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Film Kritik
 
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Storm Warning

Story:
Was als romantischer Bootsausflug beginnt endet als Horrortrip: Das Yuppie-Pärchen Pia und Rob gerät in einen Sturm und kann sich gerade noch so an Land flüchten. In einem alten, verlotterten Farmhaus finden Sie zunächst Unterschlupf, doch dann kehren die Bewohner des Hauses zurück und für das Pärchen beginnt ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel. Pia und Rob wünschen sich bald, sie hätten ihr sinkendes Boot nie verlassen..

regie :
jamie blanks
cast  : nadia fares, john brumpton
kritik : tobias hohmann
 

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Kritik:
Um Regisseur Jamie Blanks war es lange Zeit ruhig. Dabei hatte er mit "Düstere Legenden" einen Überraschungshit gelandet und mit "Schrei, wenn du kannst" einen akzeptablen Hochglanzslasher abgeliefert.
Bei "Storm Warning" arbeitete er mit dem Drehbuchautoren Everett deRoch zusammen, der seinerzeit mit "Razorback" und "Link, der Butler" durchaus interessante und erfolgreiche Filme in seiner Vita hat. Derzeit arbeiten deRoch und Blanks an einem Remake zu "Long Weekend" aus dem Jahre 1978, damals ebenfalls aus der Feder von deRoch.
Man kann nur hoffen, das diese erneute Zusammenarbeit qualitativ besser ausfält als ihr erster Streich "Storm Warning".

Eine Charaktereinführung findet quasi nicht statt; bereits nach den ersten Minuten befinden sich die beiden Hauptcharaktere in der misslichen Lage. Bis dahin weiss man so gut wie nichts über sie, eine emotionale Bindung baut man da nicht auf. So ist es kein Wunder, das man mit Pia und Rob weitestgehend nicht mitfiebert.
Was der Film an Klischees aus der Genrekiste hervorholt ist wirklich abenteuerlich, da wird nichts ausgelassen. Neue Ideen? Fehlanzeige. Dadurch wird der Streifen inhaltlich extremst vorhersehbar und eindimensional. Die bösen Einheimischen bleiben völlig konturlos und wirken einfach nur nervig. Die Hoffnung auf den Charakter Poppy, von dem im ersten Drittel immer nur gesprochen wird, zerplatzt wie eine Seifenblase, als er denn wirklich auftaucht: Auch er ist nur ein Abziehbild anderer, schon häufig zitierter Figuren ala "Texas Chainsaw Massacre" und Konsorten.

Weder die Regie noch das Drehbuch holen aus der ständigen Drohsituation einer möglichen Vergewaltigung auch nur ansatzweise etwas heraus. Dabei wäre genau dieser Punkt eine Möglichkeit gewesen, aus der Heerschar ähnlich gelagerter Produktionen hervor zu stechen. Doch diese Option einer konsequenten psychischen Bedrohung verschenkt man viel zu leichtfertig. Gerade, weil "Storm Warning" in der ersten Hälfte ein Thriller sein will, hätte man diese Situation hervorragend nutzen können, um die Spannungsschraube langsam immer weiter anzuziehen. Doch dafür bietet das drittklassige Drehbuch einfach nicht genügend Substanz und lässt die Figuren dadurch völig eindimensional im Regen stehen

Doch nicht nur Regie und Drehbuch bleiben minderwertig, auch die Schauspieler schaffen es nicht, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Zugegeben: Bei den Vorgaben ist das auch nicht einfach, aber so schablonenhaft wie die Vorgaben ist auch die schauspielerische Umsetzung. Taylor als Rob bleibt gänzlich blass, die gewalttätige Sippe wird völlig überzogen gespielt, immer an der Grenze des Overactings, manchmal auch darüber hinaus. Der einzige Lichtblick ist Nadia Fares, bekannt aus "Die purpurnen Flüsse", als Pia. Sie schafft es immerhin, das man sich an ihre Figur erinnert und bringt die Wandlung hin zur Powerlady halbwegs glaubhaft rüber.
 

Pia unterliegt ebenso einer Wandlung wie der ganze Film an sich: Handelt es sich anfangs um einen Thriller, wendet sich das Blatt und "Storm Warning" wird mehr und mehr zur harten Kost , bis hin zum splattrigen Finale. Das wirkt uneinheitlich, aufgesetzt und gezwungen. Die Splatter Szenen sind zwar handwerklich absolut in Ordnung, wollen sich jedoch nicht harmonisch eingliedern und wirken besonders in den Sequenzen, in denen Pia anfängt sich zu wehren, sehr unrealistisch.

Denn Pia baut sich in der Hütte, in der sie und ihr Freund gefangen gehalten werden, einige Waffen und Fallen zusammen, die Richard Dean Anderson als Mac Guyver die Tränen in die Augen vor Freude treiben dürften. Wenn dazu noch der Satz, "Wenn man ein gefährliches Tier fangen will, muss man selbst zu einem werden", fällt, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Woher sie das kann, wird natürlich nicht erklärt.

Handwerklich ist Storm Warning absolut in Ordnung und auch der Grund,
warum der Film nicht völlig untergeht. Schnitte, Landschaftsaufnahmen und Kamerafahrten liegen deutlich über Durchschnitt und vermitteln ein Gefühl der Isolation und Verlorenheit. Dadurch bekommt der australische Genrebeitrag anfangs durchaus eine bedrohliche Grundstimmung - leider aber nur, bis die Bösewichter auftauchen.

Auch der Kniff starken Regen als Stilmittel einzusetzen, funktioniert gut. Leider entschied man sich mit einer Digicam zu drehen, die zwar Blanks Hoch-glanzoptikstil passend unterstützt, jedoch dem - gewollten - dreckigen
Ambiente des Hauses nicht entgegen kommt.

Positiv zu erwähnen ist noch die Filmmusik, die auch von Jamie Blanks arrangiert wurde. Statt eines donnernden Scores benutzte er eher
elektronische Musik, die überraschenderweise gut passt und erfrischend
anders klingt.

Fazit:
Ein erschreckend schlechtes Drehbuch, eine recht uninspirierte Regie und schwache Schauspieler sind zu viele Problemstellen des uneinheitlichen Streifens, der anfangs ein Thriller sein will und später zum Splatterfilm mutiert.
Da können auch die positiven Aspekte von Storm Warning nicht mehr viel retten.


3
/ 10

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