können jedoch beruhigt sein, denn er verleiht Brock die passende Arroganz und Wut, gleichzeitig aber auch die nötige Glaubwürdigkeit, um die Motive und Aktionen dieses Charakters auf die Leinwand zu bringen. Geschichtsträchtig wie etwa Jack Nicholson im ersten Batman ist er nicht, aber da gilt auch zu bedenken, dass Brock eine weitaus simplere Figur als der Mann mit den grünen Haaren ist. Heath Ledger wird es 2008 schwerer haben, zumal das Bühnenlicht dort auf ihm und nur auf ihm liegt.

Den faszinierendsten Bogen hat James Franco als Harry Osborn, der nach unumgänglicher Entwicklung die Nachfolge seines Vaters (stark: Willem Dafoe wieder als Vision) antritt und im Verlauf des Films die beste Geschichte bekommt. Franco weiß den Sprung von der Neben- zur Hauptrolle zu würdigen, und gibt alles ihm mögliche, so dass es an ihm nichts auszusetzen gibt.

Gewohnt gut sind Kirsten Dunst als Mary-Jane, JK Simmons als J. Jonah Jameson und Rosemary Harris als Tante May, die mit ihren Rollen derart direkt an 1 & 2 anschließen, das man denken könnte, alles wäre zur gleichen Zeit gedreht worden.

In einer kleinen, aber nicht unwichtigen Rolle findet sich schließlich noch Bryce Dallas Howard als Gwen Stacy, die aber mehr oder weniger nur als Werkzeug für die Geschichte dient. Fans freuen sich derweil über kleine Auftritte von Bruce Campbell, Ted Raimi und Stan Lee.

Dass mit Christopher Young ein neuer Dirigent hinter dem Pult sitzt fällt kaum weiter auf, denn meisterlich ersetzt er den vergraulten Danny Elfmann.

Wer Sam Raimi schon lange kennt, der weiß, dass er zu den originellsten Augen und Ohren seiner Branche gehört. Auch bei all der Komplexität des Films vergisst er sein Herz nicht und nutzt wieder einmal die verrücktesten Kamera-Fahrten, Geräusche und Bilder, um Spider-Man visuell als auch auditiv zu einem originellen Stück Film zu machen. Vergisst man den lebendigen Sandmann und den schwarzen Schleim aus dem All, gibt es dennoch nur Lob zu verteilen. Spider-Man 3 ist spannend, erstaunlich, bewegend, spektakulär, dramatisch, fesselnd und herzerwärmend; kurzum, ein bombastisches Kinoerlebnis, wie
man es seit Herr der Ringe 3 nicht mehr gesehen hat. Spätestens jetzt hat Raimi den Olymp der besten neben Größen wie James Cameron und Steven Spielberg erklommen.

Fazit:
Der dritte Spider-Man hat kleinste Mängel, die aber dank des perfekten Restes kaum auffallen. Einer der besten Comic-Filme, einer der besten Actionfilme
und einer der besten Unterhaltungsfilme nicht nur der letzten Jahre, sondern tatsächlich aller Zeiten.
 
Spider-Man 1  8.9 / 10
Spider-Man 2  9.2 / 10

Spider-Man 3  >


9
.4 / 10

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