Story:
Eines Tages wird die kleine Asiatin Chun-Li unfreiwillig Zeuge, wie ihr Vater
von einem mysteriösen Geschäftsmann namens Bison entführt wird. Jahre später
macht sie sich dann als kanadisch aussehende 40kg-Kriegerin auf groß angelegte Büffel- und
Rindviehjagd.
regie :
andrzej bartkowiak
cast :
kristin kreuk, neil mcdonough
kritik :
christian mester
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Kritik:
Shoryuken!
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"Roar wruar sdsll frbu mua gnn sa fizz!"
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Zwei Street Fighter Filme gibt es
bislang: einen, den man besser mal schnell vergisst und einen
animierten, den wohl sicher niemand kennt (obwohl Chun-Li darin eine
Nacktkampfszene unter der Dusche hat).
Nachvollziehbar daher, es 2009 guten Willens noch einmal zu probieren (oder: den
Franchise neu zu melken, wo doch zufällig im selben Jahr das neue Game der Reihe
erschien). Der flugs ausgesuchte Regisseur Andrzej Bartkowiak mag nun nicht unbedingt der Almodovar seiner Generation
sein, hat mit Doom, Exit Wounds, Born 2 Die und Romeo
Must Die (beide übrigens nicht miteinander verwandt) allerdings schon durchaus kompetente
Action abgeliefert, die mit solider Martial-Arts überzeugen konnte - was ja bei Street Fighter schon die halbe Miete
darstellt. Was die andere Hälfte wäre? Eine halbwegs gelungene Umsetzung der
weitestgehend beliebtesten Figuren,
die Street Fighter seit zwei Jahrzehnten von anderen Buttonsmashern wie Battle
Arena Toshinden und Body Blows unterscheidet.
Leider ist es nun so, dass Bartkowiaks Versuch gehörig daneben haut; sein Street
Fighter ist sogar die mit Abstand schwächste Umsetzung der Spiele geworden.
Anstatt wie bei G.I. Joe simplen Spaß mit dem offensichtlichen Popcornmaterial
zu haben und die charismatischen Figuren actionreich gegeneinander antreten zu
lassen, versucht sich The Legend of Chun-Li ernsthaft als dramatische Geschichte
einer Frau, die auf Selbstfindungstrip geht und dabei zufällig einiges an Action
erlebt. Unter dem Strich sicher ein netter Grundgedanke, doch was man dafür
bräuchte, wären herausragende Darsteller, Regie mit Gefühl und eine glaubhafte,
ernstzunehmende Geschichte. Hat man das nicht, kommt so etwas wie Catwoman dabei
herum - oder halt Street Fighter: The Legend of Chun-Li.
Es gibt unzählige Momente im Film, die keinen Sinn machen, nicht so recht
zusammenpassen wollen oder einfach nur birnig sind, sodass man sich andauernd
wie Picard die Hand vor die Stirn klatschen kann. Beispielsweise wird in einem
längeren Flashback gezeigt, wie Bison als junger Matt Damon-Verschnitt in einer
magischen Höhle mit bloßen Händen einen Kaiserschnitt bei seiner Frau durchführt
- angeblich laut Legende, um sein Gewissen zu entfernen. Welchen Sinn diese
Aktion letztendlich aber haben soll, bleibt offen, vor allem, da dies absolut
keinen Effekt auf Bison zu haben scheint. Andere Momente des Glücks: der in
Bangkok aufgewachsene, aber mit irischem Akzent sprechende Bison war als Baby
offenbar ein Asiate, Chun-Li wird ebenfalls von einer reinen Asiatin mit
Mandelaugen zu einer Kaukasierin, wenn eine Polizeiabteilung von einem Fall
abgezogen wird, dürfen gleich alle nach Hause gehen und wenn Bisons Leute
jemanden entführen wollen, versuchen sie zu allererst einmal, ihm einen Pfeil in
den Kopf zu schießen.
Lis Selbstfindungsreise besteht auch nur daraus, als stinkreiche
Juilliard-Absolventin aus reichem Hause für ein paar Tage in den Slums von
Bangkok zu leben, in denen jede Mahlzeit dann "ein Geschenk" ist. Schaut man den Film
zu zweit, dürfte man das Augenrollen des anderen sogar hören können.
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xD
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Wer die Superman Soap Smallville
kennt, weiß schon, dass Kristin Kreuk hübsch und beweglich ist, aber auch, dass
sie selbst vor gezogener Waffe keine gute Schauspielerin abgeben würde. Eifrig
kickt, tanzt und weint sie sich durch Chun-Lis abenteuerliche Story, der Funken
einer echten Schauspielerin will dabei allerdings nie so wirklich überspringen.
Chun-Lis Seelensuche ist genau genommen Double Dragon: Der Film in todernst, nur
ohne Spaß und Robert Patrick. Statt Patrick gibt es auf Seiten der Bösen Neal
McDonough (Desperate Housewives) als Geschäftsmann Bison, der entgegen der
Spielfigur nicht groß und mystisch, sondern allenfalls lächerlich ist und
so sehr in Erinnerung bleiben wird wie seine Rolle aus dem Remake von Walking
Tall. Die rechte Hand ist der schwarze Riese Michael Clarke Duncan aus Green
Mile, der zwar als einziger versucht, halbwegs Spaß in seiner Rolle zu haben,
dabei aber so verloren wirkt wie Ray Charles im Spiegelkabinett. Als
vermeintlichen Höhepunkt gibt es den maskierten Attentäter und Fan-Liebling Vega
(gespielt vom zweitklassigen Black Eyed Peas-Rapper Taboo), der aber nur für
eine Kampfszene auftaucht und in dieser auch schon nach nur einer Minute zu
Boden geht.
Auf der anderen Seite sieht es leider kaum besser aus: neben Chun-Li gibt es
noch Liu Kang aus Mortal Kombat (Robin Shou), der sich Gen nennt, magische
Fähigkeiten besitzt und seine besten Freunde für gewöhnlich in laufende
Kreissägen schubst. Zeitgleich gibt es noch einen aalglatten Cop namens Charlie Nash
(gespielt von dem einen aus American Pie, an dem man sich noch weniger erinnert
als an den Sherminator und die Milf-Jungs), der Moon Bloodgood (aus T4)
gegenüber steht und ihr mit derart übertriebener Posercoolnees zu Felde rückt,
dass man förmlich sehen kann, wie sehr Bloodgood und Co. sich zusammenreißen
müssen, nicht in Gelächter auszubrechen.
Hinzu kommt, dass Street Fighter für eine US-Produktion trotz Budget von
rund 50 Millionen Dollar ganz schön billig aussieht. Nicht nur, dass die
Szenerien alle so behelfsmäßig erscheinen wie im äußerst billigen Ong Bak: Muay Thai Warrior, so
fallen immer wieder Momente auf, die einfach nicht sein dürfen. Beispielsweise, wenn Chun-Li anscheinend in einer
großen Konzerthalle Klavier spielt und es ganz offensichtlich zu sehen ist, dass sie nicht vor Publikum, sondern vor einer schwarzen Wand mit
aufgemalten Punkten sitzt.
All die Kritik könnte Genrefans aber egal sein, wenn denn die Action stimmen
würde. Es wird zwar recht oft geballert und sich gehauen, das aber größtenteils
sehr uninspiriert und fast immer so, dass man die Drahtseile ganz klar erkennen
kann. Insgesamt ist die Action wirklich nicht der Rede wert, was hinsichtlich
des Titels und Themas eine Schande ist.
Fazit:
Man könnte nun raten, was die Macher dieses Films sich von ihrer neuen Street
Fighter Verfilmung gedacht haben, aber es scheint eher, als habe eben niemand so
recht nachgedacht. Was bleibt, ist ein sinnentleerter, lahmer, nichts sagender
B-Movie Actionstreifen, der selbst bei Hardcorefans von Street Fighter oder DVD
B-Movies allgemein schnell im Regal verstauben wird. Unfassbar, aber die Van
Damme Version ist besser.
2,5 / 10
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